herausragendes politisches gedicht nummer 21

25. Februar 2017 by

ene mene muh
verdruss bisch du

ene mene mack
verhau den sack

ene mene muff
das git puff

ene mene matt
mach alles platt

Offener Brief aus Schwamendingen

23. Februar 2017 by

[ein Brief aus Schwamendingen, der uns zugeschickt wurde; anlässlich der Suche gewisser linker akademischer Kreise nach einer sozialen Identität… da versuchen manche Leute auf dem Reissbrett das herzustellen, was sie an sich selber nicht wahr haben möchten und suchen danach, wie sie „die Massen“ für ihre Partei gewinnen könnten…]

Dieses Jahr werden sie vermutlich anfangen mit dem Häuser Abreissen. Dann werden wir von hier weg ziehen müssen. Wir wissen noch nicht, wohin. Wir wohnen seit zehn Jahren hier, seit beschlossen wurde, dass die Autobahn überdacht werden soll. Wir leben hier so vor uns hin, mal besser, mal schlechter, neben der Autobahn und hinter den Schallschutzwänden. Die Architekten haben tolle Pläne, von Grünflächen, Parks, Begegnungszonen. Die Politiker, die sind schon ganz scharf darauf; sie sagen, das Quartier würde dadurch endlich aufgewertet werden. Alle freuen sich wie bekiffte Käfer drauf. Nicht nur die Sozialisten, auch die Christen, die Faschisten und die Liberalen und die Evangelikalen und was weiss ich. Die einzigen, die sich nicht freuen, sind wir, die wir hier wohnen.

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Burgschauspieler und Dilettantismus

17. Februar 2017 by

Die Burgschauspieler sind kleinbürgerliche Popanze, die von der theatralischen Kunst Kunst nicht die gerinste Ahnung haben und die aus dem Burgtheater längst ein Siechhaus ihres dramatischen Dilettantismus gemacht haben.
[…]
Und die Joana hat zeitlebens von einer Ballerinenkarriere an der Oper geträumt, schliesslich von einer gefeierten Burgschauspielerin, die sie hatte werden wollen; sie ist zeitlebens nichts als eine tanzende und schauspielernde Dilettatin, sozusagen privatunterrichtende Bewegungstherapeutin geblieben.
[…]
Im Grunde habe er, der John, von dem von der Joana so genannten Bewegungsstudio nichts gehalten, wäre schon gleich im ersten Moment der Überzeugung gewesen, dass es sich bei diesem sogenannten Bewegungsstudio nur um eine Möglichkeit der Joana handelte, sich
über Wasser zu halten, persönlich, wie er sich ausdrückte, geistig, finanziell sei aus dem Bewegungsstudio in der Simmeringer Hauptstrasse nichts herauszuholen gewesen, es seien auch nur mehr oder weniger mittellose Leute zur Joana in dieses Bewegungsstudio gekommen, junge angehende Schauspieler, ältere dilettierende Theaterleute, die noch mit fünfzig und mit sechzig an eine Karriere glaubten, die aber überhaupt keine Aussicht, nicht die geringste Chance auf eine solche Karriere mehr gehabt hätten naturgemäss.
[…]
Und wir empfinden es als nichts anderes, als eine gemeine Unerträglichkeit, dass dieser Mensch, den wir so lange verehrt, wenn nicht gar wirklich geliebt haben und der uns sozusagen die Augen und die Ohren für alles und also die ganze Welt, und vor allem für die künstlerische Welt geöffnet hat, am Ende eine so miserable eigene Kunst gemacht hat, einen fürchterlichen Dilettantismus betrieben hat selbst, während er ununterbrochen nur von dem
höchsten und von dem allerhöchsten Anspruch gesprochen und uns selbst in diesem höchsten und allerhöchsten Anspruch gelenkt und erzogen hat so viele Jahre.
[…]
Durch ihren eigenen Dilettantismus hat dich die Jeannie hintergangen und betrogen, sagte ich mir, während ich zuschaute, wie sie jetzt auch voller Abneigung und Hass, das über sich ergehen liess, das der Burgschauspieler noch immer zum besten gab, zurückgelehnt in seinem Sessel wie die Anderen, darauf wartend wahrscheinlich, wie ich dachte, dass die Auersberger die doch schon steife und starre Tischgesellschaft auflösen und in das Musikzimmer zurückbitten wird.
[…]
Fahren Sie hin, wo Sie wollen, sagte er, gehen Sie in die Mailänder Scala oder in die Metropolitan Oper in New York oder gehen Sie in das Londoner Nationaltheater oder in die Comédie Française, alles nichts gegen Wien, alles letztenendes stümperhaft, dilettantisch, das ist die Wahrheit.
[…]
Nein, nein, sagte der Burgschauspieler, ein dilettantisches, ein abgeschmacktes Theater wird in Deutschland gespielt, letzenendes ein dummes Theater, in das die Deutschen schon immer vernarrt gewesen sind. Hilflos und dilettantisch ist das deutsche Theater immer gewesen, das ist die Wahrheit.

Thomas Bernhard, „Holzfällen“

[Gastbeitrag Franco Bellettini] Es war einmal in Europa

13. Februar 2017 by

[Etwas Kurzes, das uns Franco Bellettini geschickt hat… Ein Rundumschlag, ein Zürnen. Damit nicht vergessen geht, was man sich vornimmt, zu erinnern… Auf die Frage, ob wir es publizieren sollen, die Antwort: „Nur wenn ihr jedem Leser eine Kalschnikow spendiert…“ – das können wir nicht, aber wir lassen das mal so stehen.]

Es war mal in Europa
in ganz Europa
normal nach
Tränengas statt nach Deo
zu riechen

und den Müll in
Barrikaden zu verwandeln
so normal
wie Konzerte zu stürmen

es war auch einmal undenkbar
dieses Europa der Konzerne
mit Internationalismus
zu verwechseln

damals, als Oekologie Teil
einer sozialen Bewegung
war und der Feminismus
hunderttausende
auf die Strassen spühlte
und nicht nur ein paar
in die Chefetagen
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Demokratie – Arschloch

28. Januar 2017 by

Anlässlich der immer noch existierenden Demokratie

In Basel findet ein Kongress „Reclaim Democracy“ statt. Nach eifrigem Kotzen und Verdrängungsprozessen riefen einige Filetonkel zu einem Wetterwerb der Kritik auf… oder so…

Ein recht dummes Kleinkind hat etwas gezeichnet, ein grösseres Kind ohne Uniabschluss hat was dazu geschrieben und dann noch mehr geschrieben. Dies alles wurde uns anonym über Darknet zugeschickt in vorauseilendem Ungehorsam und so…

 

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Echt wahre Wahrheiten

 

Bestimmt nicht aus PolitikerInnenfeder!

Keine SoziologistikerInnen beteiligt!

Garantiert genau so!

 

Demokratie

Demo ist das Volk – und nicht etwa ein Saubannerzug. Ts. Wir alle sind das Volk. Echt einfach. Ausgeschlossen sind alle anderen. Kratieren heisst regieren. Etwa. Also herrschen wir. Weil das aber tami ned eifach ist, haben wir als Volk entschlossen, dass das andere (nicht die anderen von vorher, die nicht dabei sind, andere halt) für uns machen.

PolitikerInnen

Einige von euch habens erraten. Diese andern, die sind PolitikerInnen (das grosse I steht für die Möglichkeit eines Penis). Sie entstehen in Unis, Hipsterbüros und offensichtlich durch die Paarung alter, langweiliger und meist weisser Männer. Manchmal treffen sie sich, um das kratieren besser abzusprechen, weil, sie habens uns schliesslich versprochen.

Parteien

Kommen zu viele auf einen Haufen zusammen, dann müssen sie sich einen gemeinsamen Namen geben. Sie sind irgendwie alle verschieden, weil sie ja auch für uns, also verschiedenen uns (wie die einzelnen Bananen einer Bananenrepublik, äh Staude) gemacht sind. Auch Volkswille halt. Dann sitzen sie recht regelmässig zusammen und entscheiden über unser Leben

Das ist dann ähnlich wie beim Schaffen, so der Vorstand, der sagt, was wir machen – und angeblich hat das beides so einer der alten gescheiten Männer (recht weiss war er) erfunden, nachdem er die erste Dampflok verkauft hat oder so. Jedenfalls ähnlich.

Wirtschaft

Also deswegen, weil das ja derselbe gemacht hat, ist dann auch die Firma die Partei und umgekehrt. Damit wirklich halt alle zusammen arbeiten. Und genau wie ja auch jedeR so zum Millionär werden kann in der Demokratie, können wir ja auch alle so Parteidinge machen. Dann schliesst sich eben der Kreis, also die Schlange beisst sich in den Schwanz.

Das hat jetzt ja seit etwa 500 Jahren gut funktioniert und allen geht es immer besser, weil ja alle wirklich frei sind und so, also machen können, was sie wollen. Und deswegen funktioniert die Demokratie ja so gut. Und deswegen machen sie weiter (was sie wollen). Vielleicht reklamieren die wilden unter ihnen mengisch, aber zusammen (ausser den andern) geht’s am besten –  s am glyche Strick zieh.

 

Reclaim Democracy! Würkli wohr!

change great

27. Januar 2017 by

make-chance-great-again

Basel: No Budget Filme / mit Pinguinen

21. Januar 2017 by

no-budget_filme-2016Wir sind wieder mal in der Kunsthalle in Kleinbasel. Wir zeigen unseren Film „Die Revolte der Pinguine 2“ zweimal. Es gibt Diskussionen, es wird langweilig, lustig, aber es wird. Etwas wird immer. Kommt am Sonntag zum Donnschtigsjass und lasst euch vom Pfarrer auf dem Beichtstuhl zum Schaffott befingern. Father Ted will be present, of course…

19. Januar 2017 by

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Silvester mit Kerzen

5. Januar 2017 by

silvester16

[Montagsgedanken] Werbung, die propagandafreie Ideologie

26. Dezember 2016 by

Es ist wieder Weihnachten und das heisst, wir wollen uns an diesem Tag auf das besinnen, was Weihnachten eigentlich bedeutet: Kommerz und Werbung. Also lasst uns gemeinsam inne halten und diesem wichtigen Tag gedenken, der gefühlt einen Sechstel des Jahres bestimmt und lasst uns darüber hinaus anhand einiger Beispiele in den Mechanismus der Werbung eindringen…

wohin_fuehrt_das

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