Archive for the ‘Elend im Kunststudentenmilieu’ Category

Über die Kulturindustrie in „Dialektik der Aufklärung“ von Adorno und Horkheimer

21. April 2018

Die Kulturindustrie kann als „eine Form der intellektuellen Produktion unter den Bedingungen von Fordismus12 bezeichnet werden und ist somit unmittelbar an die Entwicklungen des Kapitalismus zu Beginn des 20. Jahrhunderts gekoppelt. Jegliche Ansätze, die die Kulturindustrie auf eine bloße Medientheorie reduzieren, werden ihrem begrifflichen Inhalt nicht gerecht. Vielmehr bezieht sich der Begriff „Kulturindustrie“ auf jegliche kulturelle Äußerung innerhalb kapitalistischer Produktionsverhältnisse seit dem Fordismus. Das beinhaltet die Wissenschaft, den städtischen Raum, die Musik, die Politik, die Architektur usw.3 Auch wenn der Kultur innerhalb kapitalistischer Gesellschaften ein Hauch der Selbstbestimmung und Originalität anhaftet, die den Schein erwecken, sich der rationalisierten kapitalistischen Produktionsweise zu entziehen, identifizieren Horkheimer und Adorno die Kultur als vereinheitlichtes, uniformes System, das die wirtschaftliche Rationalität beständig reproduziert. „Film, Radio, Magazine machen ein System aus. Jede Sparte ist einstimmig in sich und alle zusammen.“4 (more…)

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No Surrender

27. Juni 2017

Offener Brief aus Schwamendingen

23. Februar 2017

[ein Brief aus Schwamendingen, der uns zugeschickt wurde; anlässlich der Suche gewisser linker akademischer Kreise nach einer sozialen Identität… da versuchen manche Leute auf dem Reissbrett das herzustellen, was sie an sich selber nicht wahr haben möchten und suchen danach, wie sie „die Massen“ für ihre Partei gewinnen könnten…]

Dieses Jahr werden sie vermutlich anfangen mit dem Häuser Abreissen. Dann werden wir von hier weg ziehen müssen. Wir wissen noch nicht, wohin. Wir wohnen seit zehn Jahren hier, seit beschlossen wurde, dass die Autobahn überdacht werden soll. Wir leben hier so vor uns hin, mal besser, mal schlechter, neben der Autobahn und hinter den Schallschutzwänden. Die Architekten haben tolle Pläne, von Grünflächen, Parks, Begegnungszonen. Die Politiker, die sind schon ganz scharf darauf; sie sagen, das Quartier würde dadurch endlich aufgewertet werden. Alle freuen sich wie bekiffte Käfer drauf. Nicht nur die Sozialisten, auch die Christen, die Faschisten und die Liberalen und die Evangelikalen und was weiss ich. Die einzigen, die sich nicht freuen, sind wir, die wir hier wohnen.

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Manifest des Dilettantismus

27. Februar 2016

Ein hoch auf den Dilettanten! Denjenigen, von dem man sagt, dass er es nicht kann und lieber lassen sollte. Der Dilettant ist Widerspruch: Er macht es trotzdem. Dem Dilettanten ist es egal, dass er etwas nicht kann, im Gegenteil: Gerade weil er es nicht kann, macht er es.

Dilettantismus heisst, sich nichts einreden zu lassen.

Dilettantismus heisst: Hin zu stehen, zu machen.

Dilettant ist man nicht durch eine Art des Denkens, eine Art des Bewusstseins. Dilettant zu sein ist keine Theorie. Einen Dilettanten erkennt man nicht an seiner Meinung. Der Dilettant tritt in die Welt durch seine Tat.

Ein jeder ist Dilettant, nur lässt es sich nicht jeder anmerken. Alles ist dilettantisch, alles ist Dilettantismus. Vom Kaffeekochen bis zur Weltrevolution.

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Kunststudentenmilieu: Broschüre

8. März 2011

Wir wollen es nicht vorenthalten: „Über das Elend im Kunststudentenmilieu“ ist auch als Broschüre vorhanden und kann hier runter geladen werden:

elendimkunststudentenmilieu

Für all die Eltern, deren Kinder sich für ein Studium an der Kunsthochschule interessieren. Runterladen, ausdrucken und mit ernster Miene übergeben.

Oder für euch alle, die ihr Angst habt, dass sich eure Freunde, Freundinnen, eure Brüder oder Schwester in einem Kunststudium verlieren. Die ihr vielleicht schon einen glasigen Blick in ihren Augen entdeckt habt, oder euch zunehmend damit konfrontiert seht, dass eure Nächsten permanent „verwirrt“ sind. Runterladen, ausdrucken und um die Ohren schlagen. Effekt garantiert. Grösserer Effekt kann mit pappeverstärktem Einband hergestellt werden.

Und selbstverständlich insbesondere für all jene, die bereits in den Klauen einer Kunsthochschule sind. Runterladen, ausdrucken, lesen und diskutieren. (Falls geistige Kapazität noch nicht eingeschränkt wurde – ansonsten Auszeit nehmen)

Theater: Totenbetrieb

19. Januar 2011

Herein spaziert, herein spaziert: Sehen Sie die sonderliche Kreatur Mensch: Arbeitet, auch wenn er dabei stirbt. Herein spaziert, herein spaziert: Fragen Sie nicht nach den Gründen, geniessen Sie das Spektakel.

Diesen Freitag und Samstag, 21. und 22. Januar, bei der Freakshow, genannt „Theater in allen Räumen“:

http://www.theaterderkuenste.ch/?p=901

Freitag ab 18.00 Uhr, Samstag ab 15.00 Uhr – jeweils bis Mitternacht: 70 studentische Produktionen – aber das heisst nicht, dass sie ALLE unter ideologischer Verblendung litten.

 

Und Mick O’Flanagan wird auch wieder dort sein…!

(Wem Mick nicht bekannt ist, hier bitte sehr)

Über das Elend im Kunststudentenmilieu Nachtrag

14. Januar 2010

Der Text wurde mittlerweile per Radio vorgelesen (danke an Mick O’Flanagan!):

http://www.senderderkuenste.ch/?p=885

Der „Sender der Künste“ ist ein zeitlich befristetes Radioprojekt von Kunststudenten der ZHdK; das Interesse für den Text wird ausserhalb jenes Milieus wohl auch nicht gross sein. Laut Mick O’Flanagan wurde dem Beitrag aufmerksam gelauscht. Gerüchten zufolge war ein betrunkener Techniker, ein Eichhörnchen und eine schwangere Ente unter den Zuhörern.

Über das Elend im Kunststudentenmilieu

11. Dezember 2009

„Die Schmach noch schmachvoller machen, indem man sie publiziert.“

Die hier formulierte Analyse der Kunststudenten geistert in der Gesellschaft als ein Bündel diffuser Vorurteile herum. Sie einmal in aller Deutlichkeit auszusprechen, bedeutet nur das auf den Punkt zu bringen, was offensichtlich jedem bis auf dem Künstler selber schon lange klar ist.

Der Kunststudent sowie der Künstler muss sich klar machen, dass er dem durchschnittlichen Arbeiter, der gezwungen ist, seine Arbeitskraft zu verhökern, in keinerlei Weise voraus ist, dass er aber durch seine gesellschaftliche Funktion und sein Verhalten dem durchschnittlichen Arbeiter zutiefst verachtenswert ist.

Der Kunststudent ist ein Student. Hinsichtlich dem, was ein Student innerhalb dieser Gesellschaft bedeutet, steht er in nichts zurück. Dieser Text folgt der Analyse der Situationistischen Internationale, welche sie in ihrer Schrift „Über das Elend im Studentenmilieu“ dargelegt haben. Was für den Studenten stimmt, stimmt auch für den Kunststudenten.

(Anmkerung: Geschrieben November 2009 angesichts der Studierendenproteste und ihrer möglichen Ausweitung an der Kunsthochschule. Zur freien Vervielfältigung und Entstellung jederzeit freigegeben. Copyright ist Hühnerkacke. Jegliche kommerzielle Nutzung wird mit Schlägen, Hieben und Tritten verfolgt. Vor einer Verwendung gegen emanzipatorisch-revolutionäre Ansichten fürchten wir uns nicht. Wir wissen, auf welcher Seite wir stehen.)

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