Treffen und mehr

Oktober 4, 2011 von

Wir treffen uns ca. einmal wöchentlich an der Fellenbergstrasse 239 (Zürich, Station Sackzelg, Bus 67/33). Kunst, Politik und Kaffee: Interessiert? Fragen? Dann melde dich einfach bei uns: gruppekonverter [digital-genetischer-affenschwanz-bzw-dieses-anthropomorphisierte-dingens-auf-der-tastatur] gmx.ch

Monte Verità 2014

April 14, 2014 von

Wenn jemand „reading“ sagt
dann denk‘ ich: Reading
ein Tagungssaal

Für alles ist gesorgt:
der Tagesablauf
ein Bett, ein Mahl

Die Wahrheit ist so leb-
los wie der Himmel:
Der Wein ist schal

Schichtarbeit

April 12, 2014 von

Morgens um vier, in
Den Strassen der Nebel
Im Kopf, so begegne
Ich dir.

Morgens um vier, wenn
Die Drehtür mich ausspeit,
Begegne ich Menschen
Wie dir.

Morgens um vier, nach
Der Arbeit am Fliessband
Begegne ich Menschen
Wie dir.

Morgens um vier, wenn
Der Wahnwitz mir weismacht:
Es gehe doch mir so
Wie dir!

Nachts ich am Fliessband
Der Sprache und wende
Ein Wort nur, ich drehe
Und drehe wie du.

 

Fabian Schwitter

nutella auf dem tisch

April 10, 2014 von

nutella auf dem tisch
bestreich das käsebrot
im kühlschrank liegt ein fisch
der vater ist schon tot

ich esse schokolade
per se nur mit viel senf
das schlägt mir die kinnlade
von zürich bis nach genf

und wenn sie nicht gestorben
so fliegt sie immer noch
hat ein Korn erworben
und verkriecht sich in ein loch

staubige Strassen

April 8, 2014 von

führt mich durch die landschaft am fusse des grauen
juragebirges

führt mich durch die landschaft entlang von flüssen
und bächen

führt mich entlang der ufer der seen in diesem lande

führt mich die serpentinen hoch in die berge durch
die schluchten

hinunter nach faido wo die trommel uns immer noch
zum kampfe ruft

führt mich hinaus in die ebenen um die schwarzen
brüder wieder heim zuholen

führt mich wieder dorthin zurück wo ich einst her
gekommen bin

führt mich durch die landschaft am fusse des grauen
juragebirges

mond kater pillen

April 4, 2014 von

li la lu
der mann im mond schaut
gute zeiten schlechte zeiten
der kater sitzt neben den pantoffeln
und spielt mit einer pillendose
es kommt die werbung
nachrichten
werbung
kochshow 1
werbung
kochshow 2
werbung
und der mann im mond
liegt immer noch still da

Kampf den Bussen

April 1, 2014 von

Folgendes ist mir früher ständig passiert: Ich renne auf den Bus und ich weiss genau, dass mich der Busfahrer sieht, aber gerade als ich an der Tür ankomme, fährt er los.
Einmal hab ich ganz genau gesehen, dass der Busfahrer in den Rückspiegel blickte und dreckig grinste.

Das wollte ich mir nicht mehr bieten lassen. Also warf ich mein VBZ-Abo weg und kaufte mir ein Fahrrad.

Aber Busfahrer sind nachtragend.

Als ich eines Tages zur Uni fuhr und an einer Ampel hielt, fuhr ein Bus hinter mir auf.
Erst im letzten Moment merkte ich, dass er gar nicht abbremste!
Ich konnte gerade noch ausweichen, indem ich aufs Trottoir sprang.
Das Velo war kaputt. Totalschaden. Der Bus fuhr mitten über die Kreuzung und hupte. Ich hatte verstanden.

Ich kaufte mir ein neues Velo.

Das nächste Mal, als ich auf der Strasse einen Bus sah, fuhr ich ihm knapp vor der Nase vorbei, um ihn zu provozieren.
Der Fahrer biss an und nahm sofort die Verfolgung auf.
Ich hielt direkt auf eine Strassenlaterne zu.
Der Bus folgte mir blind.
Im letzten Moment drehte ich zur Seite ab.
Für den Bus jedoch wars zu spät: Er rammte die Strassenlaterne und brannte vollständig aus. Totalschaden.

Seither lassen mich die Busfahrer in Ruhe.

Gregor, 27.3.14

Es war einmal

März 30, 2014 von

Es war einmal eine Seniorenresidenz. In einem der Zimmer lebte eine Greisin. Einst war sie im ganzen Land als „Rotkäppchen“ bekannt gewesen. Obwohl damals noch ein Kind, hatte sie den grossen, bösen Wolf erschlagen. Der König höchstpersönlich hatte ihr dafür einen goldenen Orden verliehen.
Nun war sie bettlägerig und litt an Alzheimer. Als sie ihren 84 Geburtstag feierte, hatte niemand daran gedacht und niemand besuchte sie. Nicht einmal sie selber erinnerte sich daran. Drei Tage später starb sie im Schlaf, zur Beerdigung kam bloss der Pfarrer.

 

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Vergessen/Erinnern

März 26, 2014 von

Du bittest den Mond um Verzeihung, dass du einfach so in seine Welt reinplatzst: Aber du sitzt hier und auf dem Tisch steht ein Glas Nutella, das deine Mitbewohnerin vor sich selber in Sicherheit gebracht hat, weil sie während des Schlafwandelns von Hungerattacken geplagt wird, und ihr schlafendes Ich hat eine Schwäche für Nutella.
Du bittest den Mond um Verzeihung also, und weisst gar nicht mehr, warum. Er ist so ein rundes, käsiges Ding, und grinst dich unbeteiligt an, wie Jemand, der nicht weiss, wovon du sprichst, aber höflich sein möchte.

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Cape Clear Island/ Gast und Wasser

März 23, 2014 von

Eine kleine Insel im Süden Irlands. 1,5 Kilometer in der Breite, 5 in der Länge.

Kleine Klippen an den Hügeln, schroffe Felshänge, Riffe bei den Buchten. Heiden ziehen sich den Hügeln entlang: Ginster, Disteln, Hecken. Kaum Bäume.

Hier reissen Wind und Salzwasser, Regen und Sonne alles nieder, was sich höher als bis zum Knie vom Boden abhebt. In dieser Scholle findet man kein Daheim, nur Schutz in diesen Höhlen mit ihren vier Wänden…

/Gast

Wir können schweigend hier verweilen

Während Wind und Meer an unsern Gliedern reissen.

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anfangs buchstaben

März 23, 2014 von

die anfangs buchstaben meines namens
sind

ein h
und
ein m

ich komme aus einem land das die tore
wieder schliesst

so einsam möchte es sein

darum verschliesse ich jeden abend die
türe zu meinem kleinen zimmer

damit diese einsamkeit mich nicht überfällt


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