Ga-Gaga-Rin-Rage: Das grosse Christbaum-Schleppen in Basel

20. Februar 2019 by


 
 

IN BASEL WAR DIE HÖLLE LOS!
… … …
Na gut, es war ein Höllchen bloss.

 
 
Am Sonntag, 13. Januar fiel die Gruppe Konverter einmal mehr in Basel ein. Wir hatten das angekündigt unter dem Titel Ga-Gaga-Rin-Rage. Das Programm beinhaltete:
1. Einen künstlerischen Spaziergang
2. Eine Diskussionsrunde mit Gekritzel plus Märchen-Lesung
3. Einen Vortrags-Besuch
Dies nun ist der Rechenschaftsbericht.

Wann nahm das Unheil seinen Anfang? Vergangenen November. Al Brecht besuchte die Kunsthalle Kleinbasel, die mit einer Eröffnungsausstellung (Tjefa Wegener: Aktfotografie) die Tatsache feierte, dass sie endlich neue Räumlichkeiten gefunden hatte, und zwar in einer ehemaligen Bäckerei. „Die Wände trugen noch Spuren alter Schokolade“, so Albrecht.
Bei dieser Ausstellung lernte Al Brecht den Russen Ivan Isaev kennen, der als Curator in Residency in Basel wirkte (ein Projekt des Ausstellungsraums Klingental mit dem Atelier Mondial und Pro Helvetia).
Ivans Projekt blind_spot sollte eine offene, verstreute Plattform für alle bieten, die mitmachen wollen – ein Konzept, das sich mit unserem durchaus überschneidet. Eins führte zum anderen, und so lud uns Ivan nach Basel ein. Es sollte eins seiner letzten Projekte in der Stadt sein; zwei Tage später reiste er nach Russland zurück.

 
Spaziergang mit Ulla M. Brella

Zu viert stiegen wir am Hauptbahnhof Zürich in den Zug. Neben Al Brecht hatten sich Ulla, Rogerg und Mama Migros zur Exkursion eingefunden; Barry B. hatte sich wegen fortgeschrittener Erschöpfung entschuldigt.
Wir hatten befürchtet, den Spaziergang bei kalten Regenwetter durchführen zu müssen – doch wurden wir angenehm überrascht. Der Regen machte Pause während des Spaziergangs, und es war zwar nicht gerade warm, aber immerhin wärmer als in Zürich (wie es so oft der Fall ist). So kamen wir guter Dinge an unserem Ziel an, wo uns Ivan abholte und uns Tramtickets zahlte. (Kleiner Schreckmoment: Hatten wir uns grade indirekt von Pro Helvetia mitfinanzieren lassen?)
Treffpunkt war der Kannenfeldplatz. Allzu viele Spaziergänger warens nicht (der Wetterbericht hatte wohl abgeschreckt), aber Jasmin von der erwähnten Kunsthalle war darunter. Zunächst gings durch den Kannenfeldpark über den nassen, morastigen Rasen. Es war wie in dieser Szene in Die unendliche Geschichte, in der Atréju sein Pferd an die Sümpfe der Traurigkeit verliert. Unsere armen Schuhe.
Im Park kamen wir an einer Art Arena vorbei; die perfekte Gelegenheit für eine Spontanlesung eines Auszugs aus Al Brechts Spartacus. Da geht Marcus Flavius Tullus (Rogerg) mit seinem Sohn (Jasmin) zum Gladiatorenmeister Batiatus (Al Brecht), um sich einen Privatkampf mit Spartacus anzusehen. Unsere Jacken flatterten im Wind.

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Böses Blau

12. Februar 2019 by

Kaltes Licht und trockne Wut
blick‘ rauf, rauf
Fahrleitungen singen.
Kalter Stein, zitternde Hand
den Jackenaufschlag im Nacken
blinzelt Steingestalt.
Das Laub raschelt böse.
Im Vorbeigehen: Augen, die glitzern.
Blick‘ rauf, rauf
erwarte, dass Schnee in die Pupille greift.
Der Fuss im Takt, er wippt auf Stein
so kauert dieser Säulenstein
und blickt rauf.
Böser Stein und böses Blau.
„Blau,“ murmelt der Verkehr
„Blau,“ singen die Fahrleitungen.
Er weiss es nicht,
doch ehe die Nacht durch ist,
wird er tot sein.

Gesicht wie Backpapier, dünn die Schichten
eine Papierhülle, ein Tosen von Blau.
Er weiss es nicht,
denkt nicht,
sieht nicht,
aber schmeckt:
Das Licht, die Wut, den Stein
schmeckt mit Augen
und antwortet sich selbst, mit „blau“.

Erkaltet und zermalt
die Augen blaue Kristalle
Noch vor dem Morgen kommt ein Tod
er kommt als Besuch
ein böses Blau.
Die Fahrleitungen singen
zwei trockne Lippen summen mit
ein Reklameschild scheppert leise
das Neonlicht hüllt ein
ein böses Blau.
Hände starr, erstarrt
der Blick: Er starrt auf seine Finger
die wie Zapfen farblos hängen
nur ein Schimmer, gläsern,
ein böses Blau.

Der alte Galgen: Der Twist

11. Februar 2019 by

Der alte Galgen

mangel

7. Februar 2019 by

mangel

21. Januar 2019 by

Kirche, Staat und Unterdrückung bricht

18. Januar 2019 by

Wein‘ nicht, wenn die Barrikade fällt (Bamm Bamm, Bamm Bamm)
Es gibt einen, der zu Dir hält (Bamm Bamm, Bamm Bamm)

Kirche, Staat und Unterdrückung bricht
Aber uns’re Revolte nicht
Alles, alles geht vorbei
Doch wir sind ihr treu

Könn‘ wir mal nicht an ’ner Demo sein (Bamm Bamm, Bamm Bamm)
Denkt daran, wir sind nicht allein (Bamm Bamm, Bamm Bamm)

Kirche, Staat und Unterdrückung bricht
Aber uns’re Revolte nicht
Alles, alles geht vorbei
Doch wir sind ihr treu

Nimm Michels Memoiren von mir (Bamm Bamm, Bamm Bamm)
Bist Du traurig sagen’s Dir (Bamm Bamm, Bamm Bamm)

Kirche, Staat und Unterdrückung bricht
Aber uns’re Revolte nicht
Alles, alles geht vorbei
Doch wir sind ihr treu

Kirche, Staat und Unterdrückung bricht
Aber uns’re Revolte nicht
Alles, alles, alles geht vorbei
Doch wir sind ihr treu

GA-GAGA-RIN-RAGE

12. Januar 2019 by

Die Garage wird mobil und ist unterwegs…

Diesen Sonntag, 13. noch nichts vor?
Bist du einsam und sehnst dich nach anderen Menschen?
Scheint dir das Leben Gurke?
Kennst du die Dysfunktionalität des heimatlichen Konzepts und fragst dich, ob du aus strukturellen Gründen dort bist, wo du bist, oder ist es der Fahrplan, der dich im Matsch stehen lässt?
Dann komm mit uns nach Basel (wir hauen auf die Kunstkacke). Lesung, Spaziergang, Perfomance, Bla-Bla, Bier? Bier (nein, nicht schon wieder, ich habe Neujahrsvorsätze!).
Sonntag, 13. Januar – Konverter: GA-GAGA-RIN-RAGE (KUNST VS KACKE)
Konverter kommt wieder einmal nach Basel. Im garstigen Regenwetter spazieren wir gemeinsam mit Ulla M.Brella. Es geht um Entschleunigung, Schildkröten und Umherschweifen im urbanen Raum. Im Kaskadenkondensator erzählt Molotov surreale Märchen und ein rasierter Bernhadiner erzählt vom Programm der Dilettantistischen Internationale. Die Garage wird mobil und ist unterwegs.
14.30 Kannenfeldplatz, dann Kannenfeldpark: Spaziergang mit Ulla M.Brella
16.00 Kaskadenkondensator: Molotovs Märchen und der rasierte Bernhadiner (Burgweg 7)
18.00 Überleitung zum Abendprogramm.
Für die Leute aus Zürich: Wir treffen uns beim HB Gleis 15, 13.00 Uhr Zug nach Basel.

kmb

25. Dezember 2018 by

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Eine grosse Abrechnung

25. Dezember 2018 by

Mit Philippe Kellermanns Buch Marxistische Geschichtslosigkeit liegt ein wichtiger Beitrag zur Gespaltenheit von Anarchismus und Marxismus, genauer zur „Nicht-Rezeption des Anarchismus im zeitgenössischen Marxismus“, wie es im Untertitel heisst, vor.
Das Buch besteht aus vier Studien. In der ersten untersucht Kellermann Georg Fülberths Basiswissen Band Sozialismus (Köln 32018) und zeigt die Problematik vieler darin enthaltener Aussagen auf und weist immer wieder darauf hin, dass die anarchistischen Bewegungen und deren Theoriebildungen gänzlich ignoriert werden. So suggeriert Fülberth durch seine Darstellung, dass Sozialismus immer schon marxistischer, kommunistischer, jedenfalls nicht-anarchistischer Sozialismus sei. Abgesehen vom anarchistisch-marxistischen Konflikt geht dies auch schlicht an der Wortbedeutung vorbei.*
*„Vor der Errichtung der Sowjet-Herrschaft diente der Ausdruck sozialistisch dazu, Modelle der ökonomischen Organisation zu benennen, in denen Gemeineigentum an Produktionsmitteln mit der Erhaltung einer vage definierten Freiheit im Konsumbereich verbunden ist.“ Karl Pribram: Geschichte des ökonomischen Denkens. Erster Band. Übersetzt von Horst Brühmann. Frankfurt am Main 1998. S. 378.
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Theo und Max

21. Dezember 2018 by

 

Entwurf für einen nie vollendeten Pinup-Kalender für Menschen, die Fans der Frankfurter Schule sind und denen man vorwirft, sie betreiben geistige Masturbation…

Oder: Wie auch ein Geisteswissenschaftler Theorie zur Praxis treiben kann.