Mai 68: Nachlese

5. April 2018 by

Einladung | nieder mit 68! | 68 als Chiffre | Pamphlet | ne travaillez jamais! | Packpapier | Sexuelle Revolution | 1968, eine Hitparade |Konsum und Klasse | Filmabend: La chinoise, Barbarella, Erotissimo

Advertisements

Die neue Frau und die Arbeiterklasse

17. September 2018 by

(Da mir im Augenblick nur die französische Übersetzung aus dem Jahr 1932 von Marie Bor zugänglich ist, werde ich aus dieser zitieren und ins Deutsche übersetzen.)

In ihrem Buch Die neue Frau und die Arbeiterklasse aus dem Jahr 1918 untersucht die bolschewistische Feministin Alexandra Kollontai die damals jüngste Literatur von und über Frauen.*

* In einer Fussnote (S. 35, 7) bemerkt sie, die Bücher hätten keinen grossen künstlerischen Wert. Für die literatursoziologische Untersuchung seien sie jedoch ungemein relevanter als die „künstlerischen“ Werke der Männer. Gerade den letzten Punkt gilt es festzuhalten. Doch die normative Bemerkung Kollontais ist im Grunde überflüssig oder wäre breiter zu diskutieren beziehungsweise zu problematisieren. Denn was letzten Endes nun Kunst sei oder eben nicht, war schon immer umstritten, auch in der Sowjetunion und solche Diskussionen oder Kämpfe sind immer ideologisch bestimmt, auch wenn es um die (scheinbar) gerechte Sache geht oder wenn die Ideologie kaschiert wird und nicht offen zu Tage tritt.

Anhand dieser Literatur arbeitet sie im ersten Teil den Typus der „neuen“ beziehungsweise „alleinstehenden“ Frau heraus. Diese Frau sehe nicht mehr Liebe und Mutterschaft als Mittelpunkt ihres Lebens an. Unabhängigkeit und die eigene (berufliche) Tätigkeit seien ihm wichtiger als sich an einen Mann zu binden. Den Rest des Beitrags lesen »

Als mich der Staat adoptierte

11. August 2018 by

Dieser Text wurde letztes Jahr von der Feministischen Gruppe „Comadres Púrpuras“ aus Venezuela auf dem Infoportal „Frontal 27“ publiziert. Eine ehemalige Chavistin erzählt über ihre Erfahrungen als Aktivistin der „Bewegung für eine Fünfte Republik (MVR), die sich 2006 mit der Sozialistischen Partei Venezuelas (PSUV) zusammenschloss. Sie erkannte erst nach 19 Jahren, dass das militaristisch-chavistische/maduristische Regime nichts mit Emanzipation zu tun hat. Den Rest des Beitrags lesen »

Es gibt kein Leben in Flaschen. Dialektik der Ausleerung

2. Juli 2018 by

Im Treppenhaus war ein Treiben, Kommen und Gehen, dass man davon kirre werden konnte. Besonders als emeritierter Professor der Philosophie. Überall standen Umzugkartons herum. Die Frankfurter versuchten, sich in ihrer Wohnung zu verbarrikadieren. Doch es war sinnlos. Einerseits sind die Wände zu dünn, man hörte jedes Wort der neuen WG-Nachbarn. Andererseits mussten sie, wenn die Post kam, ja doch auf dem Max-Horkheimer-Pfad einen Weg durch den Umzugkartondschungel finden, um an der Haustüre den neuesten Blauen Band der MEW in Empfang nehmen zu können, aufgeregt wie Schulkinder, die am Kiosk die neueste BRAVO kaufen.
Doch allen Widerständen des Systems, der Kulturindustrie und des totalen Verblendungszusammenhanges zum Trotz, begann sich sanft das Leben zu regen in der WG der Kritischen Theoretiker. Den Tag voller Sonnenschein und Energie begrüssend, öffnet sich vorsichtig die zarte Knospe des junggebliebenen Lebens, um sich im Genuss der Sonne, begleitet von Richard Straussens Also Sprach Zarathustra zur vollen Blüte zu entfalten. Blüten, zur Sonne, zur Freiheit!
Den Rest des Beitrags lesen »

Es gibt kein Leben in Flaschen. Dialektik der Ausleerung I

29. Mai 2018 by

Im Treppenhaus war ein Treiben, Kommen und Gehen, dass man davon kirre werden konnte. Besonders als emeritierter Professor der Philosophie. Überall standen Zügelkartons herum. Die Frankfurter versuchten, sich in ihrer Wohnung zu verbarrikadieren. Doch es war sinnlos. Einerseits sind die Wände zu dünn, man hörte jedes Wort der neuen WG-Nachbarn. Andererseits mussten sie, wenn die Post kam, ja doch auf dem Max-Horkheimer-Pfad einen Weg durch den Zügelkartondschungel finden, um an der Haustüre den neuesten Blauen Band der MEW in Empfang nehmen zu können, aufgeregt wie Schulkinder, die am Kiosk die neueste BRAVO kaufen.
Doch allen Widerständen des Systems, der Kulturindustrie und des totalen Verblendungszusammenhanges zum Trotz, begann sich sanft das Leben zu regen in der WG der Kritischen Theoretiker. Den Tag voller Sonnenschein und Energie begrüssend, öffnet sich vorsichtig die zarte Knospe des junggebliebenen Lebens, um sich im Genuss der Sonne, begleitet von Richard Straussens Also Sprach Zarathustra zur vollen Blüte zu entfalten. Blüten, zur Sonne, zur Freiheit! Den Rest des Beitrags lesen »

Der Kunstkenner: Tempo-Spatiale Intervention

27. Mai 2018 by

Urbanismus von Zeit und Raum, finde den Fehler

„Die Libyer!“ schreit Doc MacBrown, kurz bevor es im gleichnamigen Film „Zurück in die Zukunft“ geht.
In dem aufgehängten Slogan parallelisiert sich realiter jener Bruch mit dem Raum-Zeit-Kontinuum, den Filme wie der erwähnte fiktionalisieren. Der Rückgriff in die Zeit wird hier zum Runterhängen – und die Parole, die durch ihre Zeit der 68er definiert ist, erfährt ihre Neudefinition als Hülse, als Plakat, das mit dem Wind flattert. Ähnlich dem Landart findet hier ein Eingreifen in die Umwelt statt, gleichzeitig als Verweis auf einen urbanen Aktionismus, der sich an unzähligen Demonstrationen totgelaufen hat. So verkehrt sich der „Aufstand“ ins „Abhängen“, physisch manifestiert – sans manifestation – in der stofflichen Haptik. Es flattert eben nicht nur der Stoff, sondern auch die Ideen sind flatterhaft. Der radikale Entscheid, das oberste Stockwerk als Ort des Raumeingriffes zu nehmen, führt die Hierarchie ad absurdum: Was von unten kommen sollte, kommt hier von oben. Ähnlich dem historischen Balkon (sic!), von welchem sowohl die Revolution ausgerufen werden kann, als auch autokratische Herrschaft sich zelebrieren lässt, ist der Ort für das Spruchbanner ambivalent. Die äussere Erbärmlichkeit solcher Hochbauten fügt sich in die fragmentierte Pseudo-Metropolität der vielen Botschaften, die französischsprachig sind. Bern als Stadt der Botschaft wird hier zum Kondensat in einer einzelnen mondänen Botschaft.

Nach Benjamin: das Transparent ist Erscheinung einer Nähe, so fern das sein mag, was sie hinterließ.

Das Faktische der Aussage verkehrt sich in die Faktizität der Inklusion, oder wie es Beaudrillard eben nicht gesagt hatte (um Zizek zu paraphrasieren): Ich bin hier alleine ohne dich. Dies seine berüchtigten Worte, als er in der Usine von Renault einmal auf dem Scheisshaus sass und dort sein Opus Magnum in die Toilettenwand kritzte, weil aller Literatur a.) der Geruch der Bourgeoisie anhaftet und b.) nach Kerouac sowieso alles für den Abfall geschrieben ist. Das ist das postmoderne Bekenntnis des Gerouacs (des amerikanischen Toilettendünkels), welcher zwischen Pro Letteris, Pro Latrinis und Pro Letariat pendelt. Nichts anderes als das Rollenspiel McFlys, wenn er in pinken Stiefeln sich das Insignum des Namenlosen gibt, auf die Frage, wie er heisse, und sich den Namen Clint Eastwoods aneignet (und zugleich seinem Gegenüber anbietet).
DAS ist eben das MUTIGE solcher Aktion, die vor Kunst nicht zurück schreckt. Das Öffentliche kann nunmehr nur noch aus dem Privaten geboren werden. Dies die sowohl ohnmächtig machende wie auch Hoffnung befeuernde Kernaussage des Gesamtwerks Hegels, auf den hier mittels des leichten (und eigentlich nicht mehr erkennbaren) Glitzers neben der Fabrik verwiesen wird. Wir sind nicht alle, es fehlen die Transvestiten. An diesem Punkt wird es freilich düster (man denke an Gary Glitter, dessen Name schon immer eine Travestie war, als seine öffentliche Person mit seiner privaten Sexualität verschmolz).
Wahrlich: Kunst ist noch von Bedeutung. Es reicht ein einfacher Blick, in diesem Fall nach Bern! (in der Nachbarschaft der libyschen Botschaft)

Vollgeld? Schmommgeld! – Wenn nicht das Kapital, sondern das Sparschwein des Kleinbürgers vor Angst zittert…

23. Mai 2018 by

Vorweg: Die Vollgeld-Initiative geht sowieso verloren und nichts liegt hier ferner, als in das spektakuläre Abstimmungs-Tatütata einzustimmen. So verwirrend, wie die Initiative daher kommt, mit ihrem Ansinnen, eine finanzpolitische Reform durchzusetzen, die sie selber wechselhaft mal als revolutionär bewirbt, dann wieder als liberal und den Wettbewerb förderlich, zuletzt als systemstabilisierend – diese Verwirrung bereitet ihr Scheitern vor. Mit diesen verwirrenden Ansagen ködert sie aber auch einige, die meinen, hier würde es um Antikapitalismus gehen. Schliesslich handle die Initiative vom Geld und möchte die Macht der Banken einschränken, heisst es verkürzt.

Nun lag der WoZ vor fast zwei Wochen wieder einmal die antidot-inclu-Beilage bei, die sich selbst als „Format für die widerständige Linke“ bezeichnet. Diese Ausgabe wurde einzig und allein durch die „Allianz für Vollgeld und Gerechtigkeit“ bestritten und kann ohne Scham als plumpe Abstimmungspropaganda bezeichnet werden. Es ist doch relativ haarsträubend und zum Haareausraufen, wie an dieser Schnittstelle von kritischem Journalismus im Stile einer WoZ, einer Ergänzung um politische Kampagnen und aktivistischen Inhalten wie sie sich antidot einst auf die Fahne geschrieben hatte, so ein inhaltlicher Müll eine Leserschaft von mehreren zehntausend erreichen durfte.

Irgendjemand hat es hier versäumt, drauf zu schauen – und man spürt die Verlegenheit der WoZ in der letztwöchigen Ausgabe, in welcher sie sich des Themas der Initiative annimmt, sowie einen langen Artikel von Stefan Howald abdruckte, in welcher er genau jenen Standpunkt vertritt, dass es keine Kapitalismuskritik geben kann ohne Kritik der Profitrate und damit der Arbeit.

Das ajour-Magazin hat sich dem Ganzen vor wenigen Tagen gewidmet und auf viele Sachen hingewiesen, die uns auch aufgefallen sind. Einige Punkte wiederholen sich, andere ergänzen und schweifen da noch ein bisschen weiter ab. Wir sind da offenbar parallel darüber gestolpert und sie waren schneller. Lest ihren Text, er ist besser als unserer, hehe…

Mehrere Punkte sind in dieser Angelegenheit peinlich:

1. Dass jede Organisation, die sich irgendwas mit „Gerechtigkeit“ im Namen nennt, offenbar eine antidot-inclu-Ausgabe kaufen und dort ihren Müll ausbreiten darf. Die Messlatte dafür, was „widerständige Linke“ sein soll, ist tief gesunken…

2. Dass die WoZ solchen Ausgaben eine Plattform anbietet. Auch wenn sie inhaltlich nicht dafür verantwortlich ist, wird sie kaum blind sein, was in ihre eigene Zeitung als Beilage reingesteckt wird. Dies ist umso peinlicher, als die WoZ selber bei diesem Thema sich schon häufig mit kritischeren und detaillierteren Analysen hervor getan hat. Wir erinnern nur an diesen Text des kürzlich verstorbenen Elmar Altvaters, in welchem er das ideologisch verquere der Kapitalismuskritik bei den Vollgeld-Apologeten heraus streicht. Immerhin hat sich die WoZ bereits distanziert.

3. Wer vom Kapitalismus nicht reden will, soll über das Finanzsystem die Klappe halten. Und umgekehrt: Wenn esoterische Querfront-Grüppchen, die AfD-Sympis und Antisemiten in ihren Reihen haben oder zu ihren Unterstützern zählen, mit solchen nationalistischen Fronten gegen internationales Kapital Stimmung machen und hierzu als Wolf im Schafspelz bei linken Strukturen antanzen, dann widerspricht man ihnen in den Punkten, in denen sie falsch liegen. Oder wie es das ajour schreibt: „[…] weil aus diesem Sumpf eine Menge reaktionäre Ideologien ihren Weg in die Linke suchen und finden. Eine klare Abgrenzung wäre also dringend angezeigt.“

Dem möchten wir hier ein bisschen was zu geben…

Den Rest des Beitrags lesen »

Mai 68: La chinoise, Barbarella, Erotissimo

21. Mai 2018 by

Zum dritten Mal hat die Gruppe Konverter dieses Jahr Thementage zu Ostern veranstaltet — nach dem Irischen Osteraufstand 1916 und der Russischen Revolution 1917 ging es diesmal um den französischen Mai 1968. Dafür habe ich einen Kinoabend organisiert, mit drei Filmen, die das politische und gesellschaftliche Klima von damals ausschnittsweise wiedergeben sollen.

 
La chinoise
Von Jean-Luc Godard, Frankreich 1967, 96 min.

Fünf Studierende verbringen den Sommer gemeinsam in einer Wohnung und diskutieren. Sie begeistern sich für den Maoismus oder streiten darum, ob man zum Ziel der Revolution auch Gewalt einsetzen soll.
Godard war 1966 bereits ein Star-Regisseur (seit À bout de souffle 1960 und dem internationalen Durchbruch der Nouvelle Vague) sowie ein Endedreissiger (= alter Sack), als er die Studentin Anne Wiazemsky (damals 19) kennenlernte (Wiazemsky und Godard waren verheiratet von 1967 bis 1979). Über sie fand er Zugang zu den Studentenkreisen in Nanterre, wo im Frühling 1968 jene Unruhen ihren Anfang nehmen sollten (Bewegungen 22. März), die ganz Frankreich und schliesslich Europa packten. Godard begeisterte sich für die Studentenkreise und radikalisierte sich sowohl politisch als auch filmisch. La chinoise ist ein Ergebnis davon.
(Über diese Hintergründe gehts übrigens auch in Michel Hazanavicius‘ Biopic Le redoutable, das auf einem Buch Wiazemskys über ihre Beziehung mit Godard basiert. Ganz lustig und lehrreich, der Film, wenn auch ein bisschen flach — und natürlich vollständig unpolitisch.)
Die Ausgangslage mit den fünf Studierenden ist inspiriert von Dostojewskis Die Dämonen von 1873 (in anderen Übersetzungen Die Besessenen, Böse Geister oder Die Teufel), der von fünf revolutionären Verschwörern im zaristischen Russland handelte. Im Buch wie im Film verkörpern die fünf Hauptfiguren verschiedene Fraktionen, die sich ihre verschiedenen Positionen um die Ohren hauen. So besteht La chinoise denn auch zu 90% aus ausführlichen Dialogszenen, was die Geduld mitunter arg strapaziert. (Die Leute in der Konverter-Garage waren kurz davor, gegen meine Filmauswahl zu rebellieren.)
Aber der Film hat auch seine spielerischen Seiten. Da wird zum Beispiel das Elend der vietnamesischen Bevölkerung dargestellt, indem eine der Studentinnen, auf dem Kopf ein chinesischer Strohhut, von Modell-Flugzeugen angegriffen wird. Oder da wird ein Spielzeugpanzer mit Mao-Bibeln beworfen: Der Kampf kommunistischer Gruppen gegen die reaktionären.
Aus heutiger Sicht läuft es einem bei der allgemeinen Beigeisterung für Mao und dessen Kulturrevolution (die ja 1966 angefangen hatte) mitunter kalt über den Rücken. Wenn eine der Studentinnen (gespielt von Wiazemsky) sagt, wenn sie im Sommer Pfirsiche pflücken gehe, so sei das so, wie wenn in China ein Professor aufs Feld geschickt werde, so würde man ihr am liebsten eine runterhauen.
Aber bei aller Begeisterung Godards für die politische Jugendbewegung scheint auch eine kritische Distanz durch. Der Pfirsich-Spruch kommt, als die Studentin von ihrem Professor (Francis Jeanson, im echten Leben tatsächlich auch ein Professor von Wiazemsky) argumentativ auseinandergenommen wird und sie ihm nur hohle Phrasen entgegenhalten kann. (Freilich hat die Szene auch ein bisschen was von mansplaining. Überhaupt scheint im Film eine gewisse Altväterlichkeit Godards durch.) Überhaupt sind die fünf Studierenden bald völlig untereinander zerstritten. Es kommt zwar zu einem Anschlagversuch, der geht aber komplett in die Binsen. Am Ende räumen die Studenten die Wohnung (die sie von den Eltern einer Freundin für die Sommerferien bekommen haben) und kehren zurück in ihre gutbürgerliche Existenz. Die Revolution zerfällt an inneren Streitereien, an der Realität und an der Bequemlichkeit der Studierenden. Also hat La chinoise vieles an der 68er-Bewegung (und ihrem Scheitern) vorweggenommen.
(Ob es wohl daran liegt, dass Godards Filme in den Studentenkreisen nicht nur begeistert aufgenommen wurden?)
Den Rest des Beitrags lesen »

1968 – Konsum und Klasse

17. Mai 2018 by

Hier noch zwei Beiträge, auf die wir verlinken möchten, weil wir auf sie hingewiesen wurden und sie sehr spannend finden. Sie ergänzen unsere eigenen Beiträge und sind ein bisschen eloquenter als unser eigenes Gesabbel:

„Konsum und Verweigerung – Jugend in Westdeutschland“, ein Interview von Radio Corax mit Wolfgang Seidel, Drummer damals bei Ton-Steine-Scherben. O-Ton:

„Jugendlicher zu sein war ähnlich einem Strafbestand… höchst misstrauisch beäugt von Polizei und Erwachsenen…“

„In bester keynesianischer Manier beantwortete man die Frage ‚Wer soll das alles kaufen?‘ damit, dass man aus den Produzenten zugleich Konsumenten machte.“

„Purzelbäume im Handgemenge. Die 68er-Bewegung und ein sehr moderner Professor“, eine Entgegnung von Klaus Klamm im ajour Magazin auf Philipp Sarasins wackelige Thesen zu 1968 und dem Verschwinden der Arbeiterklasse. Mit Nachsicht zu geniessen, denn „der Mann ist schliesslich auch nur Professor. Als solcher kann er nicht alles wissen, auch wenn er zu allem was zu sagen hat.“

[Montagsgedanken] 1968, eine Hitparade

30. April 2018 by

Dilettantismus heisst: Wer es selber macht, stösst auf Widerstand.

Wie immer zu unserem Osterprogramm machten wir uns für den Musikabend auf die Suche nach Liedern.
In der Musik wiederspiegelten sich die Zugänge und Schwierigkeiten jenes Jahres. Bei der Recherche zur Musik jener Zeit: irritierend. Was waren die Hits 1968 in Frankreich? Die Lieder aus der Hitparade sind z.T. schwülstig und bis zum Erbrechen sentimental. Das führte zur lakonischen Erkenntnis:
Bei solcher Hitparade/
stürmte auch ich die Barrikade…

Den Rest des Beitrags lesen »

Pathetisch

21. April 2018 by

Ein „Danke“ wäre nicht genug.

Meine Erleichterung ist nur ein Sprung davon entfernt sich ins Unbekannte zu stürzen.

Tagelang wach und nur beim verschwinden unserer inneren Finsternis erfand ich den Tag für mich neu. Den Rest des Beitrags lesen »