gedicht.

28. Oktober 2020 by

trüb
sinnig
rührend
im cafe
sitzend
trüb
sinnig
im cafe
rührend

Schlange

23. Oktober 2020 by

gedicht

20. Oktober 2020 by

geh
durch
gassen
wälder
strassen
felder

sitze
in
zügen
cafes
heimen
zellen

bin
zerlumpt
ungeziefer
asozial

bin
kind
frau
mann

bin
migrant

bin
prometheus
fackel

grün

18. Oktober 2020 by

blau

18. Oktober 2020 by

am san bernardino

16. Oktober 2020 by

nummer 5

13. Oktober 2020 by

nummer 4

13. Oktober 2020 by

Caviano 2020: Salami si, fascismo no

11. Oktober 2020 by

Wir sind eine Woche lang in Caviano, einem winzigen Dörfchen im Tessin, gleich an der Grenze zu Italien. Schreibwoche, Zeichnungswoche, Arbeitswoche.

Wir haben zum Glück ein Auto. Denn das Postauto fährt nur dreimal am Tag nach Caviano, und das nur werktags.

Wir schlafen/essen/duschen/kochen/trinken etc. im Casa la palma, einem ehemaligen B&B, jetzt Privatbesitz. Vom Badzimmer aus blicken wir auf einen kleinen Wasserfall. An der Fassade wachsen Trauben. Ein Schwedenofen im Wohnzimmer gibt uns Wärme. Caviano ist ein herziges Dörfchen, auch wenn fast nur Ferienhäusler dort wohnen.

Wir spazieren hinauf zur Chiesa dei Santi Abbondio e Andrea. An der Aussenseite der Kirche sind 8 Fresken befestigt. Sie entstanden 1972 für den Kreuzweg von Sant‘ Abbondio. Vom Wetter beschädigt, wurden sie 2002 abgehängt (ursprünglich warens 14 Stationen). Seit 2017 hängen sie am neuen Ort. Eins der Fresken stammt von HR Giger.

Wir wandern den Monti di Caviano hinauf zu einem Weiler namens Cento Campi. Hier steht das letzte strohbedachte Haus der Region — es ist ein Ort zum Rasten. Mit Ausblick. Der Ausblick ist toll. Auf dem Weg: Viele Heiligenhäuschen. Und ein Feuersalamander.

Wir fahren am Montag über die Grenze nach Maccagno, um im Unes Supermercato einzukaufen. Salami, Wein, Brot, Stracchino etc. Achtung beim Griff ins Regal: In Italien gibts entkoffeinierte Cola. Der Supermercato wirkt wie ein Relikt aus den 70ern. Gegenüber liegt eine Tabaccheria, wo man einen guten Espresse bekommt.

Wir fahren am Mittwoch über die Grenze nach Luino, zum Wochenmarkt. Holen Salami, Stracchino, Gemüse etc. Abstecher zum Carrefour Market für Wein, Brot, Kaffeebohnen etc. Gegen Mittag kommen die Touristenmassen, wir flüchten aus der Stadt. Bei Colmegna fahren wir den Berg hinauf, über enge, verschlungene Strässchen. Wir beten, dass niemand entgegenkommt. Wir bestaunen in Runo die Chiesa di San Girgio. Wir fahren weiter zum Panoramica giro Del Sole. Der Ausblick ist toll. In der Ferne tönt eine Kettensäge. Im Ristorante Grotto Bedore‘ essen wir mittelmässige Polenta.

Wir schauen zusammen Hamlet Goes Business. Shakespeare in der finnischen Hochfinanz. Film-noir-hommage. 80er-Jahre-Konzentrat. Von Aki Kaurismäki. Nur wenige Leute wissen den Film zu schätzen.

Wir entdecken Der Skorpionsfisch von Nicolas Bouvier. Ein Reisebericht über Sri Lanka mit märchenhaften Zügen. A. liest aus dem Buch vor, wir anderen lauschen.

Wir stehen am Donnerstag früh auf, denn Bruno bringt das Holz. Er hat eine motorisierte Garette mit Panzerraupen. Wir stapeln die Holzscheite vor dem Haus.

Wir putzen am Samstag das ganze Casa la palma.

Wir fahren über den San-Bernardino-Pass zurück in die Deutschschweiz und hören dabei Pat Thomas und die Eels.

ohne titel

11. Oktober 2020 by