Treffen und mehr

Oktober 4, 2011 by

Wir treffen uns ca. einmal wöchentlich (meist dienstags) an der Fellenbergstrasse 239 (Zürich, Station Sackzelg, Bus 67/33). Kunst, Politik und Kaffee: Interessiert? Fragen? Dann melde dich einfach bei uns: gruppekonverter [digital-genetischer-affenschwanz-bzw-dieses-anthropomorphisierte-dingens-auf-der-tastatur] gmx.ch

ATOPIE Basel: [Experiment] Offene Bühne und Vorträge

Juni 24, 2014 by

Der Konverter geht nach Basel (weil’s so schön ist). Und zwar zur ATOPIE, einem zweiwöchigen Experiment, irgendwo zwischen Ausstellung, Punkkonzert, Vokü, Kunstbeflissenheit, sommerlichen Wahnsinn und anarcho-kommunistischem Ernst. Zwischen Diskussionen, Workshops, Diskussionen, offenen Bühnen usw…

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Treppentexte 7

Juni 10, 2014 by

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Die Sensat-ION mit Text und Ton – bevor die Sause Pause macht, laden wir wieder ein: 20. Juni, 20 Uhr, Badenerstrasse 565. – Und wer einen, seinen oder ihren Text vortragen will, ist herzlich eingeladen, die paar „Treppenstufen“ hinaufzusteigen und den versammelten Massen den Marsch zu geigen. – Wermut, wer Mut braucht. Schall und Rauch im Ion. Trauben für den Glauben an die Sprache und Hopfen, dem Zweifel das Maul zu stopfen.

Urban Bieri und Fabien Schwitter werden eine Koproduktion präsentieren – Text und elektronischer Kontrabass. Es wird also auf alle Fälle unterhaltsam – entweder, weil die Sache klappt oder weil sie jämmerlich in die Hose geht. Danach sowieso noch Musik und Tanz!

Ein bisschen grillen

Juni 5, 2014 by

“Die Saukatze scheisst immer in den Garten. Wenn wir grillen wollen, stinkt es nach Katzendreck, und wenn wir barfuss über den Rasen gehen wollen … aber genug davon!”
Mutter regt sich auf.
Mutter regt sich immer auf.
Mutter regt sich auf, wenn sie die Zeitung liest, wenn sie die Nachrichten schaut, wenn sie mit der Nachbarin darüber redet, mit welcher Frau man den Bärenwirt jetzt schon wieder gesehen hat im Dorf, während seine arme Frau mit Krebst im Spital liegt.
Mutter regt sich vor allem über die Nachbarin auf, wenn die Nachbarin ausser Hörweite ist, weil die Nachbarin nicht auf ihre Katze aufpasst. Die Katze heisst Lumpi, aber Mutter nennt sie nur Saukatze.

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Über den Krätz

Juni 3, 2014 by

Ein Krätz, der hat vier Krallen,
Vier Krallen hat ein Krätz.
Und hätt’ er nicht vier Krallen,
So wäre er kein Krätz.

Eine Kurzgeschichte für kurzzeitige Menschen

Mai 30, 2014 by

Es war einmal ein Mann, der eine Mikrowelle mit Grillfunktion besass. Den Rest kann man sich denken.

Aprilabende: Rauchende Hunnen

Mai 25, 2014 by

Aprilabende, deren Ausmass erst am nächsten Tag klar wird:

Glasscherben, die in der Mittagssonne glitzern, Teller, auf denen Kippen ausgedrückt wurden. Der Tisch: Glänzend vom getrockneten Alkohol, Wein und Likör, in denen Asche klebt: Der Geschmack von lebertranigem isländischen Schnaps, Kartoffelsalat, der übrig geblieben ist und in der Sonne seine Feuchtigkeit verliert.

Das Alles: Ein Gefühl von Trockenheit, die Zunge klebt am Gaumen, eine innere Verdorrtheit im Licht der Mittagssonne, im Schimmern der Glasscherben das Aufdämmern von Erinnerungen: Scherbenförmige Schatten und Bilder, von Nacktheit und Glut und Feuer, im Schädel noch das Knirschen der Glasscherben, auf denen herum gelaufen wurde.

Der eigene nackte Leib fühlt sich alt an, älter: Ein Jahr älter. Die Hände ertasten ihn: Die Seite, den Hintern, die Schultern. Alles ist noch da, alles lässt sich erspüren. Die Berührungen sind wie von fremder Hand, die leeren und vergessenen vollen Flaschen lassen an eine fremde Horde erinnern, die sich hier einen Abend eingenistet hat. Hunnische Reiter, denen das Hühnerfett im Bart beim Lachen hängt. Unter der Haut das Gefühl eigener Muskeln: Hat man sich nicht selber auch darein begeben, war dies nicht die Stelle, wo ich stolperte, da das Glas, das ich stehen liess? Lachte ich nicht auch und vergrub mein Gesicht zwischen ihren Brüsten um an der Prallheit meinen Hunger zu stillen?

Die Zunge befühlt die trockenen Lippen: So wenig bleibt vom Mensch, der Geschmack und das Gefühl sind nur in der Erinnerung als Glasscherbe schimmernd vorhanden, die eigene Dämonie ist vor dem Wind schutzlose Nacktheit. Was bleibt von den Abenden der Menschen: So wenig bleibt kleben und glänzt in den nächsten Tag hinein, und selbst der morgendliche Ständer ist nicht mehr von der selben Kraft wie einst. Das Spiel erfordert grösseren Kitzel, und um die rastlosen Geister des eigenen Verstandes zu füttern sind grössere Mengen an Alkohol nötig. Es geht ins Geld, es geht auf den Bauch. So kühl fühlen sich die Seiten an, als wären die eigenen Organe am Erkalten.

So wenig bleibt: Ihre Brüste sind in der Erinnerung am Austrocknen, alle satte Prallheit dürrt aus, hängt schlaff. Die Sonne könnte uns vertrocknen, blieben wir stehen, und wir wären wie Likörlachen, eine kurze Zeit lang ein Glitzern, ehe Staub und Asche sich darüber legen, kleben bleiben, an den Leibern.

Es sind die Abende, nach denen ich gerne da sitze und rauche, und mir ist als glimme etwas in mir, das heraus raucht: Ein Brand, der von mir Besitz ergriff.

Ein schwarzer Lincoln unter meinen Füssen…

Mai 25, 2014 by

Was will, was kann man da noch sagen…

Sie vertrieben uns aus dem Paradies,wir seien wilde Bestien, wir ernährten uns von rohem Fleisch. Barbaren schimpften sie uns, wir lachen in ihre weisszahnigen Fressen. Wir pissten ihnen vor die Tore, die sie vom Leben abschlossen. Sie schlossen nicht uns aus, sie schlossen sich ein. Wir lachten, ein lautes, gebelltes Heulen hinaus in die kalte Nacht, die Dunkelheit, in die man uns vermeintlich geworfen hatte, und der wir gegenüber standen wie gierige Biester, die ihre Finger nach der Beute ausstreckten.

Wir lieben die Gier, wir leben sie. Wir wollen Leben einatmen, mit jeder Pore,wir wollen uns damit anfüllen, bis wir es triefend ineinander versenken; wir wollen uns im Leben verlieren, tief, so tief, tiefer noch als jemals zuvor; wir wollen uns verlieren, im Strudel, dem zermalmenden, des Lebens, so zermalmend wie die nackten, fleischigen, samtenen Lippen einer nach Liebe hungernden Frau, die uns wie ein Wolf heulend die Nacht durch reitet: aufbrüllen, schreiend, wie verbrannt im Geschmack von mies gebranntem Fusel, der den Schädel von innen zerschmettert, aushauchen, auskeuchen wollen wir es, den kratzenden Brand schwelender Unzufriedenheit, von satter, nackter Trägheit, die sich durch die Hecken wälzt…

Oh ja, so wollen wir leben, bis zum letzten Moment…

Über den Pökelpaulus

Mai 23, 2014 by

Der Lurchus albinensis, im Volksmund Pökelpaulus genannt, ist ein ekles Geschöpf. Geboren aus dem grünen Auswurf kranker Rentner, windet er sich im schleimigen Dreck, der sich in ungeputzten Dachrinnen sammelt.

Ist er in seiner Larvenform ausgewachsen, tropft er von dort hinab auf den Rücken kleiner Hunde, wo er sich in deren Fell verkrallt. Hier verpuppt er sich und transformiert sich zum Schmetterling. In dieser Form rollt er durch das Gras schlecht gepflegter Vorgärten und sammelt die Erde von Maulwurfhügeln. Diese klatscht er zu Bällen zusammen, welche er kleinen Kindern, die mit dem Tretroller unterwegs sind, ins Gesicht schmettert.
Wenn er daneben wirft, stampft er wütend auf und ab, bis er sich selbst von innen nach aussen stülpt und sich in einen Blumentopf voller bunter Steichen verwandelt.

Lukas hat sich verliebt

Mai 22, 2014 by

Einer, ich nenne ihn Lukas, hat sich einmal verliebt. Es passierte ziemlich spät an einem Abend. Auf dem Weg vom Kaffi Schnaps nachhause nahm er einen anderen Weg als sonst, entweder zur Abwechslung oder weil er sich im Suff verlaufen hatte. Auf einer Nebenstrasse, die er zuvor nicht gekannt hatte, sah er ihn: Den attraktivsten Kanalschacht, der ihm je im Leben begegnet war. Ein vollendetes, tiefes Rund war seine Form, ein zauberhaftes Zierwerk waren die Gitterstäbe des Deckels.

Lukas war ausserstande, sich von diesem Schacht zu lösen. Der Bewegung nicht mehr fähig, fror er auf seinem Platz auf dem Trottoir fest, zu schüchtern, um den Kanalschacht anzusprechen. Tag für Tag blieb er dort stehen und ernährte sich von Fliegen, die aus Versehen in seinen offenen Mund flogen. Herbstliches Laub umblätterte den Kanalschacht spielerisch. Winterlicher Schneematsch verschmierte ihn bräunlich und setzte ihm Streusalz auf. Im Frühling tanzten Blütenblätter zwischen den Gitterstäben hindurch. Im Sommer schwemmte der Regen eine tote Maus heran, die in eben diesen Gitterstäben stecken blieb und die mit der Zeit Käfer zersetzten.

Überhaupt, der Regen. Der Regen war Lukas am liebsten. Was konnte dieser Kanalschacht nicht alles schlucken!

Vierzehn ganze Jahre stand Lukas dort auf dem Trottoir auf seinem Platz. Doch endlich, endlich regte er, längst zur Mumie abgemagert, regte er sich, riss sich die Kleider vom Leib, sprang auf die Strasse, schob den Kanaldeckel mit dem Rest seiner restlichen Kräfte beiseite und stürzte sich in die Tiefe des Schachtes, sich auflösend in der Dunkelheit. Es war das schönste Happy End der gesamten Menschheitsgeschichte.

Über das Pirwalü

Mai 20, 2014 by

Das Pirwalü lebt unter deinem Bett. Wenn du schläfst, kommt es hervor, setzt sich auf dein Kopfkissen und flüstert dir Obszönitäten ins Ohr; die Albträume, die es damit bei dir in Gang setzt, stellen seine Nahrung dar.

Danach reibt es seinen Unterleib an deinem Gesicht, um sein Gebiet zu markieren. Das ist die Ursache von Akne und Hautausschlägen.

Das Pirwalü ist nicht beliebt, weder bei Hochschullehrern noch bei Gärtnerlehrlingen. Dabei leistet es von Natur aus regelmässig Freiwilligenarbeit.

Es pflanzt sich fort, indem es Eier in dein Kopfkissen legt. Mit dem Speichel, den du im Schlaf aussonderst und der durch den Kissenbezug sickert, befruchtest du die Eier. Wenn die kleinen Pirwalüs schlüpfen, explodiert das Kissen und dein Kopf löst sich in Konfetti auf. Diese Sauerei kriegt man nie mehr aus der Matratze heraus.


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