Posts Tagged ‘Migros’

Manus Migros-Geschichten: Hauptbahnhof (Untergeschoss)

22. März 2018

Albi: Die ist doch immer so voll. Für mich ist das die schlimmste Migros von Zürich.

Manu: Also, mit dieser Migros ist das so: Am Morgen ist sie leer. Du kannst rein und überall rumlaufen und alles ist leer, so bis halb neun. Um zehn bis zwölf ist sie sicher gefüllt. Und von halb drei bis halb fünf kannst du auch rein und sie ist leer.
Womit ich schon reingefallen bin: Ich suche zum Beispiel M-Budget-Feuchttüchli, aber M-Budget-Sachen haben sie dort nicht wirklich. Ich nehme meist was zu Trinken und geh dann weiter zur Bushaltestelle.
Normalerweise stell ich mich dort an, wo vier Kassiererinnen sind, weil es dort am schnellsten geht. Ich stelle mich mal in der Mitte vom Weg an und lasse keinen mehr durch, bis ich drankomme.
Es ist unterschiedlich, wann ich reingehe, aber selbst wenn es viele Leute hat — mehr als fünf Minuten brauch ich nie.
Und egal, wann ich dort bin, bring ich so als Kommentar an der Kasse: „Jetzt isch no friedlich, gell.“ „Ja, jetzt isch no friedlich, aber nümme lang.“ (lacht)
Aber immer noch jedes Mal: „Händ Sie Cumulus?“ Und ich: „Nei, ich han kei Cumulus.“

Albi: Ich schaue mir ja gerne das Gewusel von draussen an. Wenn ich mit S. hingehe, sagt sie so: „Ich weiss, dass du das nicht verträgst. Wart hier draussen.“ Und sie stürzt sich hinein und ich schaue mir die Leute an. Die zum Beispiel, die zum Ausgang hineinwollen, weil sie den mit dem Eingang verwechseln. Jedes Mal!

D: Ja, gell.

Manu: Es hat nicht mehr so viele Securitas, denke ich, wie früher. Es steht einfach immer einer beim Haupteingang, ein bisschen versteckt. Der checkt jeden schnell, der reinkommt, und schaut, ob einer verdächtig ist.
Wenn du reingehst, musst du dich mit dem Fluss treiben lassen. Bei der Getränkeabteilung ist es sehr eng; wenn es gerade viele Leute hat, kommst du kaum durch, dann musst du einfach warten. Du musst langsam vorwärts, warten, dann wieder gehen, dann kommt wieder einer entgegen, oder du musst gleich um das Gestell herum, um an dein Ziel zu kommen. Bei der Fleischabteilung ist es auch so eine Katastrophe.

Albi: Ich sags ja, die schlimmste Migros!

D: Aber früher war es schlimmer, vor dem Umbau. Da gabs jeweils eine lange Schlange durch den ganzen Laden. Es war mega eng und es hatte nur zwei Kassiererinnen.

Manu: Am Sonntag ab zehn Uhr ist es fast immer katastrophal. Am Sonntag ists fast immer vollgepackt.

Albi: Ich bin immer am Sonntag hin, bevor ich zur Arbeit im Hotel bin. Ich hab jeweils Extrazeit eingerechnet, weil ich wusste, es geht so lang.

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Manus Migros Geschichten: Schaffhauserplatz

10. Februar 2018

Eine neue Reihe…

Die Idee: Bis Ende Jahr alle Migros in der Stadt Zürich abzuklappern. Und zu jedem einen kurzen Text schreiben.

Den Anfang macht der Text zur Migros Schaffhauserplatz:


Unterwegs zu einem Kumpel, was zu Trinken kaufen. Sonst geh ich nie in diese Migros.
Oder doch, auf dem Heimweg, wenn mir was fehlt – dann mache ich noch nen Zwischenstopp.

Kleiner Migros, jahrelang hatte es dort keine Einkaufswagen. Aber heute schon.Aber du kommst gar nicht durch die Gänge, zwischen den Gestellen durch. Du musst immer „Entschuldigung, darf ich – kann ich, sorry“ sagen.
Zu Stosszeiten nicht zu empfehlen.

Frau an der Kasse schon älter. Sie sagt immer so „ja, ja, ja“ – jedesmal, wenn sie was über den Scanner zieht. Bei jedem einzelnen Artikel. Ja. Die Kasse piepst. Ja. Pieps. Sie macht das beiläufig, merkt es selber gar nicht mehr.
„Ja, ja, ja, ja.“

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