Archive for the ‘Dilettantismus’ Category

Up Against! – Veranstaltungswoche 9.-14.Oktober

9. Oktober 2017

Es ist so weit, Up Against! beginnt diese Woche.

Es gibt viele interessante Veranstaltungen: Diskussionen, Offene Bühnen, Theaterproben und -aufführungen, Performances, Screenings, Workshops. Das Programm ausführlich zu beschreiben, dafür fehlt uns hier die Zeit. Das komplette Programm (wird ständig aktualisiert) findet sich online hier. Am Einfachsten ist es: Einfach vorbei zu kommen.

Wir möchten hier noch die Sachen genauer auflisten, die wir in der Garage (Fellenbergstrasse 239 in Zürich, Station „Sackzelg“) durchführen werden. Wir haben Programm am Dienstagabend, Mittwochnachmittag und -abend sowie am Freitagnachmittag.

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[Oktober 8. bis 14.] Up Against!

14. September 2017

[Dies ist ein allgemeiner Veranstaltungshinweis, es werden noch weitere Infos folgen… reserviert euch die Woche. Und falls ihr Interesse habt, mitzumachen, meldet euch]

UP AGAINST!

Anarchistische und künstlerische Prozesse, Veranstaltungen im Oktober:
Vom 8. bis 14. Oktober wird die autonom organisierte Veranstaltungswoche UP AGAINST! in Zürich stattfinden. Die Idee dabei ist, dass es kein festgesetztes Programm gibt, sondern mit eigenen Beiträgen, Veranstaltungen, Aktionen oder sonstigen Experimenten das Programm ergänzt und vervielfältigt werden kann. Gerne könnt ihr euch auch unseren wöchentlichen Treffen zur Vorbereitung anschließen.

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No Surrender

27. Juni 2017

FCC – Feeling, Communication, Consensus

13. Juni 2017

Fühlen – Um zu Sein, braucht es Gefühle. Wer sich spürt, weiss wie es ihr geht. Zusammen mit Präsenz, der Manifestation des für die Persönlichkeit notwendigen Gefühls von Ort und Zeit, entwickeln sich von selbst Ideen, wo die nächsten Schritte hin führen könnten.

Kommunikation – Zusammen Reden, was gibt es schöneres? Sich mit der Anderen austauschen. Reflektieren. Perspektiven wechseln, Neues lernen. Für jede Gemein- und Gesellschaft essentiell ist eine Gesprächs- und Streitkultur. Dazu gehört auch die mündliche und schriftliche Überlieferung, welche altes Wissen neuen Generationen zur Verfügung stellt. Kunst kann ergänzen, wo Worte fehlen.

Konsens – Gesucht und gefürchtet, ein seltenes Tier mit vielen Beinen und fähig, ganz gegensätzliche Meinungen zusammenzubringen. Eine Konsens zu finden bedeutet, heftige Diskussionen zu führen, bis sich aus den verschiedenen Interessen eine Affinität zwischen ihnen entwickelt, echte gemeinsame Ziele spürbar werden. Dann geht der Lärm von vorne los, betreffend der Strategie, diese Ziele zu erreichen.

Konsensbasierte Entscheide sind nachhaltiger, da gründlicher durchleuchtet und breiter getragen. Bis dahin und auch als Motivationsspritze für Noch-Nicht-Konsensbereite, darf jede Tun, was Anderen nicht passt. Im Namen der Freiheit, die zu verschenken der Konsens erwartet. Konsens lebt dort, wo wir uns nicht einig sind, dies uns aber nicht davon abhält, an einem Strick zu ziehen, manchmal an vielen verschiedenen Enden falls nötig. Konsens kann lähmen, Individualismus eindæmmen. Konsens in seiner unreflektiertesten Form heisst Kultur. Der Konsens hat auch ein böses alter Ego namens Stagnation.

Der natürliche Feind des Konsens ist der faule Kompromiss, der heiteren Diskussion leise den Strick um den Hals legend.

Dialog ist eine Form von Austausch zwischen Gleichwertigen und stellt immer auch die Frage nach der Anatomie der Macht.

Der Dilettantismus des Geistes

9. Mai 2017

Die dilettantische Praxis und die Gewissheit ihrer selbst

In den bisherigen Weisen der Kreativität ist dem Bewußtsein der Dilettantismus etwas anderes als es selbst. Die Auffassung dieses Dilettantismus verschwindet aber in der Erfahrung von ihm; wie das Bier unmittelbar verschwand, der Lohn zwei Wochen nach Zahltag, der Inhalt aus anarchistischen Zeitungen, die Revolution aus dem Verstand, so erweist er sich vielmehr, nicht in Wahrheit eine Rolle zu sein, sondern akzentuiert sich als Negation dessen was er für ein Anderes ist; der Begriff von ihm hebt sich an dem wirklichen Leben auf: Das unmittelbare Festhalten an der Spezialisierung, und dass was sie hervorbringt, geht in der Praxis des Dilettantismus verloren. Nunmehr aber ist etwas entstanden, was in diesen früheren Verhältnissen nicht zustande kam, nämlich eine Kreativität, welche dem Dilettantismus gleich ist; denn die Kreativität ist sich selbst ihr Gegenstand, und die Praxis ist selbst dilettantisch. Es ist darin zwar auch ein Anderssein; der Dilettantismus unterscheidet nämlich, aber ein solches, das für es zugleich ein nicht Unterschiedenes ist. Nennen wir Kunst die sich selbst erhaltende zirkuläre Bewegung der kreativen Entfremdung, den Dilettantismus aber die Praxis als ruhige Einheit oder als kollektive Negation, so sehen wir, daß nicht nur für uns, sondern für die Kreativität selbst der Gegenstand der Praxis entspricht. – Oder auf die andere Weise, die Praxis das genannt, was der Dilettantismus an sich ist, die Kunst aber das, was er als Identität oder Gegenstand für ein Anderes ist, so erhellt, daß das Ansichsein und das Für-ein-Anderes-Sein nicht dasselbe ist; denn das Ansich ist der Dilletantismus; es ist nicht dasjenige, was für ein Anderes ist. Dilettantismus ist die Form der Beziehung zur Kreativität und es ist selbst die Praxis; es ist es selbst gegen ein Anderes, und greift zugleich über dies Andere über, das für es selbst nicht sich ist.

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merksätze für den dilletanten

4. Mai 2017

es stimmt schon:

„kunst ist schön, macht aber arbeit“

genauso ist richtig:

„kunst ist hässlich, geht aber leicht von der hand.“

#vangoghklautallesbeirembrandt

 

 

selbstverständlis

3. Mai 2017

der diletannt ist kein baum und hat trotzdem schon immer gebrannt.

Sowjetische Ostern: Programm

11. April 2017

Sowjetische Ostern:

Idee und Programm

100 Jahre ist es her, seit Lenin seine April-Thesen in Petrograd verkündete, nachdem er von Zürich abgereist war. Als Reaktion auf die Februarrevolution in Russland, in deren Zuge der Zar abdankte und eine provisorische Regierung gebildet wurde, gingen diese Thesen weit über das hinaus, was die Bolschewiki für politisch machbar hielten. Die radikalste der Forderungen – „Alle Macht den Sowjets!“ – wurde als gefährliches Abgleiten Lenins in einen anarchistischen Wahn interpretiert. Die weiteren Entwicklungen in Russland aber bestätigten Lenins Haltung. Vier Jahre später verkündeten die rebellischen Matrosen von Kronstadt erneut die selbe Parole mit einer wesentlichen Erweiterung: „Alle Macht den Sowjets – keine Macht der Partei!“

Wir nehmen diese Sachen zum Anlass um zu lachen, nachzudenken, zu musizieren, zu diskutieren und laden euch ein, vorbei zu kommen.

– Eröffnung jeden Tag ab 17.30

– Permanente Fotoausstellung

– Gulaschkanone, solange es hat

– Freier Eintritt

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Reich-Ranicki über Böll

25. März 2017

„Böll erweist sich als ein Meister, dessen Originalität die vollkommene Schlichtheit ist. Da hört man keine falschen Töne, da hat ma nie den Verdacht, die Natürlichkeit sei mühselig erreicht worden. Nicht künstlich produziert ist der Hauch eines gewissen Dilettantismus, der dieser salppen, so lässigen, so selbstverständlich klingenden und dabei so präzisen Diktion einen besonderen Reiz gibt. An einigen Passagen, die vor allem in den Schlusskapiteln zu finden sind, können jüngere deutsche Autoren lernen, was Prosa ohne Affektation, ohne Pose ist.“

Marcel Reich-Ranicki über Heinrich Bölls „Ansichten eines Clowns“
(in „Literatur der kleinen Schritte“, erweiterte Ausgabe 1991, S. 21)

Demokratie – Arschloch

28. Januar 2017

Anlässlich der immer noch existierenden Demokratie

In Basel findet ein Kongress „Reclaim Democracy“ statt. Nach eifrigem Kotzen und Verdrängungsprozessen riefen einige Filetonkel zu einem Wetterwerb der Kritik auf… oder so…

Ein recht dummes Kleinkind hat etwas gezeichnet, ein grösseres Kind ohne Uniabschluss hat was dazu geschrieben und dann noch mehr geschrieben. Dies alles wurde uns anonym über Darknet zugeschickt in vorauseilendem Ungehorsam und so…

 

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Echt wahre Wahrheiten

 

Bestimmt nicht aus PolitikerInnenfeder!

Keine SoziologistikerInnen beteiligt!

Garantiert genau so!

 

Demokratie

Demo ist das Volk – und nicht etwa ein Saubannerzug. Ts. Wir alle sind das Volk. Echt einfach. Ausgeschlossen sind alle anderen. Kratieren heisst regieren. Etwa. Also herrschen wir. Weil das aber tami ned eifach ist, haben wir als Volk entschlossen, dass das andere (nicht die anderen von vorher, die nicht dabei sind, andere halt) für uns machen.

PolitikerInnen

Einige von euch habens erraten. Diese andern, die sind PolitikerInnen (das grosse I steht für die Möglichkeit eines Penis). Sie entstehen in Unis, Hipsterbüros und offensichtlich durch die Paarung alter, langweiliger und meist weisser Männer. Manchmal treffen sie sich, um das kratieren besser abzusprechen, weil, sie habens uns schliesslich versprochen.

Parteien

Kommen zu viele auf einen Haufen zusammen, dann müssen sie sich einen gemeinsamen Namen geben. Sie sind irgendwie alle verschieden, weil sie ja auch für uns, also verschiedenen uns (wie die einzelnen Bananen einer Bananenrepublik, äh Staude) gemacht sind. Auch Volkswille halt. Dann sitzen sie recht regelmässig zusammen und entscheiden über unser Leben

Das ist dann ähnlich wie beim Schaffen, so der Vorstand, der sagt, was wir machen – und angeblich hat das beides so einer der alten gescheiten Männer (recht weiss war er) erfunden, nachdem er die erste Dampflok verkauft hat oder so. Jedenfalls ähnlich.

Wirtschaft

Also deswegen, weil das ja derselbe gemacht hat, ist dann auch die Firma die Partei und umgekehrt. Damit wirklich halt alle zusammen arbeiten. Und genau wie ja auch jedeR so zum Millionär werden kann in der Demokratie, können wir ja auch alle so Parteidinge machen. Dann schliesst sich eben der Kreis, also die Schlange beisst sich in den Schwanz.

Das hat jetzt ja seit etwa 500 Jahren gut funktioniert und allen geht es immer besser, weil ja alle wirklich frei sind und so, also machen können, was sie wollen. Und deswegen funktioniert die Demokratie ja so gut. Und deswegen machen sie weiter (was sie wollen). Vielleicht reklamieren die wilden unter ihnen mengisch, aber zusammen (ausser den andern) geht’s am besten –  s am glyche Strick zieh.

 

Reclaim Democracy! Würkli wohr!