„Die Revolte der Pinguine 2“ – Thementag

21. Mai 2016 by

pinguinrevolte_flyer_4terjuni

Diskussion, Messe, Vortrag und der Filmfilm des Abends!

O-Ton: „Nur Bonzen und Faschisten verleugnen die Klasse!“

Im Konvent der Pingus brodelt es: Die Mutter Oberin will bloss Profit und Gehorsam. Die Prolls organisieren sich, mit billigem Schnaps, wilder Leidenschaft und vulgärem Marxismus. Gründe gibt es, aber keine Organisation. Die Wutbürger fürchten um ihre Gartenzwerge und Renten. Schulden und Faschismus sind im Trend, Schwachsinn wird gefeiert – was heisst das für die Revolte? Können die Prolls das Ruder umschwenken, werden die Kirchen des Kapitals brennen – oder bleibt die Scheisse, die wir Alltag nennen, wie sie immer war: braun und klebrig?

15 Uhr: Diskussionszyklus „Kunst/Revolution“, Thema: Kulturindustrie
18 Uhr: Messe mit Father Ted: „Lettuce pray!“
19 Uhr: Vortrag zu détournment – Kunstkacke oder revolutionäre Aneignung?
20 Uhr: Film: „Die Revolte der Pinguine 2“, mit anschliessender Diskussion.

Wie immer: Bei uns in der Garage.

Den Rest des Beitrags lesen »

Stillleben mit Espressotasse

25. Mai 2016 by

16. Mai 2016 by


Für die volle Grösse draufklicken

Impression/Skizze: Februar zur Arbeit

9. Mai 2016 by

In der Kolonne Richtung Arbeit. Sie sizen alle da und gaffen auf ihre Geräte. Es ist still. Das Tram surrt.

Die Haut ist trocken, gespannt, rissig. Als trüge ich eine zu kleine Maske über dem Gesicht. Ted Bundy hat sich doch die Haut seiner Opfer angezogen, nicht wahr?

Die Leute stehen mit verschränkten Beinen da. Es soll lässig wirken. Sie warten ungeduldig auf den Bus. Es sieht aus, als müssten sie dringend pissen.

Schwarz glänzt die Strasse vom Regen. Der Asphalt hat feine Risse, wie ein trockener Kuchen. Befleckt von alten Kaugummis. Dürr und kahl stehen die Bäume. Die Luft ist wie aus Blei, jede Bewegung ist zäh, jede Anstrengung ist heisses, flüssiges Metall, das sich um die Muskeln spannt.

Die Luft ist trocken. Wir sind innerlich vergilbt, wir sind Säcke voll totem Laub: Die Erlebnisse, die wir als Erinnerungen von uns schütteln und mit uns tragen, wie die alten Obdachlosen ihre vielen Plastiksäcke.

Schlagzeile

4. Mai 2016 by

Zu Gast bei Rudi

29. April 2016 by

Die Gruppe Konverter ist diesen April zu Gast bei Rudis Reflexionen. Noch ganz frisch im Netz ist der kleine Blog, aber schaut doch mal vorbei. Rudis Papierschnitt-Illustrationen sind ziemlich cool (und zu lesen gibt’s auch was).

Digitaler Rauch am Horizont

27. April 2016 by

Er verbrachte für meinen Geschmack zu viel Zeit an seinem Telefon. Er telefonierte noch nicht einmal. Er sah sich bloss Nachrichten an, von denen pro Minute mehre sich mit einem vibrierenden Geräusch meldeten. Jedes mal blickte er kurz auf das Gerät in seiner Hand, Lächeln in seinem Gesicht, dann Runzeln auf seiner Stirn. Dann blickte er wieder auf, der Mundwinkel verzog sich, als würde er sich entschuldigen. Wenn er lächelte, wirkte er nicht froh; wenn er die Stirn runzelte, wirkte er nicht nachdenklich. Und wenn er zu mir blickte, war es keine wirkliche Entschuldigung. Er blickte durch mich hindurch. Ich fühlte mich nicht, als wäre ich für ihn spürbar in seiner Gegenwart.

Früher waren wir gute Freunde gewesen. Das erschien mir lange her, wie ich jetzt hier ihm gegenüber sass. Ich rauchte, es war kalt hier in der Garage. Diese Garage war immer unser Treffort gewesen, eine Mischung aus kaltem Loch, Partygarage, Kinokeller. Warmes Dosenbier, laute Gespräche, nach kaltem Rauch stinkende Jacken.

Den Rest des Beitrags lesen »

„Miners shot down“

23. April 2016 by

Obwohl wir normalerweise niemals Werbung für etablierte Kulturinstutionen machen (wir lächeln bei der Vorstellung, dass solche Institutionen auf Werbung durch Jemanden wie uns angewiesen wären), weisen wir hier doch für einmal auf eine Veranstaltung hin, die am Dienstag, 26. April in der Shedhalle, ab 18.30 statt findet. Das machen wir gerne, weil wir freundlich darum gebeten wurden, und wir freundlichen Anfragen immer gerne entgegen kommen:

Miners shot down

 

 

15. April 2016 by

Vergangenen Donnerstag lud das delirium zur Vernissage seiner sechsten Ausgabe. Ich war auch mit dabei, da einer der Kritikertexte von mir stammt. Was viele Leute nicht wissen: Zuvor hatte ich einen literarischen Beitrag eingesendet, der von der Redaktion jedoch abgelehnt wurde. Dafür könnt ihr den Text nun hier lesen.
[Anmerkung: Es handelt sich um eine leicht überarbeitete Fassung der originalen Einsendung]

 
 
Wankensteins Rache

25

Am zweitletzten Morgen seines Lebens tappte Theo mit kalten Füssen in die Küche, wo Sandra bereits ihren Espresso in der Kanne aufgebrüht hatte. Sie trank ihn aus ihrer kleinen roten Tasse, der mit dem unsäglichen Mosaikmuster, und las dabei in der Zeitung.
Auf das Tappen der nackten Füsse hin schaute sie auf und warf einen Blick in die ungefähre Richtung von Theo. «Guten Morgen.»
«Morgen», tönte es aus seiner Richtung zurück. Theo kratzte sich den getrockneten Speichel aus den Mundwinkeln, der sich die Nacht über angelagert hatte.
So früh am Morgen mochte Sandra üblicherweise noch nichts essen, aber Theo nahm die Müslischachtel aus dem Schrank und griff nach der Milch, die ihm seine Freundin auf den Tresen gestellt hatte. Was vom Espresso übrig geblieben war, goss er sich in seine eigene Tasse, die kleine schwarze, ohne irgendwelche Muster. Lauwarm, aber schön bitter war der Kaffee. Ein richtiger Espresso schmeckt, als würde man einen Aschenbecher auslecken, fand Theo.
Er ass sein Müsli. «Ich hab vielleicht einen Scheiss zusammengeträumt», sagte Theo.
«Aha.»
«Ich hab geträumt, dass ich mir ein Bein abgesägt habe. Das rechte Bein. Weil ich mich in mein Bein verliebt habe, oder so, und ich mit ihm zusammenleben wollte. Darum habe ich es in den Kühlschrank gestellt, damit es nicht verfault. Aber du hast es aus dem Kühlschrank gestohlen und in den See geworfen!»
«Ach. Sonst klaust immer du mein Essen.»
«Also bin ich ins Wasser hinaus, um mein Bein zurückzuholen. Ich konnte sogar unter Wasser atmen, aber irgendwie nicht schwimmen, so dass ich immer tiefer gesunken bin. Am Ende bin ich auf dem Grund angekommen. Ich hab sogar den Sand unter den Füssen gespürt.»
«Unter den Füssen?»
«Ja, genau.»
«Wie kannst du den Sand unter den Füssen spüren, wenn du nur noch ein Bein hast?»
«Was? Das ist halt ein Traum, da passiert so Zeug. Darum geht’s doch gar nicht.»
«Aber das ist voll unlogisch!»
«Ach Scheisse, du immer!»
Theo warf die Müslischale in den Abwaschtrog und knallte die Tür hinter sich zu, als er ins Badezimmer stürmte. Wie war sein Traum nochmal ausgegangen? Er versuchte sich zu erinnern, aber die Nacht hatte es für sich behalten.

19

In der Unimensa gab es Gemüselasagne. Das klang eigentlich ganz appetitlich und das Menüfoto sah sogar ziemlich ansprechend aus. Aber dem Gemüse schmeckte man allzu deutlich seine Herkunft aus der Konservendose an. Die Karotten waren zu weich, während die Zucchini nicht weich genug waren, dazu hatten sie in der Küche deutlich zu wenig Béchamelsauce beigegeben. Wie es bei schlechter Lasagne öfters vorkommt, hatte auch diese eine unterschwellige Note von Erbrochenem. Theo musste die Hälfte auf dem Teller zurücklassen. Bedauerlich, denn das war sein letztes Mittagessen.

Den Rest des Beitrags lesen »

The 17 commandments of the Dilettantismus

6. April 2016 by

1. Du sollt dir die Lampe mit Lampenöl füllen.
2. Das haben der so Furz-Ideen.
3. Falls du es tust, sollst du dich nur auf einem zweibeinigen Stuhl zum Experten schwingen.
4. Das Expertli ist nur so lange auf dem Sockel, wie das Dilettantchen auf der Bank sitzt.
5. Ich weiss nicht, warum ich Dilettant bin, aber ich Max.
6. Das Dilettant legt dem Expertli das Handwerkli, indem es es selber aufnimmt.
7. Experten klauen Ideen, Dilettanten klauen im Supermarkt.
8. Der Dilettant lässt sich nicht in ein Schema zwängen.
9. Der Dilettant macht aus Papier Feuereinlagen.
10. Der Dilettant hat ein kurzes Leben, denn er hat seine Lampe selbst verkabelt.
11. Wir sind tätlich, täglich: Dilettanten.
12. Dilettantismus ist vererbbar. Aber vorallem ist es sexuell übertragbar. Sonst würde es keinen Spass machen.
13. Der Dilettant macht jamón aus uns.
14. Der Dilettant ist kein Statist.
15. Der Dilettant hat nur einen Herrn: Die Dilettantin.
16. Wir sind keine Flaschen, wir sind Dosen.
Den Rest des Beitrags lesen »


Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 28 Followern an