Archive for the ‘buchkritik’ Category

Eine grosse Abrechnung

25. Dezember 2018

Mit Philippe Kellermanns Buch Marxistische Geschichtslosigkeit liegt ein wichtiger Beitrag zur Gespaltenheit von Anarchismus und Marxismus, genauer zur „Nicht-Rezeption des Anarchismus im zeitgenössischen Marxismus“, wie es im Untertitel heisst, vor.
Das Buch besteht aus vier Studien. In der ersten untersucht Kellermann Georg Fülberths Basiswissen Band Sozialismus (Köln 32018) und zeigt die Problematik vieler darin enthaltener Aussagen auf und weist immer wieder darauf hin, dass die anarchistischen Bewegungen und deren Theoriebildungen gänzlich ignoriert werden. So suggeriert Fülberth durch seine Darstellung, dass Sozialismus immer schon marxistischer, kommunistischer, jedenfalls nicht-anarchistischer Sozialismus sei. Abgesehen vom anarchistisch-marxistischen Konflikt geht dies auch schlicht an der Wortbedeutung vorbei.*
*„Vor der Errichtung der Sowjet-Herrschaft diente der Ausdruck sozialistisch dazu, Modelle der ökonomischen Organisation zu benennen, in denen Gemeineigentum an Produktionsmitteln mit der Erhaltung einer vage definierten Freiheit im Konsumbereich verbunden ist.“ Karl Pribram: Geschichte des ökonomischen Denkens. Erster Band. Übersetzt von Horst Brühmann. Frankfurt am Main 1998. S. 378.
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Das Gebell eines verletzten Hundes

22. November 2018

Jochen Knoblauchs Marx vs. Stirner ist der Versuch, für Max Stirner und dessen Buch Der Einzige und sein Eigentum Partei zu ergreifen, Stirner zu rehabilitieren und Marx für seine Polemik gegen Stirner zu kritisieren. Anfangs hält Knoblauch fest, dass sein Text für das Projekt Begegnungen feindlicher Brüder Philippe Kellermanns abgelehnt worden ist, das sich mit dem Verhältnis von Marxismus und Anarchismus beschäftigt. Er zitiert aus der Projektbeschreibung, dass es darauf ankäme, nicht in billige und grundlose Polemik zu verfallen. «Aber wie soll das eigentlich funktionieren, wenn, wie im Fall Karl Marx (1818-1883) und Friedrich Engels (1820-1895) gegen Max Stirner (1806-1856) die Polemik überhaupt als einzige Grundlage der Kritik abfällt? Aber was soll’s? Ich werde mich bemühen.» Doch der Klappentext des Buches kündigt eine Polemik an; „Marx und Engels haben ja auch gegen Stirner u.a. polemisiert.“ Damit wird nur der Beleidungswettkampf fortgesetzt, wie er innerhalb der Linken nur allzu oft üblich war (und ist); die Begründung erinnert an die Rechtfertigung eines trotzigen Kindes: „Ich schlag Dich, weil Du mich geschlagen hast.“

Eigentlich wäre eine äusserst interessante Ausgangslage gegeben. Die Konstellation «Marx & Engels – Stirner» hätte neu aufgerollt und sachlich geklärt werden können. Es bedarf nicht immer grosser Wälzer, auch ein 90-seitiges Büchlein kann manches auf den Punkt bringen. Doch wer solche Erwartungen hegt, wird von Knoblauch masslos enttäuscht: Das Buch mäandert durch verschiedene Themen ohne etwas recht auf den Punkt zu bringen, es beginnt mit drei Einleitungen und einer Abschweifung zum «Ende der Musik», die mit Stirner gar nichts zu tun hat. Die dritte Einleitung bejammert den Umstand, dass die Karl-Marx-Strasse in Berlin viel länger ist, als die abseits gelegene Max-Stirner-Strasse. (S. 23)

Dann schliesslich ergötzt sich Knoblauch am Bashing der Stirner-Basher. Von der sachlichen Auseinandersetzung, auf welche die ersten Seiten hoffen liessen, ist nichts auszumachen. Grundsätzlich sind alle Männer – in diesem Konflikt sind es nur Männer, die über einen anderen Mann schreiben –, böse, die sich negativ über Stirner äussern. Durchtränkt sind Knoblauchs Sätze von einer Mündlichkeit, die mehr ein Symptom der unbeholfenen Polemik ist, als dass sie etwas zur Sache beitrüge: «O.k., ob nun Engels, Marx und die anderen «beunruhigt» waren, ob des Stirner-Textes, weiss ich persönlich natürlich nicht, aber ich selbst war es.» (S. 30) Marx und Engels seien böse, weil sie das Dogma des «wissenschaftlichen» Sozialismus etablierten und das Kommunistische Manifest sei ausserdem ein Plagiat. (Kapitel «Kleiner Exkurs: Wissenschaft») Der Grund, warum Knoblauchs Buch zum Konflikt «Marx & Engels vs. Stirner» überhaupt nichts beiträgt, liegt nicht darin, dass er sich für die Polemik entschieden hat. Doch diese hat die Debatte, wie er ja selbst erwähnt, bis anhin geprägt, mensch mag sich deshalb fragen, ob in dieser Situation eine weitere Polemik wirklich fruchtbar ist. Das Problem liegt darin, dass Knoblauchs Polemik schlecht gemacht ist: statt sich in Ruhe zu sammeln und gezielt zuzuschlagen, schlägt er wild um sich und operiert mit Halbwissen – wie er selbst zugibt, wisse er auch nichts Genaueres über das Pamphlet, das Marx und Engels für ihr Manifest abgekupfert hätten. (S. 37-38) In solchen Fällen verschenkt Knoblauch ein gigantisches Potential. Denn die Punkte, für die er Marx und Engels kritisiert (autoritäres Gehabe, Dogmatik unter dem Mantel eines «wissenschaftlichen» Sozialismus, Festhalten am Staat während der «Übergangsphase» der «Diktatur des Proletariats») liessen sich eine ganze Reihe triftiger Argumente vorbringen. Auf Argumentation verzichtet er jedoch und keift und bellt stattdessen ohne Unterlass. Es scheint, als würde er von seinem Hassobjekt nicht loskommen, denn auch wenn er gelegentlich Stirner zitiert, erfährt man praktisch nichts darüber, was nun in dessen «Der Einzige und sein Eigentum» steht, stattdessen gibt es viele Anklagen gegen die Hegelianer Karl Marx und Friedrich Engels. Knoblauch bemüht sich jedoch kaum, zu argumentieren, weshalb das Gebell äusserst hilflos wirkt. Im Kapitel «(Vorläufige) Schlussbetrachtung» führt Knoblauch aus: «Wie im Konflikt mit Bakunin geht es Marx nicht um eine emanzipatorische Weiterentwicklung, sondern um das „Rechtbehalten» bei den eigenen Vorstellungen. Der Dogmatismus zwingt geradezu zu einer Rechthaberei, die der Staatsraison gleicht und bis aufs Blut verteidigt werden muss. Es kann eben nur Einen geben (frei nach dem Highlander). […] Der Marx’sche Anspruch, «wissenschaftlich» zu sein, verlangt unter den Autoritätsgläubigen eine Weihe, die zwangsläufig in eine Katastrophe führen musste. Denn Sozialwissenschaften, Philosophie oder auch Ökonomiew bestehen in erster Linie aus Spekulationen: lauter Wenn und Aber. (S. 59-60) Unabhängig vom Wahrheitsgehalt: Der Abschnitt besteht aus aneinander gereihter Behauptungen, die nicht durch Argumente gestützt werden.

Der Nachtrag, in dem Knoblauch sein anarchistisches Freiheitsverständnis erläutert, ist zwar erhellender, hat jedoch mit der vorangehenden Verteidigung Stirners nicht zu tun und setzt deren ungehemmt polemischen Stil fort.

Mit dieser Streitschrift hat Jochen Knoblauch Max Stirner leider keinen Gefallen getan.

Eine letzte Anmerkung zu diesem Buch in formaler Hinsicht: Der ansprechenden graphischen Gestaltung zum Trotz, ist es mangelhaft. Unter Lektor_innen erzählt mensch sich zwar, dass mensch bloss ein frisch gedrucktes Buch aufschlagen müsse, um auf einen Fehler zu stossen. Nobody’s perfect. Es gibt jedoch Abstufungen. Es geht auch nicht um bildungsbürgerliche Pedanterie, sondern um Sorgfalt. Und dass/das-Fehler wie sie in Knoblauchs Buch vorkommen, sind ein Skandal, in dem die inhaltliche ziellose unsachliche Berserkerwut auch in formaler Unsorgfältigkeit nochmals zum Ausdruck kommt.

 

Jochen Knoblauch: Marx vs. Stirner. Ein Versuch über Dieses & Jenes. Lich/Hessen 2014 (Verlag Edition AV).

Die neue Frau und die Arbeiterklasse

17. September 2018

(Da mir im Augenblick nur die französische Übersetzung aus dem Jahr 1932 von Marie Bor zugänglich ist, werde ich aus dieser zitieren und ins Deutsche übersetzen.)

In ihrem Buch Die neue Frau und die Arbeiterklasse aus dem Jahr 1918 untersucht die bolschewistische Feministin Alexandra Kollontai die damals jüngste Literatur von und über Frauen.*

* In einer Fussnote (S. 35, 7) bemerkt sie, die Bücher hätten keinen grossen künstlerischen Wert. Für die literatursoziologische Untersuchung seien sie jedoch ungemein relevanter als die „künstlerischen“ Werke der Männer. Gerade den letzten Punkt gilt es festzuhalten. Doch die normative Bemerkung Kollontais ist im Grunde überflüssig oder wäre breiter zu diskutieren beziehungsweise zu problematisieren. Denn was letzten Endes nun Kunst sei oder eben nicht, war schon immer umstritten, auch in der Sowjetunion und solche Diskussionen oder Kämpfe sind immer ideologisch bestimmt, auch wenn es um die (scheinbar) gerechte Sache geht oder wenn die Ideologie kaschiert wird und nicht offen zu Tage tritt.

Anhand dieser Literatur arbeitet sie im ersten Teil den Typus der „neuen“ beziehungsweise „alleinstehenden“ Frau heraus. Diese Frau sehe nicht mehr Liebe und Mutterschaft als Mittelpunkt ihres Lebens an. Unabhängigkeit und die eigene (berufliche) Tätigkeit seien ihm wichtiger als sich an einen Mann zu binden. (more…)

Buchkritik: Mir selber seltsam fremd – von Willy Peter Reese

10. Dezember 2014

Was hier in die Schlacht zieht, kann kaum als Kritik siegen. Die Kriterien sind in dieser Stellung hierfür nicht gegeben, und gerade darum: Soll es Erwähnung finden.

Reeses Bericht von seinen Einsätzen an der Ostfront während des 2. Weltkrieges ist noch nicht einmal Bericht. Zeugnis viel mehr, aber ohne Zeugenschaft. Beteiligter, der wenig teilt oder mitteilt, aber dennoch –
Willy Peter Reese hatte schriftstellerische Ambitionen. Während des Krieges an der Ostfront schreibt er, und er schrieb viel. Er selber stirbt 1944 im Krieg, sein Nachlass verbleibt ohne Aufmerksamkeit, bis sich eine Zusammenarbeit mit dem Stern-Reporter Schmitz ergibt. 2004 wird das Büchlein „Mir selber seltsam fremd“ herausgegeben.

Wäre damit alles gesagt: Schreibender Wehrmachtssoldat?

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Badeferien-Leseliste 2011

20. Juli 2011

 
Die Mediokren:
 
 
John Griesemer: „Niemand denkt an Grönland“

1959: Rudy, zum Militärdienst verknackt, landet in einem streng geheimen Lazarett in Grönland, wo menschliche Wracks aus dem Koreakrieg (man denke an „Johnny Got His Gun“), offiziell als vermisst gemeldet, bis zu ihrem Tod gepflegt werden. Er freundet sich mit einem der Patienten an, verliebt sich in die Schnalle des (latent psychopathischen) Kommandanten, gibt auf Befehl des besagten Kommandanten eine Lagerzeitung heraus und erlebt mit, wie der Stützpunkt mit Ankunft der arktischen Nacht zunehmend im Chaos versinkt. Als er schliesslich erfährt, dass das Lazarett aufgelöst wird, wird’s *richtig* kitzlig …

Militärsatire, die Propaganda, Geheimniskrämerei und bürokratischen Irrwitz auf die Schippe nimmt. Zwar nicht ganz so lustig oder schockierend, wie Griesemer sich das gedacht haben mag, aber doch recht unterhaltsam (jedenfalls musste ich zwei- oder dreimal laut auflachen). Die fortgeschrittene Idiotie der Hauptfigur (Rudy unternimmt wirklich alles Menschenmögliche, um sich so tief in die Scheisse zu reiten, wie’s nur geht) nervt mit der Zeit ein wenig.

Fun Fact 1: Der Klappentext versucht verzweifelt, aus der tragikomischen Satire einen reisserischen Thriller zu machen.
Fun Fact 2: John Griesemer ist auch als Schauspieler unterwegs; den meisten dürfte er als imaginärer Vater des herumbrüllenden Psychos in „Langoliers“ bekannt sein.
 
 
Robert Lamont: „Professor Zamorra Bd. 83: Als die Knochenreiter kamen…” & „Professor Zamorra Bd. 85: Der Feuergötze“

Im ersten Band wird Dschingis Khan zu einem Dämon verteufelt (die Mongolen bedanken sich) und sucht die Erde heim; im anderen lässt ein reicher Tunesier Zamorra sein magisches Amulett klauen, um damit einen Baal-Tempel wiederzuerwecken.

Falls diese gerade mal zwei Hefte repräsentativ sind, so war PZ im Jahre 1977 nur halb so infantil wie heute (sowohl was den Schreibstil als auch Story und Charaktere betrifft). Es macht zudem einen ganz anderen Eindruck, wenn Zamorra und Co. nicht dreissig Jahre an Hintergrundgeschichte mit sich herumschleppen, die immer wieder rekapituliert werden muss, und es hilft, dass das Konzept noch relativ frisch ist (man sich also nicht irgendwelchen wirren Strunz aus den Fingern saugen musste, um noch Seiten füllen zu können). Und: Damals hatte man noch richtige Titelbilder, keine talentlos hingeschissene Digitalkacke.
Nicht, dass das alte Zeug grosse Kunst wäre; „Der Feuergötze“ leidet zum Beispiel darunter, dass die Hälfte der „Laufzeit“ mit zwei Nebenfiguren vertrödelt wird, die für die Handlung keinerlei Bedeutung haben. Aber als hirnlose Unterhaltung funktionieren die „Klassiker“ weitaus besser als das aktuelle Gerumpel, scheint mir.

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Buchkritik: Hunkeler macht Sachen von Hansjörg Schneider

30. Juni 2011

Hunkeler, der alte Basler Komissär, entdeckt nach einer Sauftour den alten IV-Bezüger Hardy auf einer Parkbank sitzen – erdrosselt und mit einem abgeschnittenen Ohrläppchen. Die ersten Spuren führen ins Albaner-Milieu, genauer gesagt, zum mafiösen Drogenschmuggel (Hardy war daran beteiligt) und zu einer Fehde zwischen drei albanischen Familien. Eigentlich ist Hunkeler dem Fall gar nicht zugeteilt, aber weil der Mord an Hardy Ähnlichkeiten zu dem Mord an der Prostituierten Barbara Amsler hat, für den der alte Kommissär zuständig ist, mischt er sich in die Ermittlungen ein – und bringt es dabei fertig, sich von einem verdächtigten albanischen Familienoberhaupt niederschlagen zu lassen. Weil besagtes Familienoberhaupt infolgedessen aus dem Gefängnis entkommt, wird Hunkeler beurlaubt.

Selbstverständlich führt er seine Untersuchungen dennoch weiter und stellt schließlich fest, dass die albanischen Mafiosi mit den Morden kaum etwas zu tun haben dürften. Als dann ein Zigeuner-Mädchen angegriffen wird, offenbar vom selben Täter, der auch Hardy und Barbara auf dem Gewissen hat, ist Hunkeler längst auf eine ganz andere Fährte gestoßen …

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Buchkritik: Superhero von Anthony McCarten

27. Juni 2011

Originaltitel: Death of a Superhero
Übersetzung: Manfred & Gabriele Kempf-Allié
Verlag: Diogenes, 2007

Der 14jährige Donald leidet an Leukämie und hat die Schnauze voll von seinen Eltern, seinem Bruder, seinen Freunden und vor allem von seinen aufwallenden Hormonen und verbringt seine Zeit damit, einen Comic über Miracle Man zu zeichnen, einen furzenden und unsterblichen Superhelden, der es ständig mit rattenscharfen Weibern treibt.

Der kunstliebende Psychotherapeut Adrian, der hartnäckig versucht, Donald wieder zu Lebensfreude zu verhelfen (auch wenn der griesgrämige kleine Krebskrüppel den verweichlichten Therapeuten-Fettsack anfangs genau so wenig leiden kann wie sonst irgendwen), setzt sich schliesslich ein Ziel: Ausgehend von Donalds Wunsch, nicht als Jungfrau zu sterben, will er den Jungen heimlich einer Prostituierten zuführen …

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Buchkritik: Wilhelm Storitz‘ Geheimnis von Jules Verne

25. Juni 2011

Originaltitel: Le Secret de Wilhelm Storitz
Übersetzung: Gaby Wurster
Verlag: Piper, 2009

Franzmann Marc reist nach Ungarn, wo sein kleiner Bruder reich und berühmt geworden ist und eine Tochter aus gutem Hause heiraten will. Ebenfalls auf besagte Tochter aus gutem Hause hat es der deutsche Chemiker Storitz abgesehen. Weil aber eine rechte Ungarin niemals einen dreckigen Preussen heiraten würde, kriegt Storitz einen Korb – und rächt sich mithilfe eines Unsichtbarkeits-Serums …

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Buchkritik: Herr Lehmann von Sven Regener

16. Mai 2011

1989, Westberlin: Frank geht stramm auf die Dreißig zu, weswegen er nur noch Herr Lehmann genannt wird (was ihn nervt). Eigentlich führt er ein halbwegs glückliches Leben (mit einem ausfüllenden Beruf als Barkeeper), doch überstürzen sich plötzlich die Ereignisse: Er verliebt sich in die neue (und schwierige) Köchin Katrin, seine Eltern kommen aus der Provinz zu Besuch und sein bester Freund Karl gleitet allmählich in den Wahnsinn ab. Kommen diverse Begegnungen mit aggressiven Kötern, nicht minder aggressiven Lederschwuchteln oder engstirnigen Busfahrern hinzu …
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Buchkritik: Chase von Dean Koontz

7. Januar 2011

Originaltitel: Chase
Autor: Dean Koontz
Übersetzung: Thomas Hag
Verlag: Heyne

Dean Koontz ist so etwas wie der hässliche und dumme Zwilling von Stephen King: Ungefähr im gleichen Alter, hat ebenfalls den literarischen Durchbruch Anfang der 1970er erlebt, ebenfalls in der Horrorliteratur unterwegs (wenn auch stärker auf Thriller/Science Fiction konzentriert), fast genau so erfolgreich auf den Bestsellerlisten – aber als Schriftsteller signifikant untalentierter und weltanschaulich vor allem in der Spätphase absolut zum Kotzen (nach der so reaktionären wie doofen Esoterik-Strunze „Der Geblendete“ aka „From the Corner of his Eye“ hab ich fast acht Jahre lang keins seiner Bücher auch nur angefasst).
„Chase“ gehört zu seinen ersten Werken, allerdings hatte ich hier nicht das 1972er Original vorliegen (das damals unter dem Pseudonym K.R. Dwyker erschien), sondern die „vom Autor vollständig überarbeitete Ausgabe“ von 1995. Bekanntlich hat Koontz auch „Demon Seed“ und andere Texte dergestalt rezykliert – was zu einem Autoren passt, dessen Originalität sich darauf beschränkt, neben seinen ganzen Serienkiller-Geschichten ab und zu auch etwas mit sprechenden Hunden zu schreiben.

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