Autor-Archiv

[Montasgedanken] Phantasie und Fantasy

24. Februar 2020

Fantasy-Welten sind wörtlich wundervoll: Sie sind voller Wunder.

Es sind fremde Welten mit Gesetzen, die sich von jenen der Realität unterscheiden. Dort gibt es Zauberei und analoge Erfüllung. In unserer Welt herrscht das dickste Bankkonto, dort der Mut der Aufrechten; hier fragt man nach einem Diplom, dort reicht ein verwegener Spruch, um sich einen Weg zu bahnen. Niemand fragt nach einem lückenlosen Lebenslauf, einem Strafregisterauszug oder nach bisherigen Betreibungen. Umherstreifende Abenteurer sind anerkannt und begehrt, sie sind keine obdachlosen Vagabunden wie hier, in den Fantasy-Welten fristen sie kein trauriges Leben zwischen Armut und Beamtenverordnung. Das Reizvolle am Phantastischen ist der Fluchtpunkt des Imaginären, das sich vor den Zumutungen des Realen zu entziehen sucht. In solchen Welten kann man seinen Vorgesetzten erschlagen – und den Bösen – oder das Böse – erkennt man an seiner äusseren Hässlichkeit. Das Korrupte kann seine Korruption nicht verbergen. Die Seele, das Wesen der Dinge zeigt sich dort am Äusseren: Im Lichte strahlt, was liebevoll ist – und Dunkelheit zeigt die Gefahr an. Der Wanderer in solchen Welten sieht sogleich, wovor er sich in Acht zu nehmen hat. Die Ambivalenz moderner Gesellschaft ist hier aufgehoben.

(more…)

Mnfst ds Dlttntsms

20. Februar 2020

Die Basler Sektion (die sich hochtrabend selbst das ZK nennen möchte) hat das Manifest des Dilettantismus vorgelesen. Da gerade Sparwochen sind, ohne Vokale. Die muss man selber mitbringen. Es ist wie eine dieser Parties, wo man seinen eigenen Schnaps mitbringen muss. Jawohl.

Manifesto del dilettantismo

9. Januar 2020

Manifesto del dilettantismo

del gruppo Konverter, un gruppo artistico aperto, in cui le persone presentano le loro opere e ne discutono: Nella primavera del 2016, il gruppo è arrivato al punto di definire i propri orientamenti e attività nel concetto di “dilettantismo”. Quali dilettanti autodichiarati non hanno saputo resistere e hanno proclamato l’Internazionale dilettante! Il loro quartier generale è un garage a Zurigo e chi volesse saperne di più su questo gruppo che abbiamo conosciuto al Salone del libro anarchico 2018 a Berna può visitare il loro blog: konverter.wordpress.com. Qui di seguito una traduzione dilettante del manifesto.

a cura di Rosemarie, che si permette di mischiare i generi

(aber scho sicher „mischiare i generi“, isch nötig xi!) 😉

(es handelt sich also hierbei um die Übersetzung des Manifest des Dilettantismus, mit grossem Dank an Rosemarie und die Voce Libertaria, welche diese übersetzte Version in ihrer Ausgabe 42 publizierte.)

(more…)

Russische Weihnacht

2. Januar 2020

Zur Verteidigung der Simulationstheorie

12. Dezember 2019

Und hier ist ein Gastbeitrag, als Antwort auf die Montagsgedanken mit dem Titel „Die Menschheit – eine Computersimulation?“.

«Was, wenn (theoretisch) die Leistungen der Computer eines Tages dem Schöpfungspotential nahe kommen, das sie die Macht (theoretischer) Götter hätten? Wie gesagt, die Frage ist zu dumm, um sie ernst zu nehmen. Aber es ist eigentlich zu schrill, um nicht darüber lachen zu müssen: Die Nerds phantasieren sich das Göttliche herbei.»
Aus [Montagsgedanken] Die Menschheit – eine Computersimulation?

Ich bin einer dieser Nerds! Hallo Publikum! Als grosser Montagsgedanken und Science Fiction Fan (ich bin grade an der 19. Staffel Star Trek dran) komme ich natürlich nicht drumherum, hier die Idee der Simulationstheorie zu verteidigen! Ich bin kein Physiker, nicht mal Programmierer sondern einfach einer, der, wenn er nicht am Bier trinken, schlafen oder malochen ist, alleine vor dem Computer hängt und sich komische Gedanken macht! Und vielleicht mache ich mich hier nun selbst lächerlich, da ich diese Hypothese nochmals beschreibe und eben nicht als Gefängnisprogramm sondern als mögliche Erklärung des Ursprungs allen Seins überhaupt verstehe. Es gibt da natürlich noch andere Theorien, z.B. dass das Universum ein Hologramm ist. Desto mehr wir über dieses Universum wissen, desto abstruser werden die Theorien!

G. Hinkebein.

(more…)

Squid-mas / Tentaclaus

4. Dezember 2019

Diesen Donnerstag: Anti-Weihnachtslieder.

Donnerstag, 5. Dezember 2019 | 20:00 | ab 18 Uhr offen | Garage Konverter

Wo der Tentakel schwingt, da lass dich nieder
Tentaklaus kennt die besten Lieder:
Gemeinsam gegen Glühwein und Glitterflieder
Konverter singt/summt/krächzt mal wieder!

[Montagsgedanken] Kunst oder Kulturindustrie?

25. November 2019

Über einen Widerspruch, der keiner ist.

Die Filme von Pasolini oder von Michael Bay?

Herr der Ringe oder Ring der Nibelungen?

Das Streichquartett oder die Viererkette in der Abwehr?

Heavy Metal oder Blasorchester?

Die Kastelruther Spatzen oder Rage Against The Machine?

Kunst sei elitär, die Kulturindustrie für den Pöbel, so die gegenseitigen Vorurteile. Es gibt eine lange Tradition, Kunst und Kulturindustrie nicht nur voneinander getrennt zu sehen, sondern als oppositionelle Kräfte. Am Anfang des 21. Jahrhunderts gibt es zwar wenige, die auf der Trennung beharren, aber immer noch viele, welche die Trennung als einen Akt des Willens begreifen möchten. und nicht als eine Verteilung gesellschaftlicher Funktionen.

In der überkommenen Wahrnehmung wurde seichte Unterhaltung elitärer Kunst gegenüber gestellt. Kulturindustrie schaffe die massenhafte Verbindung, den kleinsten gemeinsamen Nenner ohnmächtigen Bewusstseins und die Träume fiktiver Welten, egal ob diese den eigenen Alltag bestätigen, verfluchen, verdrängen oder überwinden. Hier gehe es um den Affekt, den Instinkt, der nach Befriedigung giert. Auf der anderen Seite – jener der Kunst – regiere das Zeitlose, Ewige, das Bildung, Aufmerksamkeit und die Bereitschaft intellektueller Stimulation erfordere, um geschätzt zu werden.
Banal runter gebrochen: Hier Gefühl der Masse und dort Intellekt des Einzelnen.

[Selbstverständlich sei hier auch nochmal auf Pepes wunderbaren –  wissenschaftlichen – Text zur Kulturindustrie hingewiesen.]

(more…)

Der Laucher

10. November 2019

Abgesehen davon, dass man sich zu Schämen braucht,
starb noch keiner, weil er Lauch geraucht.

Der Raucher, der Zigaretten haucht
und der Esser, der mit Lauch gewedelt.
Der eine schmaucht halt, was er braucht
der andre hats knackig veredelt.

Tabakgemüse mit dem scharfen Hauch
verbrannte Kalorien, wie es der Brauch
braun und welk von Anfang an
wird zum Gemüse unser Tabakmann.

Der Lauch hats knackig und lässts krachen
voll Fröhlichkeit und Lebensdurst gespritzt
Hinter der Rauchwand hört man lachen
und im Totennebel wird gewitzt.

Man rechnet Tabak, Lauch und Zicchorie
den Blütenstand von jedem Gemüse
man zählt die letzte Kalorie
beim Verlassen der Kombüse.

Abgesehen davon, dass man sich zu Schämen braucht,
starb noch keiner, weil er Lauch geraucht.

4 Bekanntschaften mit Witterung

8. November 2019

Der Wind war ein alter Freund, den ich lange nicht gesehen hatte.

Schnee

Der Schnee ist zurückgekommen, als wäre er nie weg gewesen. Ohne Vorwarnung war er eines Tages da, wie ein alter Bekannter auf dem Sofa blickte er mich still und abwartend an. Ich hatte ihn nicht gehört, aber so war das immer, wenn er kam: Gerade die Stille hätte mir ein Signal für sein Kommen sein sollen.
Ich bat ihn nicht zu gehen. Er war mir nicht unangenehm. Ich hatte ihn gerne um mich herum. Er strahlte eine Ruhe aus, mit seiner Blässe, seiner Glätte. Sein Gesicht strahlte mich an; es war als ob er alles Licht sammelte und mir zufliessen liess.
Ich setzte mich ihm gegenüber und wartete, bis er von alleine ging. Er blieb still. Ich traute ihm vieles zu, schliesslich war er plötzlich hier gewesen, plötzlich war er aufgetaucht, er war eingebrochen. Ich fragte ihn auch nicht, wie er das gemacht hatte. Ich wusste, er würde mir nicht antworten, er würde bloss sein strahlendes, ebenes, weisses Lächeln geben.

(more…)

Men-struation

23. September 2019

– Hey, lass uns einen Film machen!

– Klar, ja, sowieso! Hast du schon einen Film gemacht?

– Nee.

– Weisst du, wie man einen Film macht?

– Nee.

– Geil, ich bin dabei.