Ostern des Todes – Programm

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Diese Ostern nehmen wir uns den Tod vor, der zur Zeit in jedem Hinterkopf anklopft, ob reich oder arm. Wie jedes Jahr versuchen wir dieses Thema historisch, analytisch, dann wieder verspielt, bildnerisch, in Filmen oder gastronomisch auf die Spur zu gehen. Aber vor allem machen wir das gemeinsam, mit euch. Als Anlass dient uns erneut ein zweifelhaftes Jubiläum, nämlich 1520, als das Reich der Azteken seinen eigenen Untergang, die Spanier, bei sich beherbergte und bekämpfte.

Ostern des Todes Virtuell

Freut euch jetzt schon auf Vorträge, Polemiken, auf Blödelei und Analysen. Diskutiert mit, hört zu, macht mit, aber vor allem:
Schaltet ein. Das komplette Programm findet über unseren eigens dafür eingerichteten Zoom-Account statt, zu dem ihr euch jederzeit ein- und wieder ausklinken könnt. Eine virtuelle Garage also.

Bitte hier klicken bei Programmbeginn.

Programm:

Donnerstag, 9. April – Eröffnung der Ostern und des Themas

20:00 Eröffnung: Der Tod
20:30 Vortrag: Azteken und Spanier. Als der Tod nach Amerika kam.
22:00 Kakaozeremonie

Freitag, 10. April – Vertiefung des Themas

20:00 Virtuelle Galerie: „Karussell des Todes“
22:00 Vortrag: Die aztekische Kosmologie und das Sterben

Samstag, 11. April – Sozialer Abend

18:00 Kochsendung mit Kolonialgemüse und Kulturgeschichte
20:00 Pubquiz: Lustig. Tod. Interessant.

Sonntag, 12. April – Filmabend: Der Tod und das Kino in Mittelamerika, plus eine Polemik

19:00 Film: Apocalypto Détournement
20:00 Polemik: Der Maximonkult
21:00 Film: Coco
22:30 Film: The Robot versus the Aztec Mummy

Montag, 13. April – Dilettantismus

16:00 Dilettantistische Fragestunde
18:00 Film: Revolte der Pinguine 2
20:00 Kongress der DI

Kurzlesungen zwischendurch: Die offenen Adern Lateinamerikas.

Klickt auf „Weiter lesen“ für das ausführliche Programm

Donnerstag

Der Tod (Eröffnung, 20:00)
Man braucht ihn nicht vorzustellen, er ist allen bekannt. Diese Ostern nehmen wir uns das Allgemeinste aller Themen vor, anlässlich eines zweifelhaften Jubiläums, nämlich 500 Jahre Niedergang der Azteken.
Zur Eröffnung unserer Ostern stellen wir unser Programm und unsere Überlegungen vor.

Azteken und Spanier. Als der Tod nach Amerika kam. (Vortrag, 20:30)
Das Reich der Azteken verschwand mit dem Eindringen der Spanier, die Krieg, Versklavung, aber vor allem auch Krankheiten und Epidemien brachten. Innerhalb weniger Jahrzehnte starben Millionen und mit ihnen ein ganzes Gesellschaftssystem. Wie konnte das geschehen, wie lief das ab? Ein Streifzug in die Geschichte vor 500 Jahren.

Kakaozeremonie: Wir versuchen uns an der Wirkung des Kakaogetränks. (22:00)
Inspiriert uns der Kakao zu Kunst? Eröffnen sich neue Galaxien? Oder treten wir sogar in Kontakt mit dem unendlichen Unergründlichen? Vielleicht, oder aber wir trinken einfach zusammen ein genüssliches Schokoladengetränk.
Zutaten: möglichst hochprozentigen Kakao (in Pulverform oder besser als Schokoladentafel), Wasser und Zimt. Chili und Zucker sind optional.
Empfohlen: Eine Kerze.

Freitag

Virtuelle Galerie „Karussel des Todes“ (20:00)
In dieser unprätentiösen Vernissage zeigen wir Bilder von Sophie Schwarz und geben unsere Eindrücke oder Interpretationen wieder. Tod und Vergänglichkeit des Lebens finden sich hier in allen Schattierungen, auch wenn die Bilder selbst keine Grautöne enthalten. Wer schon Vorschau halten will, hier ihre Links zur Homepage und zu Instagram.

Die aztekische Kosmologie und das Sterben. (Vortrag, 22:00)
Die Gesellschaft der Azteken pflegte einen wahren Kult, wenn es um das Sterben und Opfern ging. Tausende wurden geopfert und Menschenopfer bildeten einen festen Bestandteil ihrer religiösen Praktiken. Worauf fussten diese Überzeugungen? Wir gehen der Frage nach, anhand der aztekischen Gottheiten, die Unaussprechliches von jenen verlangen, die ihren Namen aussprechen wollen.

Samstag

Kochsendung mit Kolonialgemüse und Kulturgeschichte (18:00)
Wir kochen zusammen Empanadas. Melanie machts vor, und Gregor erzählt dazu über die Kulturgeschichte von Tomaten, Zucchetti, Mais und Peperoni.

Zutaten für die Kochsendung

Was soll man bereit haben? Es reicht, wenn man Gemüse, Fleisch und Teig hat. Wer aber eine ausführliche Zutatenliste möchte, bitte sehr:

Rindshackfleisch (ca. 300g) (Vegetarisch: Aubergine u. Pilze)
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 kl. Peperoni (Farbe egal)
1 kl. Zucchetti
2 Tomaten
1 Dose Mais
Blätterteig
1 Ei
Evtl. Peterli/Basilikum/Koriander (was auch immer auf dem Balkon wächst)
Gewürze (Salz, Pfeffer, Bouillongranulat, Paprika …)
Evtl. Tomatenpüree
Ein wenig Mehl
Öl zum Anbraten

Gerätschaften:
Wallholz (od. Weinflasche)
Bratpfanne mit Deckel
Pfannenwender
Backblech
Backpapier
Küchenbrett
Messer
Gabel
Löffel
Teller/Schüsseln
Stanzform (od. Schüssel)
Pinsel (od. Hände)

Pubquiz. Lustig. Tod. Interessant. (20:00)
Erstaunliche Fakten über den Tod im Allgemeinen, aus der Geschichte, aus Mexiko. Im Pubquiz lauern Fragen, die man sich nie gestellt hat, die einen überraschen und mit Kopfschütteln zurücklassen.

Sonntag

Der Tod und das Kino in Mittelamerika (Filmabend)

„Apocalypto“-Détournement (19:00)
Nachdem er mit „The Passion of the Christ“ grosse Erfolge feierte, drehte der durchgeknallte Katholik Mel Gibson mit „Apocalypto“ eine weitere Gewaltorgie mit historischer Pseudo-Authentizität. Weil der Film zu lang und zu schlecht ist, um ihn in seiner Gesamtheit zu zeigen, haben wir ein knackiges Détournement draus gemacht.

„Coco“ (21:00)
Mexikanischer Totenkult, gesehen durch die Brille von Pixar: Der kleine Miguel möchte Sänger werden — obwohl seine Familie strikt dagegen ist. Als er versehentlich im Reich der Toten landet, macht er sich dort auf der Suche nach seinem Idol, dem grossen Sänger Ernesto de la Cruz.

„The Robot vs. the Aztec Mummy“ (22:30)
Der Titel sagt schon alles: Ein Roboter prügelt sich mit einer aztekischen Mumie. Dahinter steckt der böse Dr. Krupp, der es auf das Gold der Mumie abgesehen hat. Der mexikanische Abenteuerfilm von 1958 mischt Horror und Science Fiction mit brüllendem Wahnsinn.

Zwischen den Filmen:

Der Maximonkult (Polemik, 20:00)
Für Gutes muss es auch Schlechtes geben. Eine Mayagottheit bedankt sich bei den Spanischen Conquistadores für all die Toten. Polemik eines bösen Gottes.

Montag

Jahreskongress der Dilettantistischen Internationale

Die dilettantistische Fragestunde (16:00)
Was ist der Dilettantismus, wofür steht er ein, warum ist er wichtig, ab wann ist etwas nicht mehr dilettantisch? Wir laden ein zur Fragestunde. Alles, was ihr nicht zu wissen braucht und euch dennoch fragt.

Revolte der Pinguine 2 (Film, 18:00)
Ein – ja, was? – Klassiker, vielleicht? Unser Détournement-Film von 2016 nimmt als Basis einen 70er Erotikfilm aus Japan und versetzt ihn mit neuen Untertiteln. Ort der Handlung: Ein Kloster. Inhalt der Diskussionen: Arbeit, Wirtschaft, Klassengesellschaft, Bilder als ideologische Herrschaft. So intellektuell sah man noch nie Nonnen sich prügeln.

Kongress der DI (20:00)
Am Jahreskongress der dilettantistischen Internationale findet traditionell kein oder kaum strukturiertes Programm statt. Das hat auch damit zu tun, dass die Zentrale in Zürich kaum Ahnung von den Umtriebigkeiten ihrer Sektionen im In- und Ausland hat. Das Programm ist deswegen so geheim, dass selbst die Zentrale keine Auskunft darüber geben will.

Jeden Tag:

Kurzlesung: Die offenen Adern Lateinamerikas (immer zwischendurch)
Eduardo Galeanos Buch über 400 Jahre Kolonialherrschaft gilt als eine der eindringlichsten Überblicke über die Zusammenhänge von Wirtschaft, Herrschaft, Gesellschaft und Geschichte Lateinamerikas. Immer zwischendurch lesen wir Ausschnitte daraus vor.

Ostern des Todes Virtuell, Erklärung

Aufgrund der gegenwärtigen Lage findet unser Osterprogramm online statt. Wir haben uns widerwillig für Zoom entschieden. Wir sind uns bewusst, dass Zoom kein Anbieter ist, der über jeden Zweifel erhaben ist. Insbesondere datenschutztechnisch widerstrebt es uns. Aber, nachdem wir alternative Video-Formate gesucht und mit miserablen Ergebnissen ausprobiert haben, mussten wir uns für Zoom entscheiden.

Es ist relativ simpel, sich einzuklinken. Sobald wir mit unserem Programm starten, ist ein virtueller Raum geöffnet, zu dem Jede/r mit dem Link eintreten kann. Man muss bloss diesen Link anklicken, dann muss man ein Zoom.exe File runterladen und dieses starten – dann ist man dabei. Es benötigt kein Passwort, keine Registration oder Anmeldung. Wir moderieren unsere Abende und es gilt die übliche Netiquette. Wer sich daneben verhält, wird gekickt.

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