Pierre Clastres, anarchistischer Ethnologe.

18. Juni 2017 by

Pierre Clastres (1934-1977) war ein anarchistischer Ethnologe aus Frankreich. Er beschäftigte sich hauptsächlich mit indigenen Völker aus Südamerika wie z.B den Guayaki aus Paraguay, den Chulupi aus dem Gran Chaco (eine Region die Gebiete aus Argentinien,Bolivien,Paraguay und Brasilien umfasst), den Yanomami (eine Region innerhalb Venezuela und Brasilien) und den Guarani aus Brasilien. Clastres betreibt politische Anthropologie und ist leider in vielen Kreisen (selbst viele Ethnologie Studenten haben sich kaum mit ihm befasst) relativ unbekannt. Zu seinen bekanntesten Schriften gehören „Die Gesellschaft gegen den Staat“, „Archäologie der Gewalt“ und „Über französische Marxisten und ihre Anthropologie“. Letzterer Text zeigt Clastres kritische Einstellung gegenüber dem wissenschaftlichen Opportunismus vieler Marxisten (nicht gegen die Marxsche Kritik per se), er versucht aufzuzeigen wieso Begriffe wie Produktion oder Produktionsverhältnisse nicht auf primitive, indigene, nicht-gespaltene Völker anwendbar sind. Mit viel Humor und einer sehr direkten Art greift er die zentralen Thesen von marxistischen, als auch von strukturalistischen Anthropologen an. Dieser Text konnte Clastres jedoch nie überarbeiten und er ist einer seiner letzten Schriften.

Der hier aufgeführte Text „Über was lachen Indianer?“, ist ein Auszug aus seinem Hauptwerk „Die Gesellschaft gegen den Staat“. In diesem Werk kritisiert er die zentrale Stellung vom Staat innerhalb der politischen Anthropologie seiner Zeit, er versucht aufzuzeigen, dass der Staat nicht eine allgegenwärtige natürliche Entwicklung innerhalb von menschlichen Gesellschaften ist, sondern dass die Geschichte vieler indigener Völker aus dem Amazonas Gebiet, die Geschichte von Völkern ist, die mit ihren Strukturen und Normen versuchten den Staat zu verhindern. „Über was lachen Indianer?“, sind Mythen der Chulupi Indianer die Clastres während seiner Feldforschungen aufgenommen hat. Wie er selbst sagt: „Die Wirkung bleibt nie aus: das anfängliche Schmunzeln weicht schnell einem kaum unterdrückten Glucksen, dann schallendem Gelächter, bis am Schluss nur noch Freudengeheul erschallt. Während das Tonbandgerät diese Mythen aufnahm, übertönte der Lärm der etwa zehn zuhörenden Indianer zuweilen die Stimme des Erzählers, der selbst jeden Augenblick im Begriff stand, seine Fassung zu verlieren. Wir sind keine Indianer, doch vielleicht finden wir, wenn wir ihren Mythen lauschen, einen Grund, uns mit ihnen zu freuen.“

Kapitel 6 Worüber lachen die Indianer?

Die strukturale Analyse, die die Erzählungen der »Wilden« endlich ernst nimmt, lehrt uns seit einigen Jahren, dass derlei Erzählungen tatsächlich äusserst ernst sind und dass sich in ihnen ein System von Fragen artikuliert, die das mythische Denken auf die Ebene des Denkens schlechthin erheben. Da wir dank den Mythologica von Claude Lévi-Strauss nunmehr wissen, dass die Mythen nicht reden, um nichts zu sagen, erwerben sie in unseren Augen ein neues Prestige: und man erweist ihnen gewiss nicht zuviel Ehre, wenn man ihnen Gewicht beimisst. Vielleicht aber birgt das jüngst erwachte Interesse an den Mythen auch die Gefahr, dass wir sie diesmal allzu »ernst« nehmen, wenn man so sagen darf, und ihre gedankliche Dimension nicht richtig beurteilen. Kurz, wenn man ihre weniger gespannten Aspekte im Dunkel liesse, würde sich eine Art Mythomanie breit machen, die einen Zug vergässe, der vielen Mythen gemeinsam ist und ihren Ernst nicht ausschliesst: nämlich ihren Humor. Nicht weniger ernst für die, die sie erzählen (die Indianer z. B.), als für die, die sie sammeln oder lesen, können die Mythen dennoch eine ausgeprägte Vorliebe für das Komische entwickeln und zuweilen die ausdrückliche Funktion erfüllen, die Zuhörer zu vergnügen, ihr Gelächter auszulösen. Wenn man bemüht ist, die Wahrheit der Mythen vollständig zu bewahren, darf man die reale Bedeutung des Lachens, das sie verursachen, nicht unterschätzen und muss berücksichtigen, dass ein Mythos von ernsten Dingen reden und gleichzeitig diejenigen zum Lachen bringen kann, die ihm lauschen. Der Alltag der »Primitiven« steht trotz seiner Härte nicht immer im Zeichen der Mühsal und Sorge; auch sie verstehen es, sich Augenblicke der Entspannung zu verschaffen, und ihr ausgeprägter Sinn für das Lächerliche bringt sie häufig dazu, sich über ihre eigenen Ängste lustig zu machen. Und nicht selten betrauen diese Kulturen ihre Mythen mit der Aufgabe, die Menschen zu zerstreuen, indem sie ihr Dasein gewissermassen entdramatisieren. Die beiden Mythen, die wir vorstellen wollen, gehören zu dieser Kategorie. Sie wurden im letzten Jahr bei den Chulupi-Indianern gesammelt, die im Süden des paraguayschen Chaco leben. Diese teils burlesken, teils unzüchtigen Geschichten, denen es trotzdem nicht an einer gewissen Poesie mangelt, sind allen Mitgliedern des Stammes, ob jung oder alt, wohlbekannt: doch wenn sie wirklich Lust zum Lachen haben, bitten sie einen im traditionellen Wissen bewanderten Greis, sie ihnen ein weiteres Mal zu erzählen. Die Wirkung bleibt nie aus: das anfängliche Schmunzeln weicht schnell einem kaum unterdrückten Glucksen, dann schallendem Gelächter, bis am Schluss nur noch Freudengeheul erschallt. Während das Tonbandgerät diese Mythen aufnahm, übertönte der Lärm der etwa zehn zuhörenden Indianer zuweilen die Stimme des Erzählers, der selbst jeden Augenblick im Begriff stand, seine Fassung zu verlieren. Wir sind keine Indianer, doch vielleicht finden wir, wenn wir ihren Mythen lauschen, einen Grund, uns mit ihnen zu freuen.

Erster Mythos

Der Mann, dem man nichts sagen konnte

Die Familie dieses alten Mannes besass nur eine kleine Menge gekochter Kürbisse, als man ihn eines Tages bat, ein paar Freunde einzuladen, diese Kürbisse zu essen. Er aber holte mit grossem Geschrei alle Leute aus den Häusern des Dorfs. Laut rief er ihnen zu: »Kommt alle essen! Alle Welt soll zum Essen kommen! « »Nichts wie hin! Alle werden kommen!« antworteten die Leute. Und dabei gab es kaum eine Schüssel voll Kürbisse. Und so assen die zwei oder drei ersten, die kamen, alles auf, und für die, die später herbeiströmten, blieb nichts mehr übrig. Alle waren im Haus des Alten versammelt, und es gab überhaupt nichts mehr zu essen. »Wie ist das möglich?« wunderte er sich. »Warum zum Teufel hat man mich gebeten, die Leute zum Essen einzuladen? Ich habe getan, was man mir gesagt hat. Ich glaubte, dass es einen Haufen Kürbisse gäbe. Es ist nicht meine Schuld! Immer sind es die anderen, die mich zum Lügen verleiten! Und dann sind sie mir böse, weil man mich hat sagen lassen, was nicht ist!« Da erklärte ihm seine Frau: »Du musst leise sprechen! Du musst ganz leise sagen: Kommt Kürbisse essen! « »Aber warum hast du mir gesagt, ich soll die Leute da unten einladen? Ich habe laut gerufen, damit sie es hören können!« Die Alte fluchte: »Was für ein alter Idiot, diese vielen Leute einzuladen! « Einige Zeit später ging er fort, um seine Verwandten aufzufordern, seine Erdnusspflanzungen zu ernten. Auch hier stellte sich alle Welt ein, während es doch nur drei Fuss Land gab. »Wir wollen meine Erdnussernte einbringen! Es gibt sehr viele davon!« hatte er mit sehr lauter Stimme verkündet. Und da standen nun alle Leute mit ihren Körben vor der drei Fuss grossen Pflanzung. »Ich glaubte, dass es viele gäbe!« entschuldigte sich der Alte. »Aber es gibt Kürbisse und Andai2 : nehmt sie!« Die Leute füllten also ihre Körbe mit Kürbissen und Andai statt mit Erdnüssen. Nach der Ernte ging der Alte nach Hause. Dort traf er seine Enkelin an: sie brachte ihm ihr krankes Kind, damit er es heile, denn er war ein t’ôoie’éh, ein Schamane. »Grossvater! Heile deinen Urenkel, der Fieber hat! Spucke!« »Ja! Ich werde ihn sofort heilen!«

Und er begann, auf den kleinen Knaben zu spucken, ohne Unterlass, bis er ganz voll Spucke war. Die Mutter des Kindes rief: »Aber nein! Du musst auch blasen! Blase! Heile ihn besser!« »Ja, ja! Warum hast du mir das nicht früher gesagt? Du hast mich gebeten, auf meinen Urenkel zu spucken, aber nicht, auf ihn zu blasen. Also habe ich gespuckt!« Er gehorchte seiner Enkelin und begann, auf das Kind zu blasen und zu blasen, ohne Unterlass. Nach einer Weile unterbrach ihn die Frau und erinnerte ihn daran, dass er auch den Geist des Kranken suchen müsse. Der Grossvater stand sofort auf und begann mit der Suche, indem er die Gegenstände in allen Ecken und Winkeln des Hauses hochhob. »Aber nein, Grossvater! Setz dich hin! Blase! Und sing doch endlich!« »Warum sagst du mir das erst jetzt? Du bittest mich, meinen Urenkel zu suchen: also bin ich auf gestanden, um ihn zu suchen! « Er setzte sich also wieder und schickte nach den anderen Zauberern, damit sie ihm bei der Kur beistehen und ihm helfen, den Geist seines Urenkels zu finden. Sie versammelten sich alle in dem Haus. Der Alte sprach zu ihnen: »Unser Urenkel ist krank. Wir müssen also versuchen, die Ursache seiner Krankheit zu finden.« Als Haustier seines Geistes hatte der Alte eine Eselin. Die Geister der Schamanen machten sich auf die Reise. Der Alte kletterte auf seine Eselin und stimmte seinen Gesang an: »Kuvo’ uitaché! kuvo’uitaché! kuvo’uitaché!… E-selin ! E-selin ! E-selin ! … « Sie waren ziemlich lange unterwegs. Plötzlich blieb die Eselin mit einem Bein in weicher Erde stekken: hier gab es Kürbiskerne. Die Eselin blieb stehen. Der alte Schamane unterrichtete seine Gefährten: »Die Eselin ist stehengeblieben. Es muss hier irgend etwas geben!« Sie sahen aufmerksam nach und entdeckten eine grosse Menge gekochter Kürbisse: sie assen sie. Als sie fertig waren, erklärte der Alte »Gut! Jetzt können wir unsere Reise fortsetzen.« Sie zogen wieder los, immer im Rhythmus desselben Gesangs Kuvo’uitaché! kuvo’uitaché! kuvo’uitaché!… Eselin! E-selin ! E-selin ! … « Plötzlich zuckte das Ohr des Tieres »Tschuuuk«, sagte der Alte. In diesem Augenblick erinnerte er sich daran, dass sich ganz in der Nähe ein Bienenstock befand, den er einst wieder zugestopft hatte, damit von neuem die Bienen kämen und hier ihren Honig herstellten. Um es der Eselin zu ermöglichen, zu diesem Ort zu gelangen, schlugen die Schamanen einen Weg durch den Wald. Als sie zu dem Bienenstock kamen, stellten sie die Eselin mit dem Hinterteil gegen den Baum, und sie begann, mit ihrem Schwanz den Honig herauszuziehen. Der Alte sagte: »Leckt den Honig ab! Leckt den ganzen Honig ab, der in den Schwanzhaaren klebt! Wir werden noch mehr herausholen.« Das Tier wiederholte die Operation, und es kam noch viel Honig zum Vorschein: »Los, los!«, sagte der Alte. »Esst allen Honig, Männer mit der gleichen Nase! Wollt ihr noch mehr oder habt ihr genug?« Die anderen Schamanen hatten keinen Hunger mehr. »Sehr gut! Gehen wir also weiter! « Sie zogen wieder los und sangen: »E-selin! E-selin! Eselin! … « Sie wanderten eine Zeitlang. Plötzlich rief der Alte: »Tschuuuk ! Da vorne ist was! Was mag das wohl sein? Sicher ein ts’ich’é, ein böser Geist!« Sie näherten sich, und der Alte versicherte: »O! das ist ein sehr schnelles Wesen! Das können wir nicht erwischen!« Dabei war es nur eine Schildkröte. »Ich bleibe in der Mitte, um es zu fangen«, sagte er, »denn ich bin älter und erfahrener als ihr.« Er liess sie im Kreis antreten, und auf sein Zeichen hin griffen alle gemeinsam die Schildkröte an » E-selin! E-selin! E-selin! … « Doch das Tier machte nicht die geringste Bewegung, denn es war eine Schildkröte. Sie besiegten sie. Der Alte rief aus: »Wie hübsch! Was für eine schöne Zeichnung! Das soll mein Haustier sein!« Er nahm sie mit, und sie zogen wieder los und sangen: »E-selin! . . .« Doch bald, »Tschuuuk!«, blieben sie wieder stehen. »Die Eselin geht nicht mehr weiter! Da vorne ist was!« Sie sahen nach und entdeckten ein Stinktier: »Das soll unser Hund sein!«, beschloss der Alte. »Er ist sehr hübsch, es ist ein wilder Hund.« Sie bildeten einen Kreis um das Tier, und er selbst stellte sich in die Mitte und verkündete: »Ich bin älter und geschickter als ihr!« Und unter den Klängen von »E-selin! E-selin ! E-selin ! « schritten sie zum Angriff. Doch das Stinktier verschwand in seinem Bau. »Da ist es reingeschlüpft! Ich will versuchen, es rauszuholen!« Der alte Zauberer steckte seine Hand in die Öffnung, er beugte sich tief hinunter, und das Stinktier pisste ihm ins Gesicht.3 »Miaaa ! « brüllte er. Er wäre fast ohnmächtig geworden vor lauter Gestank. Die anderen Schamanen rannten davon und schrien: »Es stinkt! Es stinkt fürchterlich!« Sie setzten ihre Reise fort, alle im Chor singend, und bald bekamen sie Lust, zu rauchen. Das Ohr der Eselin zuckte, und das Tier blieb wieder einmal stehen. »Also gut! Jetzt wollen wir ein bisschen rauchen«, beschloss der Alte. Er trug sein Rauchgerät in einem kleinen Beutel; er suchte nach seiner Pfeife und seinem Tabak. »Ach! Ich dachte nicht, dass ich meine Pfeife vergessen hätte!« Er suchte sie überall, ohne etwas zu finden. »Bleibt hier sitzen!« befahl er den anderen. »Ich gehe ganz schnell meine Pfeife und meinen Tabak holen.« Und er zog los mit dem Lied auf den Lippen: »E-selin! E-selin! E-selin!… « Als das Lied zu Ende ging, war er schon wieder bei ihnen. »Da bin ich wieder!« »Also da bist du wieder? Dann können wir jetzt ein bisschen rauchen. Und sie begannen zu rauchen. Als sie gut geraucht hatten, machten sie sich wieder auf den Weg; immer noch sangen sie. Plötzlich zuckte das Ohr des Tieres, und der Alte alarmierte seine Gefährten: »Tschuuuk ! Es sieht so aus, als wäre da unten ein Tanz!« In der Tat hörte man Trommeln. Die Schamanen begaben sich zum Ort des Festsund begannen zu tanzen. Jeder von ihnen gesellte sich einem tanzenden Paar zu.

Sie tanzten eine Weile, verabredeten sich dann mit den Frauen zu einem kleinen Spaziergang. Sie verliessen den Tanzplatz, und alle Schamanen vögelten mit den Frauen. Auch ihr alter Häuptling kopulierte. Doch kaum war er fertig, fiel er in Ohnmacht, denn er war sehr alt. »Ach! Ach! Ach!« Er keuchte immer stärker, und auf dem Höhepunkt der Anstrengung baute er schliesslich ab. Nach einer Weile kam er wieder zu sich: »Äch! Ach! Ach!« stöhnte er, schon viel ruhiger. Er erholte sich langsam, rief seine Gefährten zusammen und fragte sie »Na? Habt ihr euch auch erleichtert?« »O ja! Jetzt sind wir frei. Wir können weggehen, und sehr viel leichter! « Singend zogen sie weiter. Nach einer Weile wurde der Weg sehr schmal. »Wir müssen diesen Pfad sauber machen, damit die Eselin sich keine Dornen in die Füsse jagt.« Es waren nur Kaktusse. Sie machten also sauber und gelangten zu der Stelle, wo der Weg wieder breiter wurde. Immer noch sangen sie: »E-selin ! E-selin ! E-selin ! …« Ein Ohrzucken des Tiers liess sie innehalten. »Da vorne ist was! Schauen wir nach, was es ist!« Sie gingen hin, und der alte Schamane bemerkte, dass es seine Hilfsgeister waren. Er hatte sie schon davon unterrichtet, was er suchte. Er trat näher, und sie verkündeten: »Es ist Faiho’ai, der Geist der Kohle, der die Seele deines Urenkels zurückhält. Er lässt sich auch von Op’etsukfai helfen, dem Geist des Kaktus. « »Ja! Ja! Genau! So ist es! Ich kenne sie sehr gut, diese Geister! « Es waren noch andere da, aber die kannte er nicht. Von seinen Hilfsgeistern informiert, wusste er nun, wo sein kleiner Urenkel steckte: in einer Scheune.4 Auf seiner Eselin hockend, ritt er singend zum angegebenen Ort. Doch dort hielten ihn die dornigen Zweige des Bauwerks gefangen. Er bekam es mit der Angst und rief die anderen Zauberer zu Hilfe. Doch als er sah, dass sie nicht reagierten, stiess er einen Schrei aus. Erst jetzt eilten seine Hilfsschamanen herbei, und so konnte er den Geist des Kranken holen. Er brachte ihn nach Hause und führte ihn wieder in den Körper des Kindes ein. Da stand seine Enkelin auf, nahm ihr geheiltes Kind und ging fort. Dieser alte Schamane hatte noch zwei andere Enkelinnen. Sie gingen sehr gerne die Früchte des schwarzen algarrobo sammeln. Am nächsten Tag bei Morgengrauen suchten sie ihn auf: »Ist unser Grossvater schon aufgestanden?« »O ja! Er ist schon lange wach!« »Gut! Gehen wir also!« Und er ging den schwarzen algarrobo suchen mit einer seiner Enkelinnen, die noch unverheiratet war. Er führte sie zu einer Stelle, wo viele Bäume wuchsen, und das junge Mädchen begann, die Früchte zu pflücken. Er selbst setzte sich hin, um zu rauchen. Doch schon bekam er langsam Lust, etwas mit seiner kleinen Enkelin anzustellen, denn die Sitzung vorn Vorabend mit den Frauen, die sie während der Reise getroffen hatten, hatte ihn sehr animiert. Er überlegte also, wie er seine Enkelin herumkriegen könnte.

Er las einen algarrobo-Dorn auf und steckte ihn sich in den Fuss. Dann tat er so, als würde er versuchen, ihn herauszuziehen. Er stöhnte: »Au! Au! Au! « »Oh! Mein armer Grossvater! Was ist dir passiert?« »Ein Unglück! Ich habe einen Dorn im Fuss! Und ich habe ganz das Gefühl, dass er mir ins Herz wandern wird!« Das junge Mädchen war gerührt und kam näher, und der Grossvater sagte zu ihr: »zieh deinen Gürtel aus, damit wir die Wunde abbinden können! Denn ich halte es nicht mehr aus!« Sie tat, wie er gesagt hatte, und der Grossvater veranlasste sie, sich zu setzen. »Zieh doch deinen Schurz ein wenig hoch, damit ich meinen Fuss auf deine Schenkel setzen kann! Au! Au! Aua! Aua!« Ein schreckliches Gestöhn! Er litt grosse Schmerzen »Lass mich meinen Fuss auf deine Schenkel setzen! Au! Au Au! Wie ich leide! Ich kann es nicht mehr aushalten! Mach deine Schenkel ein bisschen auseinander! Aua! Aua!« Und das mitleidige Mädchen gehorchte. Der Alte war ganz aufgeregt, denn sie war jetzt ganz nackt: »Hm! Was hat sie für schöne Beine, meine Enkelin! Kannst du meinen Fuss nicht ein bisschen höher legen, liebe Enkelin?« Da warf er sich auf sie und rief: »Ah, ah! Jetzt wollen wir deinen künftigen Gatten vergessen!« »Ach! Grossvater!« rief das junge Mädchen, das nicht wollte. »Ich bin nicht dein Grossvater!« »Grossvater, ich werde alles erzählen!« »Na, und! Ich werde auch alles erzählen!« Er warf sie zu Boden und steckte ihr seinen Penis rein. Und als er auf ihr lag, rief er: »Tsü ! Siehst du! Jetzt bist du dabei, von meinen Resten zu profitieren! Wirklich, den letzten!« Dann kehrten sie ins Dorf zurück. Sie erzählte nichts, weil sie sich so sehr schämte. Der alte Schamane hatte noch eine andere Enkelin, die auch noch nicht verheiratet war. Auch diese hätte er gerne vernascht. Er lud sie also ein, algarrobo-Früchte zu pflücken, und als sie an Ort und Stelle waren, spielte er dieselbe Komödie mit dem Dorn. Doch diesmal hatte er es eiliger, er zeigte seiner Enkelin den Dorn und warf sie ohne Umschweife auf die Erde und legte sich auf sie. Er begann, in sie einzudringen. Doch das junge Mädchen zuckte heftig zusammen, und der Penis des Alten fuhr in ein Grasbüschel; ein Halm stach ihn und verletzte ihn ein wenig: »Aua! Meine Enkelin hat mir in die Nase gestochen! «5 Abermals warf er sich auf sie. Sie kämpften auf dem Boden. Im geeigneten Moment nahm der Grossvater seinen Anlauf, verfehlte wiederum sein ziel, und sein Penis riss in seiner Wucht den ganzen Grasbüschel aus. Er begann zu bluten, beschmierte den Bauch seiner Enkelin mit Blut. Diese machte eine grosse Anstrengung, und es gelang ihr, sich unter ihrem Grossvater herauszuwinden. Sie packte ihn an den Haaren, schleifte ihn zu einem Kaktus und rieb sein Gesicht an den Stacheln. Er flehte: »Hab Mitleid mit deinem Grossvater!« »Ich will nichts wissen von meinem Grossvater!«

»Du wirst deinen Grossvater verlieren!« »Das ist mir Wurscht!« Und sie fuhr fort, seinen Kopf in den Kaktus zu stossen. Dann packte sie ihn wieder an den Haaren und schleifte ihn mitten in ein caraguata-Gestrüpp. Der Alte hielt einige Augenblicke stand, dann versuchte er aufzustehen. Doch sie hinderte ihn daran. Die Dornen des caraguata zerkratzten ihm den Bauch, die Hoden und den Penis: »Meine Hoden! Meine Hoden werden zerreissen!« klagte der Grossvater. Krr! Krr! machten die Dornen, als sie ihn zerkratzten. Schliesslich liess ihn das Mädchen auf dem caraguata-Haufen liegen. Der Alte hatte schon einen ganz geschwollenen Kopf von all den Dornen, die in ihn gedrungen waren. Das junge Mädchen hob seinen Beutel auf, ging nach Hause und erzählte ihrer Grossmutter, was ihr Grossvater ihr hatte antun wollen. Dieser konnte fast nichts mehr sehen vor lauter Dornen, die ihm in die Augen stachen, und er schleppte sich stolpernd nach Hause. Dort zog seine Frau ihren Schurz aus und schlug ihm damit ins Gesicht: » Fass doch mal an, was ich hier habe!« schrie sie. Und sie packte seine Hand und führte sie an ihren blasu, ihre Vagina.Wütend schrie sie: »Ja! Du liebst die Sachen der anderen! Aber was dir gehört, willst du nicht!« »Deinen blasu will ich nicht! Er ist zu alt! Alte Sachen mag keiner mehr benutzen!«

Tradition is only as alive as those that make it new

15. Juni 2017 by

Dilettantismus vs Kognitive Dissonanz

15. Juni 2017 by

tun, was man nicht weiss wie 
und 
nicht wissen, was tun..
.. das klingt doch als ob die sich grad in der mitte treffen könnten


oder
von der präsenz als befreiung:

aufmerksamkeit ist eine waffe, ich kann sie auch abgeben.

Die Kognitive Dissonanz greift um sich, sie ist das neue Schreckgespenst. Damit werden Wahlen gewonnen, sie heisst auch Schock-Doktrin. Dabei hat sie eine ganz einfache Schwäche; Sie ist unser fragendes Suchen und wenn ich mich nur entscheide, kann ich weiterkommen, weiter als zuvor. Denn gegen kognitive Dissonanz lässt sich impfen, mit ihr selbst. Sehet selbst wie sie sich kleidet. Bitte beachtet die Markenzeichen der internationalen Anarchie, des Kommunismus und des Beamtentums oben rechts im Bildschirmfoto:


Nun kann ich euch mit Nonsens und Dreinreden nerven bis ihr &otzt. Ihr wisst dann zwar nicht, was euch geschieht aber das nützt dann auch nichts mehr. Harhar.
Es ist die neue Version von „Divide and Rule“, nur diesmal in Dir selbst. Wusstest Du jemals nicht, ob Du nun das rote, das grüne, das gelbe oder das blaue Fanta möchtest. Oder doch Cola? Ja Cola ist braun, das hatten wirk noch nicht. Bittesehr, nett Dich kennenzulernen, mein Name ist Verwirrung und Blockade mein Programm. Wir können uns nun den gängigen Redneck als besoffenes, fleischgewordenes Ärgernis vorstellen.

  • Sie møchte ihre Ruhe aber bitte mit Unterhaltung.
  • Er mag Fremdes nicht, nur Neues wenn es ihm bekannt vorkommt.
  • Es mag laute Musik, hört also AC/DC beim Kochen, in Zimmerlautstärke damit das Brutzeln in der Pfanne noch zu hòren ist.

Das gilt auch für Anarchisten, nur sind die zusætzlich bekifft.

Aa Bb Ee Rr

Wusstest Du jemals nicht weiter? Hast Du mal einen Bohrer gehalten, alle Knöpfe gedrúckt, dich verkrampft – und nichts passierte? Nichts, kein Mux, kein Rrrrrrrrr, nicht Bzt. Ah, der Strom ist – Aaaaaaaargh!

Es ist ganz einfach: Kognitive Dissonanz wirkt nur auf Gehorsame. Automatisch handeln gemäss dem letzten Impuls, der mir grad ins Hirn gepflanzt wurde, darauf ist sie angewiesen, die Dissonanz, damit sie wirken kann. Ihr surrendes Gummiseil aufspannen kann zwishen dem was ich Denke, was ich Glaube, was ich weiss, was ich grad äh, glaubs, fühle, was ich hätte gerne ein Glacé. Himbeer. Siehst Du, liest hier brav den Worten entlang und Päng folgt die Harke, hättest Du doch auf die Füsse geschaut. Wie denn, beim Lesen. Kognitive Dissonanz ist perfid und ganz normal. Sie entspringt unserem natürlichen Schutzmechanismus, das Kleinhirn quäkt „Achtung, dieses Grün ist nicht ganz grün und es bewegt sich in die andere Richtung“ und schon sind wir selber ein Baum und die Python rutscht vorüber ohne uns eines Blickes zu würgen. Doch, mit allen Instinkten lässt sich spielen.

Dilettantismus? Dilettantismus?! WTF wie kann etwas das keinen Sinn macht, gefährlich sein? Was hat die Dissonanz gelacht. Ja lach Du nur Du Pascha, siehst mich zucken und denkst Du hast mich manipuliert nur weil Du meine Knöpfe drücken kannst wie Pickel. Pfah, da bist Du zu früh aufgestanden.

Ich bin nämlich noch ganz kindisch. Brr, jetzt frierts Dich. Jaaa, Du siehst was ich meine. Frúher WAR ICH SELBST DISSONANZ, die ganze Kognition bestand aus ihr. Geräusche, Gerüche, Gefühle und so viel Licht. Bis ich das halbwegs einordnen konnte musste und durfte ich was Trinken. Dann kam mein grosser Moment, ich traf Entscheide, wurde Erwachsen. Vertrieb die Zweifel, hob die Welt aus den Angeln. Bis sie mir auf die Füsse plumpste um zu sagen:

1. Es gibt nur eine Regel.

2. Nämlich dass es keine Regeln gibt.

Voila, instant kognitive Dissonanz, denn beides ist wahr und so falsch. An dem Punkt gehen die einen Schlafen. Die anderen packen die Laterne aus. Ich schwöre bei all meinen ungenutzten Talenten, das einzige was ich kann ist keine Ahnung haben. Weil immer wenn ich glaube, dass… werde ich von den Fuckten eines Besseren belehrt. Realitätszwænge. Pancho-Villa-Syndrom. Der Nihilismus klopft an der Tür und wird verzweifelt und mit grimmiger Freude eingelassen. Er stürzt sich sofort auf das letzte Bisschen Verstand, worauf dieses vor Schreck gleich verschwand und noch nie da war.

Ja, es ist morgens um halb 6 und ich weiss nicht ob ich schon fantasiere. Obwohl, ich weiss es ganz genau. Die Kognition und die Dissonanz bilden ein Janusgesicht, auf der einen Seite Verwirrung, auf der anderen das Staunen.

Denn

Kognitive Dissonanz meint die Reihenfolge, Verstehen -> Zweifeln. Wer also die Realität stôrt, der bringt die Wahrnehmung und damit das Handeln ins Wanken.

Staunen meint die Reihenfolge Zweifeln -> Verstehen.

So einfach ist das.

Wie Einstein schon sagte: „If a cluttered desk is a sign of a cluttered mind, of what, then, is an empty desk a sign?“

Wer also Handelt, aber dafür eine Anleitung braucht, der ist der Verwirrung schutzlos ausgesetzt und sie wird ihn schon finden. Wer aber handelt, aus eigenem Antrieb, wer Schaffensdrang hat, wer ihm nachgeht, wer den Impuls hat und sich überlegt -ah, fck- wer den Pinsel zur Hand nimmt und ihn an die Wand wirft, dem schaut plötzlich das Glück im Zufall  entgegen.. …Du findest es nie heraus, wenn Du es nicht probierst.

Wer weiss, dass sie atmet, wer den Wind spürt, wer Einfach*Raus=geht, wer sich auf den Weg zu sich selbst begibt, wird feststellen, dass alles schon da war. Nur irgendwie komplett in den Kopf gerutscht. Handeln ist aber nicht dort oben geboren, nur Irrsinn und Systeme, fixe Ideen, weltbewegende Erkenntnisse die man gleich allen aufdrængen muss. Mein Atem ist nicht meine Gedanken, denn kein Gedanke kann ihn stoppen.

Versuch mal, bewusst zu Atmen und die Dissonanz wird zur Kognition, beim Versuch, das auszuhalten.

Aus dem Lebendigen transkribiert vom Weisen Tan Zen.

FCC – Feeling, Communication, Consensus

13. Juni 2017 by

Fühlen – Um zu Sein, braucht es Gefühle. Wer sich spürt, weiss wie es ihr geht. Zusammen mit Präsenz, der Manifestation des für die Persönlichkeit notwendigen Gefühls von Ort und Zeit, entwickeln sich von selbst Ideen, wo die nächsten Schritte hin führen könnten.

Kommunikation – Zusammen Reden, was gibt es schöneres? Sich mit der Anderen austauschen. Reflektieren. Perspektiven wechseln, Neues lernen. Für jede Gemein- und Gesellschaft essentiell ist eine Gesprächs- und Streitkultur. Dazu gehört auch die mündliche und schriftliche Überlieferung, welche altes Wissen neuen Generationen zur Verfügung stellt. Kunst kann ergänzen, wo Worte fehlen.

Konsens – Gesucht und gefürchtet, ein seltenes Tier mit vielen Beinen und fähig, ganz gegensätzliche Meinungen zusammenzubringen. Eine Konsens zu finden bedeutet, heftige Diskussionen zu führen, bis sich aus den verschiedenen Interessen eine Affinität zwischen ihnen entwickelt, echte gemeinsame Ziele spürbar werden. Dann geht der Lärm von vorne los, betreffend der Strategie, diese Ziele zu erreichen.

Konsensbasierte Entscheide sind nachhaltiger, da gründlicher durchleuchtet und breiter getragen. Bis dahin und auch als Motivationsspritze für Noch-Nicht-Konsensbereite, darf jede Tun, was Anderen nicht passt. Im Namen der Freiheit, die zu verschenken der Konsens erwartet. Konsens lebt dort, wo wir uns nicht einig sind, dies uns aber nicht davon abhält, an einem Strick zu ziehen, manchmal an vielen verschiedenen Enden falls nötig. Konsens kann lähmen, Individualismus eindæmmen. Konsens in seiner unreflektiertesten Form heisst Kultur. Der Konsens hat auch ein böses alter Ego namens Stagnation.

Der natürliche Feind des Konsens ist der faule Kompromiss, der heiteren Diskussion leise den Strick um den Hals legend.

Dialog ist eine Form von Austausch zwischen Gleichwertigen und stellt immer auch die Frage nach der Anatomie der Macht.

Auszüge aus: Die industrielle Gesellschaft und ihre Zukunft. Theodore Kaczynski.

12. Juni 2017 by

Über die „Linken“

..Ein Linker ist normalerweise nicht die Art von Person, deren Unterlegenheitsgefühle sie zu einem Angeber, einem Egoisten, einem Schläger, einem Streber oder einem rücksichtslosen Ellenbogenmenschen machen. Derartige Personen haben noch nicht ganz den Glauben an sich verloren. Sie spüren ein Defizit an ihrer persönlichen Macht und an ihrem Selbstwert, doch sie können sich noch als mit der Fähigkeit ausgestattet wahrnehmen, stark zu sein, und ihre Anstrengungen, sich stark zu machen, erzeugen ihr unerfreuliches Verhalten. Doch ein Linker ist über diesen Punkt schon weit hinaus. Seine Unterlegenheitsgefühle sind so sehr Teil seiner Persönlichkeit, dass er sich selbst nicht als individuell stark und wertvoll begreifen kann. Daher der Kollektivismus der Linken. Er kann sich nur als Mitglied einer großen Organisation oder Massenbewegung, mit der er sich identifiziert, stark fühlen.

..Der Linke des übersozialisierten Typus versucht von seiner psychologischen Leine loszukommen, indem er rebelliert. Doch für gewöhnlich ist er nicht stark genug, um gegen die wirklich grundlegenden Werte der Gesellschaft zu rebellieren. Allgemein gesprochen stehen die Ziele der heutigen Linken nicht in Konflikt mit der geltenden Moral. Im Gegenteil: Der Linke nimmt ein geltendes moralisches Prinzip, nimmt es als eigenes an, und klagt dann den Rest der Gesellschaft an, dass sie dieses Prinzip verletzt. Beispiele wären die Gleichberechtigung der Rassen und Geschlechter, Hilfe für Arme, Friede statt Krieg, Gewaltlosigkeit allgemein, Meinungsfreiheit, freundlicher Umgang mit Tieren. Auf einer grundlegenderen Ebene die Pflicht des Individuums, der Gesellschaft zu dienen und die Pflicht der Gesellschaft, für das Individuum zu sorgen. Alles dies sind seit langem tief verwurzelte Werte unserer Gesellschaft (oder zumindest ihrer mittleren und oberen Schichten gewesen.)

…Ein Linker ist auf einen weit gehenden Kollektivismus hin orientiert. Er betont die Pflicht des Individuums, der Gesellschaft zu dienen, und die Pflicht der Gesellschaft, für das Individuum zu sorgen. Er hat eine negative Einstellung zum Individualismus. Er schlägt häufig einen moralistischen Ton an. Er ist oft für die Beschränkung des Waffenbesitzes, für Sexualerziehung und andere psychologisch „aufklärerische“ Erziehungsmethoden, für Planung, für Quotenregelungen, für Multikultur. Er neigt dazu, sich mit Opfern zu identifizieren. Er tendiert dazu, gegen Wettbewerb und gegen Gewalt zu sein, aber er findet oft Entschuldigungen für diejenigen Linken, die Gewaltakte verüben. Er benutzt gern die bekannten Schlagwörter der Linken wie „Rassismus“, „Sexismus“, „Homophobie“, „Kapitalismus“, „Imperialismus“, „Neokolonialismus“, „Völkermord“, „gesellschaftlicher Wandel“, „soziale Gerechtigkeit“, „soziale Verantwortung“. Vielleicht das beste diagnostische Merkmal eines Linken ist seine Neigung, mit den folgenden Bewegungen zu sympathisieren: Feminismus, Schwulenbewegung, Minderheitenbewegungen, Behindertenbewegungen, Tierrechtsbewegungen, „political correctness“. Jemand, der starke Sympathien für alle diese Bewegungen empfindet, ist beinahe sicher ein Linker.

 

Fick dich und deine Fahne.

12. Juni 2017 by

Mit gesunkenem Kopf und gelähmten Geist marschieren die, die nur im Aufgehen in einer anonymen Masse ihre eigene Stärke erkennen. Was für ein Theater, was für ein Karneval, für jeden Geschmack ist ein Diskurs dabei, für jeden gibt es einen Platz im Schatten der Fahnen. Denn genau dort wo gesellschaftliche Probleme auf Parolen reduziert werden, werden Mitläufer geboren und dressiert. Die so ersehnte Revolution braucht anscheinend neue disziplinierte Anhänger, die den vorgeschriebenen Kampf konsumieren. Der Widerstand sucht Bestätigung und keinen Widerspruch, der Widerstand ist gefangen in seinen eigenen Strukturen und ist seit langem zu einer Ware mutiert. Genau wie sonst im grauen Alltag, gilt es sich für einen Weg, für einen Handelsgut zu entscheiden. Solange wir uns mit diesen passiven Rollen begnügen, werden wir ununterbrochen die gleichen Fehler begehen und somit bleibt jegliche politische Aktivität nichts weiter als ein Propagandaritual. Je moderner die Welt wird, desto mehr wird das soziale Leben der Städte ausradiert und desto mehr suchen die Menschen diese Wiederholungsstrukturen, vielleicht um wenigstens einen kleinen Moment aus der Isolation auszubrechen? Ich weiß es nicht, doch umso beängstigender ist es, wenn überall neue professionelle Gutmenschen und Aktivisten die Straßen und besetzten Häuser belagern. Alle übernehmen die Rolle die von ihnen als Dissidenten erwartet wird. Im Schauspiel der Gesellschaft, führt die Selbstdarstellung Regie.

Heute ist freier Eintritt, viel Spaß!

Was machst Du online?

10. Juni 2017 by

Ach, nichts spezielles. So Seiten ansurfen. Neues Lernen. Bits und Bites verarbeiten…

Food for Thought: T.A.T. Teilen, Abwerten, Töten

Da kommt mir so der Gedanke, was mich an den Linken immer so stört: Trotz aller offen zur Schau gestellten Abscheu gegenüber einem ignoranten System, das gewiss nicht die Beste aller möglichen Welten darstellt, sind wir immer bei allen Ideen zuerst mit Labels zur Hand wenn die Diskussion anfängt.


„Das ist Marxismus!“

 „Das sagte Debord auch schon!“ 

„So ein Theater…“

Und dann wird brav für den Rest des Abendlands hitzig über die richtige Einordnung statt über Inhalte gestritten…

So ein Theater. Der Regisseur grinst 😉

Anarchistische Landesausstellung

31. Mai 2017 by

Es war einmal, zu einer Zeit als die Wahrheit nur noch in Bildschirmen zu finden war, ein kleines Kind in mir, das stellte folgende Frage:

Aber Mama, was können wir nun tun??

Papa hob zu einer langen Rede an, Mama lachte nur und er verstummte.

Wir haben das Machen verloren, gerade entzünden wir Feuer um es zu rufen.

Ah, murmelte ich und drehte mich um, um weiter zu Schlafen. Im Traumland, da hab ich immer die besten Ideen, so beim Herumfliegen fallen sie mir ein. Träume ich jetzt, dass ich wach bin? Was kann ich heute davon tun?


Wölfe pflegen ein kooperatives Jagdverhalten: Obwohl im Rudel streng hierarchisch organisiert, spielt bei der Jagd die soziale Stellung keine Rolle. Situativ koordiniert, zählt nur der Fall der Beute. Opportunistische Anarchisten.

Anarchistische LandesAusstellung ohne Grenzen

  • Die AA ist eine weltweite permanente Installation selbstverwalteten Tuns. 
  • Die AA hat keinen Zweck ausser die aktive Vernetzung und Verbreitung Anarchistischer Aktion. 
  • Die AA kennt keine Grenzen.

Die Welt ist Leiden. Ich will nicht Ruhen, bis wir Alle davon befreit sind! RealBuddhism since 500vChr

Die AA konstituiert sich selber und verschreibt sich der Agitation und Propaganda. Das AA ist omnipräsent. Es generiert sich fortlaufend durch unsere Einzelschritte. Der AA ewiges Wirken ist die anarchistische Gemeinschaft. Das Monster, das nie schläft, schläft deshalb nie. Weil die Mehrheit der Menschen nicht wählen geht oder darf, lebt das grosse Volk in Passiv-Anarchie. Computer Says No.

Die Freiheit beginnt vor meiner Tür.

Unreasonable Wars

30. Mai 2017 by

If

the reasonable man adjusts to the world,

calls others un-reasonable for bending the world to their wills, all progress becomes

a battle between unreasonable men.
~shaw

Kurzfilm: Lenin in Zürich – zu den Aprilthesen

30. Mai 2017 by

(den nachfolgenden Film haben wir für unsere Sowjetischen Ostern dieses Jahr gedreht, viel Spass. Der nachfolgende Text soll nochmals einige Gedanken, die wir dabei hatten, ausbreiten)

Die Russische Revolution – der Paukenschlag des Konzertes namens 20. Jahrhundert, nachdem der 1. Weltkrieg düstere Einstimmung gegeben hatte. Der kleine proletarische Bruder der französischen Revolution. Für die einen bloss die Spielwiese, auf der der kleine Joseph sich tummelte, ehe er zum stählernen Stalin wurde, für andere der Beweis dafür, dass der Kommunismus „eh nicht funktioniert“. Eine Haltung, verbreitet unter Chefen und solchen, die es gerne wären.
Weder reduziert sich die Russische Revolution auf eine Art Vorspiel für die stalinistische Diktatur noch handelt es sich um die Bestätigung, dass die Prolls am Ende unfähig sind, sich selbst zu regieren, und deswegen einen Monarchen, einen Führer, einen Parteivorsitzenden, einen Kanzler oder Präsidenten nötig haben.
Ansonsten müsste man die Französische Revolution ebenso runter brechen: bloss ein Auftakt für Napoleon, Diktator und Kriegstreiber. Ist schief gelaufen, dieser Sturm auf die Bastille. Also langfristig. Zeigt, dass liberale Werte und das Verlangen nach demokratischer Beteiligung zum Scheitern verurteilt sind. Abgehakt. Müssen wir uns nicht damit beschäftigen.
Nein, die Russische Revolution von 1917 ist bei weitem komplizierter. Gleichzeitig funktioniert sie als unterbewusster Bezugspunkt für alle Revolten, Putschs und Revolutionen des 20. und bis ins 21. Jahrhundert; denn fast jede Revolution, jeder Staatsstreich hat sich an ihr orientiert; sie ist das Vorbild und das Modell, ihr Ablauf das Muster, nachdem es zu verfahren gälte.

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