Archive for the ‘uncategorized’ Category

Pathetisch

21. April 2018

Ein „Danke“ wäre nicht genug.

Meine Erleichterung ist nur ein Sprung davon entfernt sich ins Unbekannte zu stürzen.

Tagelang wach und nur beim verschwinden unserer inneren Finsternis erfand ich den Tag für mich neu. (more…)

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Über die Kulturindustrie in „Dialektik der Aufklärung“ von Adorno und Horkheimer

21. April 2018

Die Kulturindustrie kann als „eine Form der intellektuellen Produktion unter den Bedingungen von Fordismus12 bezeichnet werden und ist somit unmittelbar an die Entwicklungen des Kapitalismus zu Beginn des 20. Jahrhunderts gekoppelt. Jegliche Ansätze, die die Kulturindustrie auf eine bloße Medientheorie reduzieren, werden ihrem begrifflichen Inhalt nicht gerecht. Vielmehr bezieht sich der Begriff „Kulturindustrie“ auf jegliche kulturelle Äußerung innerhalb kapitalistischer Produktionsverhältnisse seit dem Fordismus. Das beinhaltet die Wissenschaft, den städtischen Raum, die Musik, die Politik, die Architektur usw.3 Auch wenn der Kultur innerhalb kapitalistischer Gesellschaften ein Hauch der Selbstbestimmung und Originalität anhaftet, die den Schein erwecken, sich der rationalisierten kapitalistischen Produktionsweise zu entziehen, identifizieren Horkheimer und Adorno die Kultur als vereinheitlichtes, uniformes System, das die wirtschaftliche Rationalität beständig reproduziert. „Film, Radio, Magazine machen ein System aus. Jede Sparte ist einstimmig in sich und alle zusammen.“4 (more…)

Die Schlange

17. April 2018

Kapstadt. Ich stehe in einer der vielen Schlangen am Flughafen. In der Hand mein Ticket und Pass. Ich schaue mich um. Eine junge Frau vor mir trägt eine Krone aus Straussenfedern, die mit Neonfarbe besprüht ist. Ihr Reisebegleiter steckt in einer violetten Filzhose und trägt ein Glitter-Berber-Gilet. Ich bemerke zwei orangerote Armbänder an ihren Handgelenken. Plötzlich fallen mir immer mehr von diesen Armbändern in meiner Schlange auf. Alle Armbänderträger sind jung, schlank, gutaussehend, sonnengebräunt. Und vor allem sind sie alle mit irgendwelchen Attributen ausgestattet. Aus einer Hemdbrusttasche hängt eine verwelkte Wüstenblume. Eine blonde Frau trägt einen künstlichen Blumenkranz, der schon bessere Tage gesehen hatte. Ein Mann mit Bart, Augenringen und Leinenhose hat eine Ukulele über seine rechte Schulter gehängt. Es ist eine Parade von Kostümierten, die sich mir hier präsentiert. Mitten drin stehe ich in meinen Jeans und blauem T-Shirt, Pickel im Gesicht und Bleich wie ein eleganter Caprice des Dieux.

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Exkurs in die Verwesung

12. März 2018

Schon als Jugendlicher bekam er seine Pickel aus dem Gesicht geboxt. Zwischen Eiter, Blut und Tränen, blieb nie viel Zeit übrig, um ein Selbstvertrauen aufzubauen. Sein Kopf glich einer Abrissbirne, seine Emotionen liefen im Takt der Pendelbewegungen des Lebens, und er rannte in regelmässigen Abständen gegen die Wand. Doch nur sein Charakter zerbrach. Er war Staub, aber redet sich ständig ein, er sei Wind. (more…)

Einige Gedanken zur „Repräsentierten Wirklichkeit“

25. Februar 2018

Der kurze Beitrag „Revolutionäre Repräsentation und digitale Solidarität“, der in einer Zürcher Zeitung anfangs 2017 erschien, formuliert eine spannende Kritik am unreflektierten Umgang mit modernen Kommunikationsmitteln, vor allem mit dem Internet, innerhalb revolutionärer Kreise und an ritualisierten Aktionsformen seitens einiger AktivistInnen. Dennoch bleibt die Gesamtaussage des Textes, vielleicht aufgrund der begrenzten Platzmöglichkeit innerhalb der erwähnten Zeitung, ein Stück weit unklar. Wer den Beitrag nicht kennt wird in diesem Text den Hauptargumenten begegnen, eine Auseinandersetzung mit dem Original ist nicht unbedingt notwendig. Dennoch wird auch die vorliegende Schrift das Phänomen der modernen Kommunikationsmittel nicht in ihrer gesamten Bandbreite erfassen können, sie soll jedoch Fragen und Argumentationen aufwerfen die im oben erwähnten Beitrag m. E. zu kurz gekommen sind oder gar nicht berücksichtigt wurden. Die repräsentierte Wirklichkeit wird hierbei nicht nur aufs Internet bezogen, sondern auf die herrschende Logik der Warengesellschaft, die alle Bereiche unseres Lebens durchdringt. (more…)

Wir haben alles aber sind nichts

30. Januar 2018

Für dich, Mensch der Zukunft.

Meine Möglichkeiten blieben mir lange verborgen, ja das Leben selbst blieb mir lange vorenthalten. So bitter es auch klingen mag, ich muss es nun zugestehen. Mein Weg kreuzte sich nie mit dem was ich wollte, sondern nur mit dem was war. Mit dem was ist. So wie viele andere Menschen sank ich den Kopf und suchte nach Sicherheit in der, mir vorgegebenen, Realität. Mein Verständnis von Freiheit war nur ein blindes herumstolpern innerhalb einer Käseglocke die mir die Illusion gab nicht in einem Gefängnis zu leben. Je mehr der Beton, der Vater des Fortschritts, mit seiner eisigen Kälte mein Alltag eroberte, desto mehr sehnte ich mich nach der Wärme einer gleichgesinnten, monotonen Herde. Mein Leben war gekennzeichnet durch Apathie und beherrscht von einer erlernten Hilflosigkeit die mich verleitete an Parteien, an die Wirtschaft, an die bürgerliche Familie, an den Fortschritt, ja an den Staat selbst zu glauben. Doch der Glaube an all diese Sachen bedeutet das Leben selbst zu verneinen. Angst vor meinen Möglichkeiten zu haben bedeutet Angst vor meinem eigenen Spiegelbild zu haben. Nun bin ich 85 Jahre alt und Frage mich, wie viele Jahre war ich wirklich lebendig?“

Nonno Roberto

Es war ein eiskalter und regnerischer Morgen, als ich schweißgebadet in meine Küche kam. Ich konnte den Wind deutlich durch die Fenster pfeifen hören und den Donner so fest in meinem Magen spüren, als ob ich Thor selbst, verspeist hätte. Sogar meine Knie fingen an zu zittern und ich bekam das Gefühl ein Erdbeben würde innerhalb von Sekunden mein gesamtes Ich in tausend Teile zerreißen. Wer hätte dann das Puzzle wieder zusammengesetzt? Ich weiß es nicht.

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Schloss Hartheim – Die Normalität des Bösen

19. Januar 2018

Ausschnitt_Schloss_Hartheim_mit_Rauch

Ein Renaissance-Schloss in Oberösterreich in der Nähe von Linz. Man hat die Berge entweder noch nicht vor sich oder gerade hinter sich gelassen und befindet sich in einer Ebene mit flachen Hügeln. Im Winter meist Grau und nass ist es hier eher im Sommer schön. Das Schloss Hartheim war um ca. 1600 gebaut worden. Es hatte ein paar Besitzerwechsel gegeben und war schliesslich im Jahr 1898 in ziemlich heruntergekommenen Zustand an den österreichischen Kaiser Franz Josef geschenkt worden, um daraus eine „ Anstalt für Schwach- und Blödsinnige, Idioten und Cretinöse“ zu machen, wie auf einem Schild am Eingang verewigt ist.

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Gegen das Nicht-Leben

30. November 2017

Die Zeitschrift „Anarquía y Comunismo“, erscheint seit dem Jahr 2014 in Chile und ist Online unter https://anarquiaycomunismo.noblogs.org/ als Pdf erhältlich. Die folgende Übersetzung stammt aus der Herbstausgabe dieses Jahres.

Der Wunsch unser aktuelles Leben zu verwerfen, um es gegen ein anderes umzutauschen ist heutzutage Teil unseres Alltagsverstandes. Egal ob wir uns dabei das Leben anderer Menschen wünschen oder eine vollkommen neue Lebensform anstreben, die passive Akzeptanz des Bestehenden prallt meistens gegen die verallgemeinerte Unzufriedenheit die die durch-kommerzialisierte Menschheit bedrückt. Der tägliche Verkehr innerhalb dessen unser Leben stattfindet, kann als ein Kommen und Gehen zwischen unserem Zuhause und den Zentren der Produktion und des Konsums zusammengefasst werden. Diese verschiedenen Orte innerhalb derer sich der proletarisierte Mensch bewegt, verkörpern die Zerteilung seines Lebens: Die Haushalte wurden für immer mehr Schichten innerhalb der Bevölkerung zu Nischen der Ruhe und der Gefangenschaft… wahre Haftanstalten für die Erholung des Menschen. Wenn der Mensch arbeitet, tut er dies nicht im Einklang mit seinen Bedürfnissen, sondern im Einklang mit den Bedürfnissen der Warenproduktion. Die Arbeit ist nur ein Mittel, um einen Teil der menschlichen Bedürfnisse zu decken. Letztere gehören ebenfalls zu den Sphären des Marktes. Die Zeit zur Erholung und Entspannung, in denen der Mensch endlich Zeit für sich und andere hat (von denen er aufgrund der bestehenden Verpflichtungen und Entbehrungen getrennt wird) verbringt er meist vor dem Bildschirm oder mit dem sonstigen Konsum von anderen Waren. Somit bewegt sich auch die Gestaltung der Freizeit innerhalb derselben Mechanismen wie der Rest der sozialen Verpflichtungen des Menschen: Auf die Pflicht zur Unterhaltung folgt, anhand der Pflicht zur Produktion, die Beschränkung der eigenen Zeit und Energie.

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Rückzugskampf der Postmoderne

21. November 2017

Auf Zeit Online erschien am 19.12.2016 ein Gastbeitrag von Michael Hampe. (http://www.zeit.de/2016/52/kulturwissenschaft-theorie-die-linke-donald-trump-postfaktisch-rechtspopulismus – leider muss man sich anmelden, um den Artikel lesen zu können.) In diesem wirft er „der“ kulturwissenschaftlichen Linken, aus der Hampe kurzerhand ein Kollektiv macht, vor, nichts anderes zu tun, als „historisch [zu] dekonstruieren und politisch [zu] korrigieren“. Dieser „KWL“ gehe es, so Hampe, im Moment schlecht. Schuld daran sei nicht ihre Theorie, welche Hampe sicherheitshalber en passant dennoch diffarmiert. (Diese Form der Polemik hat den für den Herren Philosophen angenehmen Vorteil, dass er keine Argumente zu liefern braucht.) Das Problem dieser Linken bestehe darin, dass sie – so der Vorwurf Hampes – jegliche Art von Wahrheiten und Fakten relativiere und zu diskursiven Konstruktionen reduziere. Nun stellt Hampe einen Zusammenhang her zwischen dieser Linke und dem Rechtspopulismus: Die Theorie der „KWL“ liefere den RechtspopulistInnen das Instrumentarium, um ihre „alternative facts“ zu legitimieren. Sinngemäss: „Wenn schon alles konstruiert ist, kann ich mir meine Welt zusammenkonstruieren, wie ich will, die Realität spielt dabei keine Rolle, wie Ihr ja selbst sagt.“ (more…)

überall wahlen

23. September 2017