Sag es wie du willst!

September 29, 2014 by

sageswieduwillst

Delirium

Buchkritik: Mir selber seltsam fremd – von Willy Peter Reese

Dezember 10, 2014 by

Was hier in die Schlacht zieht, kann kaum als Kritik siegen. Die Kriterien sind in dieser Stellung hierfür nicht gegeben, und gerade darum: Soll es Erwähnung finden.

Reeses Bericht von seinen Einsätzen an der Ostfront während des 2. Weltkrieges ist noch nicht einmal Bericht. Zeugnis viel mehr, aber ohne Zeugenschaft. Beteiligter, der wenig teilt oder mitteilt, aber dennoch -
Willy Peter Reese hatte schriftstellerische Ambitionen. Während des Krieges an der Ostfront schreibt er, und er schrieb viel. Er selber stirbt 1944 im Krieg, sein Nachlass verbleibt ohne Aufmerksamkeit, bis sich eine Zusammenarbeit mit dem Stern-Reporter Schmitz ergibt. 2004 wird das Büchlein “Mir selber seltsam fremd” herausgegeben.

Wäre damit alles gesagt: Schreibender Wehrmachtssoldat?

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Konverter: Gastkritik

Dezember 5, 2014 by

Folgendes haben wir erhalten… eine Kritik zu uns und zur guatemaltekischen Woche:

Konverter – eine Kritik

von Peter Panther

Eine Garage irgendwo Richtung Albisrieden raus, fast schon Stadtrand. Einfamilienhäuser. Dorthin lädt die Gruppe Konverter ein, zur “guatematekischen Woche”. Der Ort ist denkbar schlecht gewählt: Durch das offene Garagentor dringt der Verkehrslärm der vorbei fahrenden Busse, die katholische Kirche nebendran schellt regelmässig, und die neugierigen Blicke der Passanten machen den Besucher beschämt.
Aber den Ort mal auf der Seite lassend – denn das selbe macht auch die Ausstellung: Guatemala ist ein beliebiger Landfleck, auf den nicht wirklich eingegangen wird – die Gruppe Konverter ist ein Haufen von selbst ernannten Laien und Dilettanten, die ihre Heimat in dieser Garage haben. Hier unten machen sie nicht viel mehr als… ja, was machen die eigentlich? Sie sitzen herum, rauchen und trinken und sind sich selber genügsam. Das als Kunst zu bezeichnen, ist ein Hohn.

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Es gibt kein Recht darauf, in der Öffentlichkeit nicht gestört zu werden

Dezember 2, 2014 by

Riech an deiner eigenen Achsel, nimm einen tiefen Zug und seufze stolz. Grunze in die Welt hinaus.

 

Kategorischer Pimperativ

November 25, 2014 by

Immer nur Arbeit, Arbeit, Arbeit… hütt Abig gib ich mir d Kant!

 

Oder auch: Dekantiert sie alle! (Ästhetische Bildung, pff… mein Arsch!)

Gastbeitrag Hannes Sättele: Poetik des Liegens

Oktober 20, 2014 by

Eine Poetik des Liegens

 

Ich denke nach, was uns gelegen kommt.

Was sich legt, ist Schichtung, und somit Über-legung.

Was sich dagegen nicht legt, das gerät in Ver-legenheit.

Was sich aber legt und über-legt, das fragt sich, wo ein Problem liegt.

 

Jeder Über-legung geht also das Liegen bereits voraus.

Das Liegen ist die Ausgangs-lage—

Wo sich früher etwas legen liess, wird später etwas lesbar.

Was ich hinter mir liegen liess, das möge noch vor Dir liegen.

 

Was sich legen lässt, ist nicht, was ge-setzt wird oder zum Trotz be-steht.

Was sich nicht legen lässt, bleibt eben sitzen oder stehen.

Das Liegende verharrt nicht dabei.

 

Was sich gelegt hat, versperrt keine Wege.

Was sich gelegt hat, will sich verschieben.

Das Liegen: Übergang, Ver-lagerung—

Zwischen Dir und mir… umgekehrt…

 

Das Lager ist der Ort unseres Liegens.

Das Lager ist unserer beiden An-Lage.

Für Worte und Dinge und ihre Ver-lagerungen.

Diese errichten sich als die eigenen Ruinen. Lassen Vieles herum-liegen.

 

Liegen, aber auch Lieben. Ohne Vor-lieben.

Ohne etwas zu ver-stehen. Ohne etwas zu be-sitzen.

Und die Poetik nicht als das, was hier aus-gelegt wurde.

Vielmehr als das, was liegen gelassen wird und uns lieben lässt.

StuThe: Der Balkon

Oktober 16, 2014 by

flyer_stuthe_balkon

Das Studenten Theater Zürich führt Jean Genets* “Der Balkon” auf. Die Handlung dreht sich um ein Bordell, das in den Sturm einer Revolution gerät.
Der Eintritt ist frei.

* Genet dürfte den Leuten hierzulande vor allem dank seines Romans “Querelle” ein Begriff sein, den Rainer Werner Fassbinder mal verfilmte.

Das StuThe gibt’s übrigens auch auf Facebook.

Miniskizzen des Wahnsinns II

Oktober 8, 2014 by

Frei nach Kleist / Vom Verfertigen des Gedankens während des Sprechens. Oder: Sentenzen, die kein Schwein braucht.

“[…] dafür würden die sich alle fünf Schwänze abhacken…”

Olof Cromah (Kurzfilm)

September 30, 2014 by

Ein Kurzfilm mit Konverter-Beteiligung: Das Zurich Film Festival rief dieses Jahr den ZFF 72 Talent Contest ins Leben: Die Teilnehmer hatten 72 Stunden Zeit, um einen 72-sekündigen Beitrag zu drehen.

Ein Mitkonverter ist dem Ruf gefolgt und inszenierte mit ein paar Kollegen das surreale Meisterwerk Olof Cromah, das nun online zu sehen ist.
Zudem kann man für den Film voten (es geht um den Publikumspreis), wofür man sich vorher allerdings auf der ZFF-Seite einen Account zulegen muss. Falls euch das nicht schreckt, sind euch die angehenden Filmemacher mehr als dankbar.

Übrigens, es gibt auch einen ausführlichen Drehbericht: Schokobonbons für den Talent Contest.

Gastbeitrag Hannes Sättele: “Lateinamerika: Begegnen”

September 16, 2014 by

Wir bringen hier den Vortrag von Hannes Sättele, den er anlässlich der guatemaltekischen Woche gehalten hat. Mit bestem Dank für den Abend und für die Diskussionen:

Lateinamerika : Begegnen

An manchen bewölkten Sommermorgen, wenn ich in Zürich aufwache, und meine Fenster öffne, fühlt sich die feuchte Luft an wie an der Pazifikküste, sehr Früh, wenn die meisten noch schlafen, noch bevor die Sonne aufgewärmt und sich auf den Weg gemacht hat. So wache ich in Zürich zu früh auf, während die Pazifikküste noch in Träumen schwebt.

Es ist ziemlich unmöglich, denjenigen Kulturraum, den wir “Lateinamerika” nennen, als das Produkt einer linearen Abfolge in der Geschichte zu beschreiben. Die treffendste Umschreibung die mir einfällt, ist “Lateinamerika” als der phantasmatische Moment einer sich mit Variationen wiederholenden Urszene der unerwarteten, aber auch unmöglichen, kulturellen Begegnung. Es ginge dabei um Fakten ausserhalb einer konstituierten Welt, um Wunder und Katastrophen zugleich, die nur wilde und gewaltige Wucherungen im Reich einer unbekannt bleibenden Sprache, die unsere Träume vergessen haben, vernehmbar werden könnte.

In den klischeehaften Phrasen zu Lateinamerika geistert zumindest nicht selten etwas von jener unverarbeiteten und nie gänzlich verarbeitbaren Begegnung herum, vergangene oder noch bevorstehende.

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