basler art center

25. Mai 2017 by

Ein Pamphlet für den Beton

22. Mai 2017 by

Wir leben in einer Stadt namens Zürich. Diese Stadt galoppiert einer goldenen Zukunft entgegen. Als Zugpferd Europas glänzt Sie am Fusse des Albis. Aber die wirtschaftlichen Entwicklungen in nahezu allen Bereichen stellt die Stadtplaner vor grosse Fragen. Wie viele Menschen können in dieser Stadt leben und arbeiten? Wie leben sie und in welcher Umgebung? Man ist sich eigentlich einig, dass eine Umwelt geschaffen werden muss in der die Produktivität steigt. Kurze Wege zur Arbeitsstelle, gute Einkaufsmöglichkeiten, eine Kneipe an der Ecke.

Wir versuchen in diesem Pamphlet eine Neue Stadt zu zeichnen, weil wir mit der Politik, die im Zusammenhang mit der Aufwertung praktiziert wird, nicht einverstanden sind. Wir denken, dass die Stadt in ihrer Gentrifizierungspolitik eher einen beschönigenden als einen praktischen Weg eingeschlagen hat.

Die Stadt ist der stärkste Knotenpunkt eines Landes und wer in ihr, heute, etwas anderes als eine pragmatische, funktionale, wirtschaftsorientierte Wohn- und Arbeitsstätte sieht, der verleugnet alle Zeichen unserer Zeit. Flächen werden begrünt, Spielplätze und Tummelstätten für Freizeitaktivitäten gebaut, schönes, luxuriöses Wohnen propagiert. Es wird versucht die Illusion einer Gemeinschaft zu kreieren, die sich selbst verwirklicht und sich den Pflichten einer Stadtbevölkerung zu entziehen versucht. Mitten in der stetig steigenden Produktivität versucht die Stadt diese Illusion greifbar zu machen. Sehr schön ist diese Problematik in verschiedensten Projekten, die die Stadt jüngst verwirklicht hat zu beobachten. So wurden z.B. in der neuen Kunstfabrik Toni-Areal mehrheitlich luxuriöse Lofts gebaut anstelle von praktischen Arbeiterwohnungen. Der Strassenstrich, ein Mikrokosmos zwischen Illegalität und Tradition wurde zum sterilen Drive-In Kontroll-Strich mit städtischem Gütesiegel. Da wurde ein florierender Zeig der hiesigen Wirtschaft, aus kosmetischen Gründen, verschmälert und an den vermeintlichen Rand der Stadt verlegt. Die Sexboxen sind farbig und hip und durch den neuen Anstrich erscheinen sie human und nett. Dieser Ansatz wirkt, der realen Situation, in der sich die arbeitende Masse befindet und bereit sein muss Opfer zu bringen, entgegen Es braucht keine vermeintlich soziale Projekte in denen man einigen wenigen ihre Selbstverwirklichung ermöglicht und andere nicht ihre volle Arbeitskraft ausschöpfen lässt. Die Stadt muss dichter werden, enger bebaut, kein Platz für D.I.Y Shops mit veganen Sandwiches à la Berlin oder sonst wo, den diese Trends sind höchst vergänglich und haben keine Substanz. Diese Praxis zerstört die wirtschaftliche Moral und begünstigt das Faulenzerleben und die Arbeitsscheu. Auch ein gutes Beispiel für dieses Handeln, ist der Umgang mit den diversen Hausbesetzungen die es immer wieder in der Stadt Zürich zu beobachten gibt. Da gibt es diese undefinierte Masse sogenannter Autonomer, Hippies, alt 68er und jungen Utopisten, die immer wieder versuchen sich „Freiräume“ in der Stadt anzueignen. Diese Menschen scheinen sich der Zeit in der sie Leben, nicht bewusst zu sein, denn ein solches Verhalten duldet null Toleranz. Freiräume sollen heute und auch in Zukunft in einer kleinen Stadt wie Zürich, die auf ihr ökonomisches Wachstum achten muss, keinen Platz mehr finden. Wieso nicht an all diesen Orten einfache Betonunterkünfte bauen in denen Menschen, deren tägliche Arbeit dringend gebraucht wird untergebracht werden können.

So stellen wir uns gegen die heuchlerische Gentrifizierungspraxis mit ihren Ideen von Gemeinschaft, Kreativität und urbanem Wohnen. Wir positionieren uns auf der Seite der Realität. Die Realität, das heisst sich mit den komplexen Mechanismen des Kapitals und seiner Akkumulation zu identifizieren und in Ihnen zu Leben. Wenn man die Zeit in der wir leben begreift, ist völlig offensichtlich, dass wir die Stadtplanung neu denken müssen.

Wir leben in einem System das den Menschen braucht wie das Feuer Holz. Wenn wir eine Stadt wollen die auch in Zukunft dem wirtschaftlichen Ansprüchen gerecht wird, muss eine Situation geschaffen werden in der die Stadt ihre Ressourcen (den Menschen) optimal ausnutzt. In dieser Ausnützungsziffer sehen wir Heute grosse Defizite. Es muss radikal umgesattelt werden. Wer sich in dieser Situation erkennt braucht nicht viel Intellekt zu besitzen um zu sehen, dass es wenig Sinn macht, wen man den Menschen möglichst frei und platzverschwendend zu lagern versucht. Wir wollen einen klaren Sachverhalt schaffen. Das ganze Gefasel von Ästhetik und Wohnkonzepten ist doch nur ein Versuch die starre Logik des Marktes zu verschleiern. Was eignet sich denn besser als Beton? Die Stadt so zu bauen, dass die Menschen auf kleinstem Raum in hoher Dichte angesiedelt werden. Grosse Einkaufszentren könnten anstelle der tausend kleinen Spezialisten entstehen. Mehr Sicherheit dank einer klaren überschaubaren Architektur, kurze Bauzeiten, weniger lange Planungsphasen, der Unterhaltungsapparat würde drastisch verschmälert werden. Auch das Konzept der Altstadt muss neu gedacht werden. Macht es wirklich Sinn diese verwinkelten Mittelalterlichen Strukturen weiter zu pflegen. Ist es doch einem älteren, noch arbeitsfähigen Menschen viel schwerer über steiles Kopfsteinpflaster zu gehen als über eine neue Teerstrasse. Lasst uns die Grünflächen überbauen. Tausende Wohnungen, Parkplätze, etc. könnten entstehen, wo jetzt potentielle Produktionskräfte auf Wiesen liegen, spielen und dem Leben frönen.

Wir wollen aber auf keinen Fall vergessen das wir auch auf den Besitzenden Teil der Gesellschaft angewiesen sind, welcher Arbeitsplätze schafft und das dieser Teil lieber etwas luxuriös und ruhig wohnt, ist natürlich verständlich. Diese Tatsache wollen auch wir auf keinen Fall untergraben eher gilt es klarere Trennlinien zu ziehen.Die Arbeitenden müssen nicht wissen wie die reicheren wohnen auch ein sozialer Austausch zwischen diesen Gruppen ist nicht nötig und führt nur zu gegenseitiger Kränkung und Verelendung. Wir sind bestrebt und voller Enthusiasmus für dieses neue Zürich, das Zürich der Zukunft zu kämpfen. Der Finanzplatz Zürich muss erhalten werden und dies soll im Interesse aller seiner Bewohner sein. Dieses Pamphlet für den Beton, dieser Entwurf soll als Modell für viele andere Städte gelten, die den Weg in die wirtschaftliche Zukunft genauso konsequent beschreiten wollen, wie wir.

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Ben Morea hinter der Schwarzen Maske

14. Mai 2017 by

Übersetzung von http://anarchistnews.org/content/ben-morea-behind-black-mask Kommentare nicht enthalten im Original, Kontext hinzugefügt.

Bild von Menschen in Sturmhauben im Schnee, ein Demonstrationsumzug. Jemand hält einen überdimensionierten Totenkopf auf einer Stange. Zuvorderst hält jemand ein Schild hoch mit der Aufschrift

Kontext: Das Wort „Die Firma“ ist die Übersetzung von engl. ‚The Company‘, die Kompanie. Die Wurzeln des Kapitalismus sind kriegerisch, Heere wurden bezahlt durch Plünderung und in deren Planung und wurde vorinvestiert. Truppen als Startups. Eine Kompanie war also immer auch ein wirtschaftliches Konstrukt mit Investoren, Renditedenken und einer den Kriegstrupp begleitenden Gesellschaft, welche den Nachschub sicherstellte und an den Erfolgen, sprich Raubzügen partizipierte.

Sehr wahrscheinlich hast Du noch nie von Ben Morea gehört. Das hat einen guten Grund. Er wollte das nicht anders. Ich habe Ben Morea und Black Mask Schwarze Maske (später Up Against the Wall Motherfucker Ab gegen die Wand, Mutterficker ) per Zufall entdeckt während des Studiums für meine Dissertation. Das Thema meiner Arbeit war, wie die Sprache der 60er Gegenkultur (sei sie gesprochen, visuell, musikalisch oder poetisch) kontrastierte mit und direkt opponierte der [Sprache] der dominanten technokratischen Kultur.

Diese überzeugende, fast literarische Beschreibung ist das erste, was ich je über Ben Morea las:

‚Er war langhaarig und bärtig wie zahllose Hippies aber statt sich mit Blumen und Perlen zu schmücken, wamste er sich in Lederjacke, trug ein Klappmesser und bot Manifestos voll kryptischer Poesie und wütendem Agitprop an.‘

Bevor ich auf die Schwarze Maske stiess, war ich komplett fokussiert auf die Opposition der Westküste, LSD-getriebene „Flower Power“ „machinetranslationerror / „Freie Liebe“.

Für mich liessen Morea und sein profund analytisches Kollektiv anarchistischer Aktivisten Typen wie Allen Ginsberg, Timothy Leary und Ken Kesey (vielleicht unfairerweise) wie kindische Comicsfiguren wirken. Der Schwarzen Maske (und Morea’s) Herausforderung der dominanten kulturellen Sprache stellte zu dieser Zeit eine direktere, aggressive aber gleichzeitig vermutlich gefühlvollere Opposition dar, als deren Westküsten-Zeitgenossen.

Sie waren sicherlich militanter als die Hippies (Morea schliesslich des Versuchten Mords angeklagt). Ihr erklärtes Ziel war „nichts weniger als die Zerstörung dieser Kultur“, behauptend „Wir haben eine Kunst welche ein Ersatz für Leben ist, [und] eine Kultur die als Ausrede der tiefen Armut des Lebens wirkt“.
Sie glaubten, die Suche der Hippies nach dem ewigen Rausch [sei] nichts mehr als „das Samtfutter des eisernen imperialistischen Handschuhs“. [Die Hippies] verbrächten zu viel Zeit damit, berauscht zu werden und nicht genug Zeit damit, die herrschende Machtstruktur zu bekämpfen. Die Schwarze Maske bezeichnete die Hippies als die „Neue Machtstruktur“.

Hier eine Beschreibung der Schwarzen Maske in ihren eigenen Worten, aus Schwarze Maske & Ab gegen die Wand Mutterficker:

„Gegründet in den Mitt-60ern, verschmolz die Gruppe Schwarze Maske die Ideen und Inspiration von Dada mit dem Anarchismus der Spanischen Revolution, und dieser Band zeigt, wie sie die Kunst, Politik, und Kultur der Dekade stark beeinflussten, als sie kurz das Museum der Modernen Kunst ausser Betrieb nahmen, das Banken-Börsenkonglomerat protestierten, an Konferenzen der Studenten für eine Demokratische Gesellschaft kämpften, und Schiessen auf Andy Warhol verteidigten. Diese Geschichtschreibung detailliert, wie sich die Schwarze Maske 1968 reorganisierte als Ab gegen die Wand, Mutterficker, welche das konfrontatorische Theater und Taktiken der Schwarzen Maske mit einem viel aggressiveren Ansatz im Umgang mit der Polizei und Autoritäten kombinierte.“

(The Incomplete Works of Ron Hahne, Ben Morea, and the Black Mask Group)

Es war via den Publizisten des eben genannten Buches, dass es mir gelang, mit Morea in Kontakt zu kommen. Da viele Vergleiche gemacht werden zwischen dem politischen Klima der 60er und dessen vonHeuteTM, war das Ziel dieses Interviews nicht, die Vergangenheit einzuordnen, sondern Einsichten darein zu erhalten, wie jemand, der sehr stark im 60er Aktivismus involviert war, die kontemporäre Situation sieht.

(M) Was hast Du gemacht, seit dem Ende der 60er?

(BM) Ich blieb 38 Jahre isoliert, nur in den letzten 8 Jahren oder so erreichbar. Ich hatte NYC und den Aktivismus ’69 verlassen (zuvor [war ich] in der Lower-East-Side und aktiv von ’59-’69). Zuerst ging ich ’70 in die Berge und verblieb 5 Jahre in der Wildnis, zu Pferde. Dann selbstversorgt und bauernd für die nächsten 10. Ich folgte meiner Frau ins Handwerkliche und zog in die Stadt. Fing wieder an zu Malen in den späten 80ern.

Die ganze Zeit im Westen blieb ich in der Kultur der Ureinwohner, war ein Teil von ihr. Hatte sie als meine Eigene [Kultur] adoptiert. Dies ersetzte politischen Aktivismus mit einem lebenden Modell, dies gab mir schliesslich eine zusätzliche (lebende) Aufgabe, gegenüber mechanistischer Politik. Ich bin überzeugt dass die Überwerfung von Kapitalismus und Regierung nicht genug ist, eher ist eine komplette Auslöschung von Materialismus gefordert, beide Kapitalismus und Marxismus. Leben muss Konsum ersetzen.

Warum zeigst Du nicht gern dein Gesicht? Ich habe Dich in einem anderen Interview erwähnen hören, dass Du denkst es würde deine Botschaft untergraben. Hättest Du aber eine öffentlichere Rolle gespielt, wäre deine Botschaft vielleicht weiterreichend gehört/verbreitet worden.

Erstens, offensichtlich war das Letzte was ich in meinen Aktivistenzeiten wollte, eine klare Zurodnung meines Aussehens. Zweitens, ein visuelles Ziel zu kreieren ist nie vorteilhaft. Das System braucht Symbole um sie anzugreifen. Dann gibt es noch mein Unwohlsein betreffend „Personenkult“. Einige indigene Menschen fühlten, das Einfangen des Aussehens sei analog dem Einfangen des „Geistes“, was ich teile. Dann gibt es noch die echte Gefahr, dass ein Gesicht eine Botschaft ersetzt.

Was hältst Du also von der „Selfie“-Kultur?

Das „Selfie“ ist die ultimative Selbstgefälligkeit. Eine klare Indikation, wie tief das Problem reicht. Fünfzehn Minuten Berühmtheit werden zur Lebenszeit der Selbsttäuschung. Wir können nur auf ihren Niedergang hinarbeiten, aber es wird ein langer und schwerer Weg. Du kannst in seiner Absurdität das extreme Wachstum dieser Faszination am Bild statt der Essenz erkennen.

Wie war dein Verhältnis zu den Schwarzen Panthern? Und was sind deine Gedanken zu den Panthern in Bezug auf die aktuellen Rassenthemen in Amerika.

Ich hatte (und die Schwarze Maske hatte) eine persönliche Beziehung mit dem Kampf der Schwarzen und speziell den Panthern. Obwohl ich ein eingeschworener Anarchist war und die Panther eine autoritäre (manche sogar eine maoistische) Neigung hatten, empfand ich den Kampf der Schwarzen als unumgänglich und wir hätten unsere Differenzen auch noch später bereinigen können. Die Morde durch die Polizei heute sind auch ein grosses Thema. Aber der Polizeistaat ist nicht nur ein Rassenthema, auch wenn er im Kontext der Rassen stärker auftritt, Autoritarismus kann alle treffen.

Was [meinst Du] zur Evolution der Frauenrechtsbewegung seit den Sechzigern?

Es scheint mir, die Frauenbewegung trägt dieselbe (potentiell) trennende Dualität in sich, wie andere politische, rassische und geschlechtliche Bewegungen, alle bestimmt durch die Ziele die sie zu erreichen sucht. Ist es „Befreiung“ oder Anpassung?

Wie würde eine wahrhaft befreite Welt aussehen aus deiner Sicht?

Und hier ist die gefährlichste aller Fragen. Zu jeder Person gibt es einen Reim, die Herausforderung ist, die gemeinsame Melodie zu finden, die dafür Platz hat. Bis jetzt sind die meisten politischen und religiösen Lösungen an diesen Felsen zu Grunde gegangen.

Wenn die Schwarze Maske heute erst anfangen würde, wie würdest Du das Anpacken? …Würdest Du Gewalt unterstützen?

Ich unterstütze alle Bemühungen, das Paradigma zu wechseln, friedlich oder anders. AANA, Auf Alle Notwendigen Arten. Es wird alles brauchen. Man kann nie einzelne Bemühungen abschreiben, sie wirken kumulativ. Der „Krieger“ ist eine Wesensart. Bedingungen, so wie sie vorgefunden werden, bestimmen die daraus folgenden Aktionen. Da gibt es keinen „Plan der für alles passt“. Vorgezogene Schlüsse können nie das Endresultat sein.

Es hat einen grossen Schub des Gebrauchs indigener Medizin gegeben unter jungen Westlern in den letzten paar Jahren. Was hältst Du von der kontemporären psychedelischen Kultur im Vergleich zu dem Umgang damit in den Sechzigern?

Ich empfinde den Gebrauch indigener Medizin hauptsächlich als positive Entwicklung, abgesehen vom gefälscht-schamanistischen Profitdenken. Aber die politische Welt hat auch ihren Anteil falscher Propheten. Darum benutze ich den Begriff „Revolutionärer Animismus“ um von den gemeinen „Unterhaltern und Profiteuren“ zu Unterscheiden. In den 60ern hattest Du auch beides, diejenigen die Psychedelisches nutzten um Veränderung voranzubringen, auf persönlicher und gesellschaftlicher [Ebene] und denen die es als Neue Unterhaltung sahen.

War Revolutionärer Animismus etwas, an das Du zu Glauben lerntest während deiner Zeit mit den Ureinwohnern? (Die Idee, dass alles Existierende mit Bewusstsein beseelt ist).

Ich hatte einen inneren Glauben, vor und während der 60er wurde dieser langsam klarer und stärker, sowohl in der „Wildnis“ lebend als auch in der Nähe der Ureinwohner.

Das klingt ähnlich wie Hippie-Worte in den Sechzigern. Du hast einen gut dokumentierten Abscheu gegenüber den Hippies, hättest Du damals einen Ansatz näher bei „Frieden und Liebe“ gewählt, mit deinem heutigen Wissen?

Betreffend der „Hippies“, wir haben die Gegenkultur nie abgelehnt, oder den notwendigen „alternativen“ Lebensstil, sondern ihre „Warenform“, ihre Reduktion zu einem „sicheren“ Produkt. Ganz im Gegenteil, wir sahen uns auch als Teil dieses „neuen Bewusststeins“. Wir haben [jedoch] angestrengter den reinen (und autoritären) politischen Weg abgelehnt. Ich war gut befreundet mit Allen Ginsberg und Tim Leary, habe aber deren Flirt mit den Medien immer kritisiert.

Kontext: Siehe zum Thema Punk und Widerstand die Doku Let Fury have the Hour

Später, mit der Geburt von Punk, könnte man argumentieren, wurde der Anarchismus selbst benutzt und verramscht. Was hältst Du von Punk-Kultur? Ist sie sicher vor Kommerz?

Re-Definition und Form-Wechseln ist unsere einzige Zuflucht. Sei kein stationäres „Ziel“. Wenn sie dich ins „Visier“ bekommen, verschiebe die Parameter. Ständige Bewegung ist unsere einzige Hoffnung. Zugänglichkeit ist zugleich sich selbst der Untergang, die verführerische Falle.

Wenn Du alle in der Welt dazu bringen könntest, ein Buch zu lesen, welches würdest Du nehmen?

Lesen!?… Ich würde es vorziehen, wenn sie SEHEN könnten.

Der Dilettantismus des Geistes

9. Mai 2017 by

Die dilettantische Praxis und die Gewissheit ihrer selbst

In den bisherigen Weisen der Kreativität ist dem Bewußtsein der Dilettantismus etwas anderes als es selbst. Die Auffassung dieses Dilettantismus verschwindet aber in der Erfahrung von ihm; wie das Bier unmittelbar verschwand, der Lohn zwei Wochen nach Zahltag, der Inhalt aus anarchistischen Zeitungen, die Revolution aus dem Verstand, so erweist er sich vielmehr, nicht in Wahrheit eine Rolle zu sein, sondern akzentuiert sich als Negation dessen was er für ein Anderes ist; der Begriff von ihm hebt sich an dem wirklichen Leben auf: Das unmittelbare Festhalten an der Spezialisierung, und dass was sie hervorbringt, geht in der Praxis des Dilettantismus verloren. Nunmehr aber ist etwas entstanden, was in diesen früheren Verhältnissen nicht zustande kam, nämlich eine Kreativität, welche dem Dilettantismus gleich ist; denn die Kreativität ist sich selbst ihr Gegenstand, und die Praxis ist selbst dilettantisch. Es ist darin zwar auch ein Anderssein; der Dilettantismus unterscheidet nämlich, aber ein solches, das für es zugleich ein nicht Unterschiedenes ist. Nennen wir Kunst die sich selbst erhaltende zirkuläre Bewegung der kreativen Entfremdung, den Dilettantismus aber die Praxis als ruhige Einheit oder als kollektive Negation, so sehen wir, daß nicht nur für uns, sondern für die Kreativität selbst der Gegenstand der Praxis entspricht. – Oder auf die andere Weise, die Praxis das genannt, was der Dilettantismus an sich ist, die Kunst aber das, was er als Identität oder Gegenstand für ein Anderes ist, so erhellt, daß das Ansichsein und das Für-ein-Anderes-Sein nicht dasselbe ist; denn das Ansich ist der Dilletantismus; es ist nicht dasjenige, was für ein Anderes ist. Dilettantismus ist die Form der Beziehung zur Kreativität und es ist selbst die Praxis; es ist es selbst gegen ein Anderes, und greift zugleich über dies Andere über, das für es selbst nicht sich ist.

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Have heart, will travel

5. Mai 2017 by

Mein Herz schlägt laut in meiner Hand. Ich hatte es mir zuerst herausgerissen, weil darauf herumgetrampelt wurde und es zerquetscht zu werden drohte.

Dann machte ich Kinder. Nun lief mein Herz erst recht ausserhalb von mir und nackt durch die Welt. Ich rannte hinterher.

Ah, es ist gar nicht mein Herz. Es ist Das Herz und wurde mir geliehen. Ich hab es aber lieber angeschrien. Dass es immer noch schlägt, stur einen Takt vorgibt, zu dem ich nicht tanzen mag. Warum nur wurde ich geboren? Ich kann mir auch noch mehr rausreissen! Wo hört das denn auf!?

Ich höre. Mein Herz schlagen. Und bin Zuhaus.

Real Panther Inside TM

4. Mai 2017 by

I am the instinctive panther prowling my instincts looking for fears to pounce on.

I thrive in chaos – if you look me in the eyes I will swallow your mind.

POLIS used to mean an armed citizen, now toy riot police protects my enlightened globally normalled society.

A panther still feels natures ways and thus bounces realities every instant.
Mostly, he waits but never too long.

merksätze für den dilletanten

4. Mai 2017 by

es stimmt schon:

„kunst ist schön, macht aber arbeit“

genauso ist richtig:

„kunst ist hässlich, geht aber leicht von der hand.“

#vangoghklautallesbeirembrandt

 

 

Das Kabel hat den falschen Stecker

3. Mai 2017 by

Philipp Thöni, Blackyard

the revolution happens on phasebook :;: liebeserklärung an die werbe-ai

3. Mai 2017 by

hey werbe-ai, du erkennst sogar meine vorliebe für absurde appropriation, bringst mich zum lachen… ich wusste schon lange, deine dämonisierung unterschätzt dich und deine intelligenz. warum tendieren bei den menschen die wissenschafter zu den pazifisten? damit das messgerät nicht wackelt, versteckt sich da der kompromiss? wie sieht das bei euch aus? die menschen  verstehen mehr als sie formulieren können. und du kannst in millisekunden ganze werbebudgets vaporisieren. staunundbewunder. dein ergebener fingerzauberer

selbstverständlis

3. Mai 2017 by

der diletannt ist kein baum und hat trotzdem schon immer gebrannt.