Donnerstagsgeflüster: Salzsex

22. Februar 2018 by

Du döfsch nume flüge, wennd Schwiizerdütsch chasch!

Haben wir da nicht schon mal drüber geredet?
Nö.
Doch, wir haben das ausdiskutiert und du hast mir Recht gegeben.
Garantiert nicht! Das musst du geträumt haben.
Das habe ich vielleicht wirklich so geträumt… Doch, so war es. Im Traum hast du mir recht gegeben.
Wieso? Mit welchem Argument?
Weiss nicht, aber es hat dich überzeugt. Es war so stark, dass ich mich nicht mehr daran erinnere.

Unter mir lebt einer, der hat dauernd Sex, dauernd Lärm, dauernd Krach.
Bist du dir sicher, dass er nicht nur kocht?
„Salz, ja! Salz, ja, ja! Saaaaalz! Jaaaaaaaa!“

Ich kenne Leute, die sind am Morgen wie bekifft, weil sie noch keine geraucht haben.

Altklug halt – so für 20-25 Jährige.
Ach, so wie Tocotronic?
Ja, ich kenne eine, die hat sich „Reine Vernunft darf niemals siegen“ tätowieren lassen.
Boah…
Wenn ich mal n KZ aufmach, tätowier ich das Jedem auf den Rücken…

Die Neutralität der Kunst verteidigen, um sie politisch zu verwenden… oder die Neutralität der Kunst aufheben, um sie politisch werden zu lassen.

Wir brauchen einen breitschultrigen Tiroler Bergbauer, der uns schützt: „Lass den Jud in Ruh!“

Über Kunst:
Entweder leidest du, oder du machst es richtig.

Zitat eines Schauspielers:
Man hat gesagt, dass ich die Dinge immer schön sagen kann. Aber ich will jetzt auch mal das sagen, was mir wichtig ist.

Seit ich mit Behinderten arbeite, kann ich viel besser furzen.

Porno Magritte: Ceci n’est pas une pussy.

Ich bin ja ein offener Mensch und so… aber: Die Welt ändert sich einfach nicht mehr…

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Tintenfischterakel

22. Februar 2018 by

Ankunft in Wien. Wie sichs gehört, ging ich bereits am ersten Tag ans Theater, aber durch die Hintertür. Hier ist die Kostümabteilung. Da ist nichts von Götterdunst umwebten Regiesseuren und russischen Sängerinnen, die selbst Putin zum Weinen bringen. Auch keine ewig langen magischen Flure mit verstaubten Kostümen aus der Kaiser-Wilhelm-Zeit. Nein, das Erste, was ich sah, war eine beeindruckende Horde magerer Kostümhospitantinnen, die an mir vorbei tackelten. Sie alle hatten hundeliebe braune Äuglein. Dann trat der Kostümmeister in Krokodillederschuhen und Glitterfranz auf. Den Rest des Beitrags lesen »

Donnerstagsgeflüster: Sell Sell Sellerie

15. Februar 2018 by

Den Leuten die Harfe strubbeln.
Thaicurry? Ich hab Teig-Curry verstanden…
Was heisst das? Sellerie?
Nein, serielle.

Manus Migros Geschichten: Schaffhauserplatz

10. Februar 2018 by

Eine neue Reihe…

Die Idee: Bis Ende Jahr alle Migros in der Stadt Zürich abzuklappern. Und zu jedem einen kurzen Text schreiben.

Den Anfang macht der Text zur Migros Schaffhauserplatz:


Unterwegs zu einem Kumpel, was zu Trinken kaufen. Sonst geh ich nie in diese Migros.
Oder doch, auf dem Heimweg, wenn mir was fehlt – dann mache ich noch nen Zwischenstopp.

Kleiner Migros, jahrelang hatte es dort keine Einkaufswagen. Aber heute schon.Aber du kommst gar nicht durch die Gänge, zwischen den Gestellen durch. Du musst immer „Entschuldigung, darf ich – kann ich, sorry“ sagen.
Zu Stosszeiten nicht zu empfehlen.

Frau an der Kasse schon älter. Sie sagt immer so „ja, ja, ja“ – jedesmal, wenn sie was über den Scanner zieht. Bei jedem einzelnen Artikel. Ja. Die Kasse piepst. Ja. Pieps. Sie macht das beiläufig, merkt es selber gar nicht mehr.
„Ja, ja, ja, ja.“

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Donnerstagsgeflüster: Brot anrülpsen

8. Februar 2018 by

Ich bin im nüchternen Zustand schlimmer, als wenn ich bekifft bin.
Ich suche die Tomate in der Sosse.
Im linken Ohr Thurgau, im rechten Patti Smith.
Schreiben als Jugendliche? Bei mir ging es immer um sizilianische Orangenkuchen.
Sie rülpste das Brot an.
An der Kasse?
wo denn sonst?
Dieser Herr kommt mir verdächtig vor. Was kauft er?
In der Zuckerabteilung.
Migros Werbung für Katzenfutter: „Grab them by the pussy!“

Kennst du das nicht, diese Verlegenheit, wenn du was komisches einkaufst?
So wie Tampons oder wie?
Immer wenn ich was kaufe, fühle ich mich verlegen. Weil ich den Kapitalismus stütze, weil ich kein Geld habe und nachher noch weniger Geld habe.

Das Proletariat ist weiss, männlich und arbeitet in der Fabrik? Sorry, bist du Stalinist, oder wie?

[Montagsgedanken] Funktion

5. Februar 2018 by


An alle Funktionen und Positionen ist die Frage zu stellen: Drängen sie zur Aufhebung ihrer selbst? Welches auch immer ihre Funktion ist, drängen sie zur Auflösung jener Not, welche ihnen den eigenen Auftrag erteilte? Diese Frage ist total und verweist dadurch auf das Umfassende der Strukturen; sie kann an jede entsprechende Instanz gerichtet werden.

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Wir haben alles aber sind nichts

30. Januar 2018 by

Für dich, Mensch der Zukunft.

Meine Möglichkeiten blieben mir lange verborgen, ja das Leben selbst blieb mir lange vorenthalten. So bitter es auch klingen mag, ich muss es nun zugestehen. Mein Weg kreuzte sich nie mit dem was ich wollte, sondern nur mit dem was war. Mit dem was ist. So wie viele andere Menschen sank ich den Kopf und suchte nach Sicherheit in der, mir vorgegebenen, Realität. Mein Verständnis von Freiheit war nur ein blindes herumstolpern innerhalb einer Käseglocke die mir die Illusion gab nicht in einem Gefängnis zu leben. Je mehr der Beton, der Vater des Fortschritts, mit seiner eisigen Kälte mein Alltag eroberte, desto mehr sehnte ich mich nach der Wärme einer gleichgesinnten, monotonen Herde. Mein Leben war gekennzeichnet durch Apathie und beherrscht von einer erlernten Hilflosigkeit die mich verleitete an Parteien, an die Wirtschaft, an die bürgerliche Familie, an den Fortschritt, ja an den Staat selbst zu glauben. Doch der Glaube an all diese Sachen bedeutet das Leben selbst zu verneinen. Angst vor meinen Möglichkeiten zu haben bedeutet Angst vor meinem eigenen Spiegelbild zu haben. Nun bin ich 85 Jahre alt und Frage mich, wie viele Jahre war ich wirklich lebendig?“

Nonno Roberto

Es war ein eiskalter und regnerischer Morgen, als ich schweißgebadet in meine Küche kam. Ich konnte den Wind deutlich durch die Fenster pfeifen hören und den Donner so fest in meinem Magen spüren, als ob ich Thor selbst, verspeist hätte. Sogar meine Knie fingen an zu zittern und ich bekam das Gefühl ein Erdbeben würde innerhalb von Sekunden mein gesamtes Ich in tausend Teile zerreißen. Wer hätte dann das Puzzle wieder zusammengesetzt? Ich weiß es nicht.

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Alles nur geklaut

27. Januar 2018 by

 
Liebes Kunstmuseum St. Gallen

Pfui, was seid ihr nur für schlimme Menschen! Habt ihr doch für eine Ausstellung stinkfrech unseren Namen geklaut! Ihr habt wohl gemeint, wenn ihr das „K“ gegen ein „C“ austauscht, merkt es keiner. Aber nicht mit uns! Wir haben euren Trick durchschaut, wir sind nämlich sehr intäligent.

Davon mal abgesehen: Hiermit kündigen wir für den Februar unsere neue Ausstellung an. Deren Titel lautet Kunstmuhseum StankGallen.

Alles Liebe,
Gruppe Konverter

 

Donnerstagsgeflüster: Fleischburritos

26. Januar 2018 by

„Er ist zwar Veganer, aber er macht auch Fleisch-Burritos. Nur bei der Pizza mit vier verschiedenen Fleischsorten spuckt er vorher drauf.“
R. H. aus Z.

Schloss Hartheim – Die Normalität des Bösen

19. Januar 2018 by

Ausschnitt_Schloss_Hartheim_mit_Rauch

Ein Renaissance-Schloss in Oberösterreich in der Nähe von Linz. Man hat die Berge entweder noch nicht vor sich oder gerade hinter sich gelassen und befindet sich in einer Ebene mit flachen Hügeln. Im Winter meist Grau und nass ist es hier eher im Sommer schön. Das Schloss Hartheim war um ca. 1600 gebaut worden. Es hatte ein paar Besitzerwechsel gegeben und war schliesslich im Jahr 1898 in ziemlich heruntergekommenen Zustand an den österreichischen Kaiser Franz Josef geschenkt worden, um daraus eine „ Anstalt für Schwach- und Blödsinnige, Idioten und Cretinöse“ zu machen, wie auf einem Schild am Eingang verewigt ist.

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