Archive for the ‘literatur’ Category

rom

5. April 2020

gross
geworden
bin ich

und
alt

und
faltig

und
glatzig

und
noch
immer

geduldet

während

26. März 2020

während
die eine
sich dreht

wird
am horizont

eine
gelbe zu einer

weissen kugel

raureif

26. März 2020

raureif

bedeckt den boden
bedeckt die bäume

hunde die balgen

eine frierende nase
klamme finger

hunde die balgen

raureif

bedeckt den boden
bedeckt die bäume

eidberg

24. März 2020

oberhalb eidbergs
am rande des waldes
fernab vom lärm der
strassen – ein specht

Der Laucher

10. November 2019

Abgesehen davon, dass man sich zu Schämen braucht,
starb noch keiner, weil er Lauch geraucht.

Der Raucher, der Zigaretten haucht
und der Esser, der mit Lauch gewedelt.
Der eine schmaucht halt, was er braucht
der andre hats knackig veredelt.

Tabakgemüse mit dem scharfen Hauch
verbrannte Kalorien, wie es der Brauch
braun und welk von Anfang an
wird zum Gemüse unser Tabakmann.

Der Lauch hats knackig und lässts krachen
voll Fröhlichkeit und Lebensdurst gespritzt
Hinter der Rauchwand hört man lachen
und im Totennebel wird gewitzt.

Man rechnet Tabak, Lauch und Zicchorie
den Blütenstand von jedem Gemüse
man zählt die letzte Kalorie
beim Verlassen der Kombüse.

Abgesehen davon, dass man sich zu Schämen braucht,
starb noch keiner, weil er Lauch geraucht.

Ökonomie der Nacht

15. September 2019

Ihr kauft, wir verkaufen.
Ihr betrinkt euch, wir werfen euch raus.
Die Nacht zehrt an euch und an uns: Beide versuchen wir die Nacht zu überstehen.
Im Angebot sind Sandwichs.

Ich halte meine Hand schützend über die Einbrecher, Räuber, Taschendiebe.
Es soll ihnen kein Leid geschehen.
Ihnen gehört die Nacht, ihnen gehöre ich, zu ihnen gehöre ich.

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Kuba. Schreibmaschine. Liebeer IGRàpbael

12. September 2019

Wie so häufig: Man stelle eine Schreibmaschine in den Raum, verteile „Mochitos“ und schon ist es eröffnet: Das einzige Fitnessstudio, das den kleinen Finger trainiert.

fghu dddd.ffrffffff
jjjk ka slshalloo welt das is mein er ter Versuch ge ellsch ftlich
relevante schreibereien festzuhalten. Ende.
DdFGSchuriel braucht einen manelt auf der toilette nicht

Liebeer IGRàpbael
Mit Momne lese ich deine orte.
Dieser Abend wir die grosse Verändeung bringen. Ich rufe euch auf,
den Mochito ausztrin rn, auf die Strasse zu rennen und laut nach Hilfe
zzu schreien. elche Hilfe ihr erwarten dürft, musst ihr den Helfenden
überlassen.
Die Kubanische Revolution nimmt übehand. Es lebe die Revolutin.
Viva la revolucin‘ (Ausrufezeichen)
LA RECOLUCION (Mehrere usrufezeichen)

Ach, unermüdlich Rufende,
Die Hilfe, welche dich erreichte war wohl nicht von der erhofften
Charakrte stik. Dein blaues Auge… Lassen wir das und lassen das
Schre bmaschinenglöckchen zum Zeilenende erklingen. Ich komme vom
Thema ab (Schreibmaschinen, uuuu mega geil). Nein, Susi.
Sorry, muss gehen.

Es lebe,
revolucion

Ich bin etwas müde

 

Die Gruppe Konverter spaziert durch Zürich

15. August 2019

Wir haben mit der Gruppe Konverter einen Spaziergang durch Zürich unternommen. Anschliessend sind darüber zwei Texte entstanden:

Danis Text: Von metamorphosierenden Fröschen und verstaubten Superhelden
Gregors Text: Von Enten und Warsteschlangen

 

Von metamorphosierenden Fröschen und verstaubten Superhelden

Wir sprachen über die Tradition der Reiseliteratur, über den japanischen Dichter Matsuo Bashō und seine Haikus, die bei seinen Wanderungen entstanden waren. Bedachtsam hatte er die Welt um sich registriert und seine Eindrücke in Poesie verwandelt. Wir sinnierten darüber, was das achtsame Spazieren für eine Bedeutung hat – nicht nur an einem neuen Ort sondern auch dort, wo man alles schon zu kennen glaubt. Worin liegt der Reiz, sich die Gebäude, die Strassen und die Natur, die man schon zigmal gesehen hat, neu und aufmerksam zu betrachten?

In diesem Geiste starteten wir unseren Spaziergang und gelangen zum Friedhof Sihlfeld. Die Gräber, im Lichte der Abendsonne aneinandergereiht, erzählten still von vergangenen Lebensgeschichten, während wir an ihnen vorbeiliefen und zum Krematorium gelangten, welches 1992 stillgelegt worden war. Heute finden darin u. a. Konzerte statt wie jenes eines Acapella-Jazz-Chors, der mit Liedern wie „What a Wonderful World“ vor einigen Jahren dazu einlud, über „die Räume zwischen Leben und Tod zu sinnieren“. Wie viele solche Räume gibt es wohl und wie sehen sie aus?

Wir liefen weiter und kamen an einem unscheinbaren Teich vorbei, an dem eine kleine Katzenleiter und eine kleine Rampe angebracht waren. Wir schauten ratlos die Ente an, die im Teich ihre Runden drehte, und sie schaute schweigend zurück. Das Rätsel um die Leiter wurde nicht gelöst, doch bot sich uns ein einmaliges Schauspiel: Eine Kaulquappe schwamm im Teich vorbei, gefolgt von einem ganz kleinen Frosch, der dann – um das Ganze zu einem Schauspiel der Natur mutieren zu lassen – von einem Frosch, der noch in der Metamorphose war, gefolgt wurde. Wir sahen alle Stadien an uns vorbeischwimmen. Wir waren fasziniert! Der noch nicht vollständig verwandelte Frosch hatte bereits alle vier Beine entwickelt, seinen Schwanz aber noch nicht verloren. Das Gewicht seines hinteren Körperteils war daher zu schwer und liess ihn plötzlich auf dem Rücken langsam und unweigerlich in die Tiefe sinken, während er sich sinnlos abstrampelte, um wieder an die Wasseroberfläche zu kommen.

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Am frühen Sonntagmorgen

4. Juni 2019

Am frühen Sonntagmorgen schleicht ein Fuchs am Milchbuck herum und schleckt auf, was die Betrunkenen hinterlassen haben.

nur am wochenende

8. Mai 2019

nur am
wochenende sind wir
gut

gelaunt tragen unsere
besten kleider

wochentags rülpst nicht einmal gott