ja gut, ich hab das noch nie erzählt.
auch ich hab dieses hobby. und falle jetzt mit der tür ins haus, auch wenn heute viel darüber disktuiert wird. ja auch ich mache es: babyerschrecken. für jene die es nicht kennen: man sitzt zb. im einkaufszentrum auf einer dieses sitzgelgenheiten ohne lehne in der mitte des ganges und wenn jemand mit einem baby (die regeln sind umstritten, ich denke wir reden so bis zu 12 Monate) vorbeigeht, springt man aus dem nichts auf und erschreckt das kleinstkind kurz aber heftig.
und ja es ist wie auto fahren, fleisch essen, schnaps trinken, koksen, entenjagd und fallschrimspringen aus heissluftballonen heutzutage super umstritten. aber ich stehe dazu, ich hab damit angefangen, im internet gleichgesinnte gefunden und ich kann damit nicht aufhören. trotzdem möchte ich einige böse klischees aus der welt räumen.
der wichtigste punkt ist, es geht nicht wirklich um die babies, okay, sie sind nur mittel zum zweck. wer behauptet es ginge darum die kleinsten zu quälen, der lügt einfach, meine meinung. mit der richtigen technikvergessen die das eh gleich und werden noch oft erschrecken in ihrem leben. es geht darum bei menschen jene schutzreflex auszulösen, der uns mit der heftigsten spontane (!) reaktion konfrontiert, welche die menschliche natur zu bieten hat. wenn es einen anderen weg gibt, bitte zeigt es mir.
in wirklichkeit geht es um die begleitung, die erwachsenen oder halbwüchsigen um den kinderwagen herum; im fachbegriff „das umfeld.“ die kunst des babyerschreckens-sports liegt in der wahl dieses umfeldes, grad auch international. anfänger brauchen oft jahre, bevor sie überhaupt den mut finden, ein baby zu erschrecken, dessen umfeld nicht sofort reiss aus nimmt, sondern sie stellt und reagiert. und natürlich reagiert der stämmige grossvater, die grossfamilie, die junge mutter mit den springerstifeln und die yuppie familie auf dem lastenfahrrad jeeder für sich gesehen anders. aber diese reaktion zu challengen, wie wir sagen, darum geht es eigentlich beim baby erschrecken und das möchte ich betonen. sonst wäre das ja ein totaler kranker sport!
natürlich gibt es als ausweg die biofake varianten, aber wir pros wollen das nicht. ich sag mal, das versemmelt der storch, da lacht das sumpfhuhn, da gibt der bartwuchs den tiefeseetaucher, den ignoriert der autobahnpeter. ich meine dieses improtheater ding, wo ein paar typen so wrestling mässig mit puppe die familie spielen, und es dann zur inszenierten schlägerei kommt ohne verletzte, das ist doch einen billige show fürs internet, da sag ich nein, das könnt ihr am schloss herzogenbuchsee machen, aber nicht mit mir! ich sage immer, es muss kein blut fliessen, aber wenn eines fliesst, dann muss es echtes blut sein.
ja ich finde extrem dinge falsch sei es die liftübung oder die balkonüberschaschung, das katzen ding genauso wie die rattentrophy, auch das stehlen und davon laufen war und ist nie mein ding gewesen, schneeballwerfen meiner meinung kommt das von den münchnern, die sich irgenwie immer so behaupten müssen, so wir haben es auch entdeckt und sind jetzt die nummer eins, die krassesten der krassen, da sag ich nein! das ist übertrieben und schadet dem ganzen buisness. und ja leider im smartphonezeitalter ist es ein buisness geworden. spätestens mit dem einstieg von red bull. inzwischen kennt es ja jeder und es gibt so gar tipps von der polizei wie man reagieren soll als opfer. ja ich geb auch das ganz offen zu: ich vermisse die gute alte zeit. wo nicht jede zweite sonntagszeitung und jeder dritte onlinesportberichterstattungsverschnitt schon mal was zum thema gebracht hatte.
aber für mich ist klar, grad durchdie kommerzialisierung hat sich diese sache in eine so komische richtung entwickelt. früher im underground gab es noch ehre und regeln. so was wie die hundwindel-meiner meinung nach unvollstellbar. das mit dem kaffee war war ein versuch der frühen jahre und wurde dann wieder schnell aufgegeben. aber soll ich jetzt den jungen als alter hase abraten einzusteigen, das wäre doch auch irgenwie verlogen und zwiespältig oder? wo ich für meine leben, meine karriere, mein wissen über die welt so sehr profitiert habe, wo ich die menschen nun wirklich, wirklich kenne?
ich gebe dem nachwuchs lieber tipps, erkläre die schutzausrüstung, warum auch schienbeischoner wichtig sind, wann leaving einfach notwendig ist und wie man mit einer festnahme umgeht. am schluss noch ein persönlicher gedanke, es stimmt schon, alle, auch die babies sind ziemlich verweichlicht heute, aber grad unser sport zeigt, dass deswegen nicht alles langweiliger und substanzloser werden muss, meiner meinung nach, sondern ganz im gegenteil.
falls ihr fragen, erlebnisse oder wünsche habt, schreibt es mir gerne in die kommentare.