Reich-Ranicki über Böll

25. März 2017 by

„Böll erweist sich als ein Meister, dessen Originalität die vollkommene Schlichtheit ist. Da hört man keine falschen Töne, da hat ma nie den Verdacht, die Natürlichkeit sei mühselig erreicht worden. Nicht künstlich produziert ist der Hauch eines gewissen Dilettantismus, der dieser salppen, so lässigen, so selbstverständlich klingenden und dabei so präzisen Diktion einen besonderen Reiz gibt. An einigen Passagen, die vor allem in den Schlusskapiteln zu finden sind, können jüngere deutsche Autoren lernen, was Prosa ohne Affektation, ohne Pose ist.“

Marcel Reich-Ranicki über Heinrich Bölls „Ansichten eines Clowns“
(in „Literatur der kleinen Schritte“, erweiterte Ausgabe 1991, S. 21)

Aben(d)teuer aus der Schule ohne Bildung

17. März 2017 by

Da ich den Konverterblog nicht zuspamen möchte, zum Beispiel mit gehaltlosen Gedanken über mediale Internetblasen zu „etablierten Künstlern“, hier etwas sinnvolleres an einem anderen Ort als Ganzes zu sehen: Der Link zu der Geschichte

Aben(d)teuer aus der Schule ohne Bildung ein Fortsetzungsroman

sob1

skandalöses gähnen

13. März 2017 by
ein kleiner skandal in österreich über diesen text:
und ich hab ihn zwar nicht fertig gelesen, weil ich fand ihn etwas fad, aber ich finde es voll wichtig, mich hier völlig konsequenzlos mit meiner meinung zu profilieren (haha ich hab ja auf fb ein profil), denn weil die böse kronezeitung da gegen diesen reisebericht geschossen hat, und die bekannteste der autorinen wurde auf fb gesperrt und das find ich toll, die haben ihr naürlich eine aufmerksamkeit geschenkt, das wünscht sich so ein junger autor über alles, da lechtz der fast genauso danach wie nach der drogenalkiklischeebiografie bzw. der abgrenzung als abstinenzler.
und das freut mich, dass diese spiessbürgerliche benimmbedrohnung via boulevard, das ist ja soooooo neu auch nicht, aber eben nicht mehr funktioniert, das ist doch schön, total irelevant was die literatur oder kunst betrifft, klar aber super, oder super oder? wenn alles kommerz ist kannst du einen autor fertig machen, und juhuu, er verkauft mehr bücher, oder kriegt mehr klicks, ich mein das ist wirklich etwas total neues und gab es so noch nie, dass jemand einen skandal macht und dann kunst verkaufen kann, und heute geht es und das find ich super, weil das heisst, nur echte freigeister haben als künstler erfolg und so soll es doch bitte auch sein, oder, aber was muss ich nun sehen?
von 3sats kulturzeit bis zu miskis videoblog oder fm4 fallen auf die märtyerästehtik voll rein und der der moralische aufschrei von ihrer seite ist riesig und zwar gegen die kronenzeitung, jawohl, deren struktursubvention wird gar nicht wahrgenommen oder geschätzt, so ein facebook nazi hätte sich doch sonst nie mit einer frau sargnagel beschäftigt, und so wird wieder alles in seine alten ordnung zu rücken versucht, was da schon lange keine platz mehr hat, weil da elektroautos stehen und bagger, grosser gelbe bagger, weiss echt jeder, und ich lese den text um welchen es geht nun WIRKLICH und konzentriere mich nicht mehr auf die funktionsweise der neuen mit den alten medien als pseudozensurdelegatoren, merke dabei aber leider eben wie fad das geschrieben ist (eine andere beschreibung dafür zu finden, bin ich wiederum zu fad und fad ist als schweizer eh nur ein ganz billige geklautes wort, weil wir haben ja nur das vom englischen eingekaufte lame, dass man im coolen zürich benutzt) und werde mich mit der einen oder den anderen zwei autorinnen, ob die nun gut sind oder nicht, net weiter beschäftigen, weil gähn. also echt jetzt. die hehren kulturbeschützer haben es mir versaut. plötzlich kein aufreger mehr sondern bloss die üblichen fronten. das kann es doch nicht sein!
für mich bleibt die bange fragen, ob ein kokainsüchtiges päärchen, wenn sie die eskimoküsse geben, ob die das dann aus echter liebe tun oder eben gerade nicht.
der beitrag ist aber so lange geworden. den könnte ich grad noch @konverter.worpdress.com veröffentlichen. oder?

meine hose (3)

1. März 2017 by

löcher
löcher
löcher
löcher
löcher
löcher
löcher
löcher
löcher
löcher
löcher !
hat meine hose
ist das nicht traurig
das arme ding so
alt geworden und mit dem alter
kommen die löcher
und
die
nähmaschine
—–
nun
lassen
wir
das
—–

Das Joghurt. Zur Kritik der politischen Mykologie. Dritter und letzter Teil.

27. Februar 2017 by

In der Zwischenzeit hatten Hafermaas und Malhonneth versucht, sich an der Joghurt-Diskus-sion zu beteiligen, die sich in der Küche fortsetzte. Sie wendeten ein, dass Luhmanns systemtheoretischer Ansatz durchaus interessante Erkenntnisse hervorbringen könne, doch der Weisheit letzter Schluss sei er nicht. Stattdessen würden sie es bevorzugen, das Joghurtproblem diskursethisch zu betrachten, schliesslich sind die idealen Kommunikationsbedingungen gegeben, um im absolut nicht-entfremdeten Zusammenhang miteinander zu sprechen – die übrigen Diskussionsteilnehmer liessen sie nicht einmal ausreden und verscheuchten sie aus der Küche. Ein gewisses Verständnis und Wohlwollen für seltsame und ausgefallene Theorien war in dieser Wohngemeinschaft ja geradezu zwangsläufig vorhanden. Doch worauf die Kommunikations- und Anerkennungstheorien der beiden hinauswollten, war noch niemandem klargeworden. Soviel zu den idealen Kommunikationsbedingungen.
Gekränkt und sich missverstanden fühlend zogen sie sich in Hafermaasens Zimmer zurück, wo sie ihre diskursethischen und anerkennungstheoretischen Theorien weiter diskutierten. Die Stimmung wurde bald so euphorisch und ihre Stimmen immer lauter, dass Zimmernachbar Michel Foucault mehrmals gegen die dünne Zimmerwand klopfte. Zunächst wurden sie der Reklamation des Zimmernachbars gar nicht gewahr. Als Foucault nach kurzer Zeit erneut gegen die Wand hämmerte, hörten sie zwar die Geräusche, doch diskutierten sie unbeeindruckt weiter. Irgendwann aber platzte Foucault der Kragen. Nachdem er mit der Faust noch einmal so fest gegen die Wand hämmerte, dass drüben Putz von der Decke rieselte, liess er es dabei nicht bleiben, sondern kam herüber. Wütend klopfte er gegen die Tür. Diese wurde ihm von einem Hafermaas mit verstrubeltem Haar voller Putz geöffnet. Foucault hielt den beiden eine Standpauke: bevor sie grosse Töne spucken und mit Begriffen wie Diskursethik und Anerkennungstheorie um sich werfen sollten sie zuerst einmal den Begriff des Diskurses überhaupt verstehen – und das können sie natürlich nur, wenn sie Foucaults Bücher lesen. Überhaupt, so Foucault, würden die beiden besser ihre Zeit damit verbringen, über die Macht des Schimmels und dessen Praktiken nachzudenken, in denen er sich manifestiert. Als Foucault, immer noch zornig, die Türe wieder zuknallte, schauten Hafermaas und Malhohnneth ebenso verwirrt und verloren drein, wie als sie sie dem wütenden Foucault geöffnet hatten.
Währenddessen hatten Gretchen und Marcuse in dessen Zimmer Platz genommen und sich in ein Gespräch über Marcuses Werk vertieft. Nach etwa vierzig Minuten – die Zeit ging auf acht Uhr zu – klopfte Rudi Dutschke bei Marcuse an. Den Rest des Beitrags lesen »

Das Joghurt. Zur Kritik der politischen Mykologie. Teil II

27. Februar 2017 by

Luhmann hatte gerade durch die rechte Tür die Küche verlassen, um auf seinem Zimmer seine Schreibunterlagen und seinen Zettelkasten zu holen, als Horkheimer durch die linke Türe in die Küche zurückkehrte. In der Zwischenzeit hatten er, Benjamin und Adorno über die Möglichkeit markenloser Joghurts diskutiert. Benjamin war Feuer und Flamme für die Idee und hielt sie für unbedingt umsetzbar. Adorno hörte die Botschaft wohl, doch fehlte ihm der Glaube. Und Horkheimer selbst stellte betrübt fest, wie pessimistisch er auf seine alten Tage wurde. Er war in die Küche zurückgekehrt, weil er die Rechnung für die monatliche Miete hatte liegen lassen. Sie lag noch dort. Was Wunder. Als die Wohngemeinschaft gegründet worden war, ist Horkheimer zum Hauptmieter designiert worden. Jürgen Hafermaas und Axel Malhonneth mussten zuvor aber von allen gemeinsam davon abgehalten werden, zum Vermieter zu stürmen; sie waren – und sind immer noch – der festen Überzeugung, die idealen diskursethischen Bedingungen seien in der Wirklichkeit gegeben, sodass die Welt rein mittels Sprechakte verändert werden könne; man müsste also bloss mit dem Vermieter reden, dann würde sich das Problem der Miete in Luft auflösen. Ein paar Mitbewohner in spe hatten sie einfach ausgelacht. Adorno, Benjamin und Horkheimer, so erinnerte dieser sich, hatten aber bloss peinlich berührt die Decke angestarrt. Die Frage nach dem Hauptmieter stand damals also weiterhin im Raum. Plötzlich erinnerte jemand daran, dass Horkheimers Vater doch Fabrikant, also ein Unternehmer sei. Horkheimer müsse demnach doch bewandert sein in geschäftlichen Dingen. Unsolidarisch hatten Adorno, Benjamin und Marcuse geschwiegen, obwohl es einen von ihnen gerade so gut hätte treffen können. Eine ganze Woche hatte Horkheimer anschliessend nicht mehr mit ihnen gesprochen.
Horkheimer faltete die Mietrechnung und steckte sie in die Hosentasche seines Anzugs. Als er auf sein Zimmer zurückkehrte, fand er die Diskussion zwischen Adorno und Benjamin immer noch in vollem Gange. Adorno war damit beschäftigt, Motive in Benjamins Plädoyer für die markenlose Joghurt-Produktion ausfindig zu machen, an denen er Brechts schlechten Einfluss auf Benjamin aufzeigen könnte. Horkheimer setzte sich an seinen Schreibtisch und kümmerte sich um die Angelegenheiten, die bald am Institut für Sozialforschung anstanden. Er hatte gerade keine Lust mehr, sich an der Diskussion zu beteiligen, wollte die beiden aber auch nicht verjagen. Den Rest des Beitrags lesen »

Das Joghurt. Zur Kritik der politischen Mykologie. Teil I

27. Februar 2017 by

Paris, Mai 68. Eine Studenten-WG im Quartier Latin. Es geht auf zwei Uhr nachmittags zu. Die Stimmung ist angespannt; seit mehreren Tagen schon kann kaum jemand noch schlafen, weil Herbert Marcuse seit Tagen frühestens um vier Uhr morgens von «Diskussionen» mit seinen Studentinnen nach Hause kommt. Die Nerven liegen blank, niemand kann sich konzentrieren, alle sind aggressiv. (Ausser Marcuse selbst freilich, der seinerseits allerdings darüber irritiert ist, dass alle so verkrampft und angespannt sind.)

Langsam fand der Frühaufsteher Theodor Wiesengrund-Adorno den Weg in die Küche. In der vergangenen Nacht hatte Adorno ausserordentlich schlecht geschlafen. Nicht nur kam Marcuse erst zu einem Zeitpunkt nach Hause, an dem viel zu viele schon wieder an die Arbeit denken müssen, als ob das nicht genug wäre, erlebte Adorno in der vergangenen Nacht einen fürchterlichen Albtraum, von dem er sich noch immer nicht ganz erholt hatte. Ihm träumte, Gretel Adorno, Max Horkheimer und dessen Frau Maidon seien auf einmal wilde Jazz-Fans geworden, die versuchten, Adorno zu überzeugen vom ekstatischen, von allem befreienden Jazz. Unfähig etwas dagegen zu tun, stand Adorno gebannt da, während die drei zuckend um ihn herum tanzten. Adorno schüttelte es. Gemächlich tastete er sich vorwärts – seine Augen hatten sich noch nicht an das Licht gewöhnt. Er kochte heisses Wasser für den Kaffee.
Er schlurft zum Kühlschrank, öffnet ihn….
und machte ihn sofort wieder zu.
Ihm wurde gelb und grün im Gesicht, doch Adorno fasste neuen Mut, denn Kaffee ohne Milch kann er einfach nicht trinken. Vorsichtig öffnete er die Kühlschranktüre erneut und während sich seine Hand langsam in Richtung Milch bewegt, schielt er zum ekelhaften Objekt hinüber, das sein Auge erblickt hatte. Hinten, im Ecken des obersten Fachs stand ein geöffnetes Joghurt, dessen Schimmel die ursprüngliche Akkumulation bereits abgeschlossen hatte. Angewidert nahm Adorno die Milch schnell heraus und schloss hastig die Kühlschranktüre.
Währenddessen hatte der zweite Frühaufsteher der Wohngemeinschaft seinen Weg in die Küche gefunden. Adorno erschrak, als er sich umdrehte und seinem Kaffee zuwenden wollte – denn hinter ihm stand Max Horkheimer.
«Guten Morgen Teddie.»
«… guten Max. Du hast mich erschreckt.»
«Tut mir Leid.»
«Kaffee?»
«Gerne.»
«Ich hatte einen fürchterlichen Alptraum.»
«Wovon träumtest Du denn?»
«Ich träumte, dass Gretel, Du und Maidon sich in wilde Jazz-Fans verwandelten und mich umtanzten und mich vom Jazz überzeugen wolltet.»
Horkheimer schüttelte es ebenfalls bei dieser Vorstellung.
«Und zu allem Übel steht auch noch ein geöffnetes verschimmeltes Joghurt im Kühlschrank.»
«Widerlich.»
«Weisst Du, wer es herein gestellt haben könnte?»
«Nein. Ach, in der bürgerlichen Gesellschaft war freilich einiges schlecht, aber weisst Du noch, als wir noch jünger waren, da waren die Joghurts noch gut. Die sind nie verschimmelt. Keine massenproduzierten Waren, wie es sie heute gibt.»
«Wo Du recht hast, hast Du recht.»
Die beiden setzten sich an den Tisch und vertieften sich in ein Gespräch darüber, was in der bürgerlichen Gesellschaft alles noch gut gewesen war.
Da sie miteinander diskutierten, bemerkten sie nicht, dass schon der dritte Mitbewohner in der Küche auftauchte. Die Hände weit von sich gestreckt stolperte Walter Benjamin durch den Raum und stiess an jedes Möbel an. Er hatte seine Brille wieder einmal in der Küche liegen lassen. Horkheimer wurde auf den Hinzugekommenen aufmerksam und nachdem er dessen Brille ausfindig gemacht hatte, reichte er ihm diese.
«Besten Dank.»
«Gern geschehen.»
«Habt ihr gut geschlafen?»
«Niemand schläft gut, wenn der Herbert erst zu Uhrzeiten nach Hause kommt, bei denen anständige Menschen schon wieder zur Arbeit gehen.»
«Hm.»
«Teddie hatte einen Alptraum.»
«Hm?»
«Er träumte, dass Grete, Maidon und ich uns in Jazz-Fans verwandelten, ihn wild umtanzten und vom Jazz überzeugen wollten.»
Die Vorstellung bringt Benjamin zum Lachen.
«Und zu allem Übel», schaltete sich Adorno in die Diskussion ein, dem es merklich unwohl dabei war, wenn seine Alpträume kolportiert werden, «steht im Kühlschrank ein verschimmeltes Joghurt.»
«Oj wej. Wisst Ihr, wem es gehören könnte?»
«Nein, aber Max fand, dass das bei den Joghurts der bürgerlichen Gesellschaft, die wir frühen assen, niemals passiert wäre.»
«Da hat er recht. Man sehe sich alleine schon die Kartonverpackungen der Joghurts an. Dank der technischen Reproduzierbarkeit gleicht eine Verpackung der anderen.»
Adorno und Horkheimer blickten einander an, verdrehten die Augen und hofften, dass in der Ausführung, die jetzt offenbar folgen wird, Benjamin wenigstens nicht von Aura sprechen wird.
«Die technische Reproduzierbarkeit hat dazugeführt, dass ein Joghurt wie das andere aussieht, so wie ein Ei dem anderen gleicht. Zudem geht die technische Reproduzierbarkeit einher mit einem Verlust an Erfahrung, mit einer regelrechten Erfahrungsarmut. Niemand stellt heutzutage mehr seine eigenen Joghurts her, darum weiss auch niemand mehr, wie man Joghurts selbst herstellt.»
Benjamins Zuhörer begannen, von ihm unbemerkt, bullshit-bingo zu spielen, während sie sich die grösste Mühe gaben, den Schein zu wahren, dass ihre Aufmerksamkeit ungeteilt sei.
«Arm sind wir geworden. Doch ob diese Armut vom kommenden Sozialismus oder von einer neuen Barbarei kündet, ist unklar. Alles wird davon abhängen, ob wir unsere eigenen Joghurts machen können.»
Horkheimer und Adorno schoben unauffällig ihr bullshit-bingo zur Seite; keiner der beiden hatte gewonnen, da Benjamin die Aura nicht erwähnte. Sie tranken ihre Kaffees fertig und zogen sich in Horkheimers Arbeitszimmer zurück, weil er die grössten Zimmer der Wohngemeinschaft hat. Benjamin frühstückte nie; wer braucht schon Kaffee, wenn er in den Taschen immer was zu naschen hat?

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Giacobbo/Müller

27. Februar 2017 by

Vor einiger Zeit fuhr ich nach einem langen Arbeitstag mit dem Bus nach Hause. Der Bus war weitgehend leer, aber auf der anderen Seite des Mittelgangs sass eine ältere, etwas dickliche Frau. Sie hatte ein Smartphone in der Hand und schaute sich ein Video an. Dem Ton nach war es ein Ausschnitt aus einem Comedyprogramm oder einer Lateshow. Das Handy war ziemlich laut eingestellt, aber ich verstand nicht, was gesagt wurde, hörte nur immer wieder Lacher aus der Konserve. Wahrscheinlich „Giacobbo/Müller“, dachte ich und rümpfte die Nase. Was immer es war, es nervte mich, besonders in dieser Lautstärke. Ich dachte böse Sachen über ältere Menschen und Handys.
Ich wollte schon etwas sagen und blickte giftig zu der Frau hinüber, da lachte sie ein kindliches Lachen. Wirklich wie ein kleines Mädchen; ungetrübte Freude. Ich hielt den Mund.

herausragendes politisches gedicht nummer 21

25. Februar 2017 by

ene mene muh
verdruss bisch du

ene mene mack
verhau den sack

ene mene muff
das git puff

ene mene matt
mach alles platt

Offener Brief aus Schwamendingen

23. Februar 2017 by

[ein Brief aus Schwamendingen, der uns zugeschickt wurde; anlässlich der Suche gewisser linker akademischer Kreise nach einer sozialen Identität… da versuchen manche Leute auf dem Reissbrett das herzustellen, was sie an sich selber nicht wahr haben möchten und suchen danach, wie sie „die Massen“ für ihre Partei gewinnen könnten…]

Dieses Jahr werden sie vermutlich anfangen mit dem Häuser Abreissen. Dann werden wir von hier weg ziehen müssen. Wir wissen noch nicht, wohin. Wir wohnen seit zehn Jahren hier, seit beschlossen wurde, dass die Autobahn überdacht werden soll. Wir leben hier so vor uns hin, mal besser, mal schlechter, neben der Autobahn und hinter den Schallschutzwänden. Die Architekten haben tolle Pläne, von Grünflächen, Parks, Begegnungszonen. Die Politiker, die sind schon ganz scharf darauf; sie sagen, das Quartier würde dadurch endlich aufgewertet werden. Alle freuen sich wie bekiffte Käfer drauf. Nicht nur die Sozialisten, auch die Christen, die Faschisten und die Liberalen und die Evangelikalen und was weiss ich. Die einzigen, die sich nicht freuen, sind wir, die wir hier wohnen.

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