Autor-Archiv

Men-struation

23. September 2019

– Hey, lass uns einen Film machen!

– Klar, ja, sowieso! Hast du schon einen Film gemacht?

– Nee.

– Weisst du, wie man einen Film macht?

– Nee.

– Geil, ich bin dabei.

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Ökonomie der Nacht

15. September 2019

Ihr kauft, wir verkaufen.
Ihr betrinkt euch, wir werfen euch raus.
Die Nacht zehrt an euch und an uns: Beide versuchen wir die Nacht zu überstehen.
Im Angebot sind Sandwichs.

Ich halte meine Hand schützend über die Einbrecher, Räuber, Taschendiebe.
Es soll ihnen kein Leid geschehen.
Ihnen gehört die Nacht, ihnen gehöre ich, zu ihnen gehöre ich.

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Kuba. Schreibmaschine. Liebeer IGRàpbael

12. September 2019

Wie so häufig: Man stelle eine Schreibmaschine in den Raum, verteile „Mochitos“ und schon ist es eröffnet: Das einzige Fitnessstudio, das den kleinen Finger trainiert.

fghu dddd.ffrffffff
jjjk ka slshalloo welt das is mein er ter Versuch ge ellsch ftlich
relevante schreibereien festzuhalten. Ende.
DdFGSchuriel braucht einen manelt auf der toilette nicht

Liebeer IGRàpbael
Mit Momne lese ich deine orte.
Dieser Abend wir die grosse Verändeung bringen. Ich rufe euch auf,
den Mochito ausztrin rn, auf die Strasse zu rennen und laut nach Hilfe
zzu schreien. elche Hilfe ihr erwarten dürft, musst ihr den Helfenden
überlassen.
Die Kubanische Revolution nimmt übehand. Es lebe die Revolutin.
Viva la revolucin‘ (Ausrufezeichen)
LA RECOLUCION (Mehrere usrufezeichen)

Ach, unermüdlich Rufende,
Die Hilfe, welche dich erreichte war wohl nicht von der erhofften
Charakrte stik. Dein blaues Auge… Lassen wir das und lassen das
Schre bmaschinenglöckchen zum Zeilenende erklingen. Ich komme vom
Thema ab (Schreibmaschinen, uuuu mega geil). Nein, Susi.
Sorry, muss gehen.

Es lebe,
revolucion

Ich bin etwas müde

 

Helden Kubas

11. September 2019

Als Nachtrag noch zu den Kubanischen Ostern: Unsere Gallerie der Helden Kubas. Zwischen Revolutionsromantik und Paradiessehnsucht.

Fidel und Che reisen nach Kuba ab (November 1956), in voller Ausrüstung

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[Montagsgedanken] Mensch und Maschine

5. August 2019

Müssen wir uns vor Maschinen fürchten?
Ja und nein. Aber die damit einhergehenden Bilder verraten mehr über die Gesellschaft, in der wir leben, als ihr lieb ist.

Elon Musk tut es, Stephen Hawking hat es auch getan: Vor der Künstlichen Intelligenz gewarnt. In der Literatur und im Film findet es regelmässig statt: Szenarien von einer Übernahme der Maschinen.
Zeitungsberichte erzählen uns regelmässig von den nächsten Neuerungen, welche die Forschung gemacht hat. Robotik, Kybernetik, Transhumanismus, Neuronale Netzwerke – solche Themen sind nicht mehr nur einem kleinen Kreis von Wissenschaftlern vorbehalten. Sie füttern das Bedürfnis nach einer Vertiefung mit den damit zusammenhängenden Fragen und nähren gleichzeitig diffuse Ängste. In den Blockbustern tauchen sie regelmässig auf: die Maschinen, die ein eigenes Bewusstsein entwickelt haben und sich auflehnen und der Menschheit den Krieg erklären.

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[Montagsgedanken] Es knistern die Zeiten …

22. Juli 2019

Wem das Knistern der Platte, das Rauschen zwischen Radiosendern abhanden gekommen ist, darf es sich als Gimmick zurückholen. Nicht mehr als eine Interferenz der Technik, sondern als ein kundenorientiertes Anschmeicheln. Wie bei den künstlich zerrissenen Jeans, dem Shabby-Look des Mobiliars oder durch Fotoreisen nach Tschernobyl – die Gegenwart überdeckt sich mit einer sorgsam eingearbeiteten Patina der Vergangenheit. Kundenzufriedenheit ist uns wichtig.
Über den Unbill solches Retro-Stils wurde viel gelästert, und zu Recht. Der Ausverkauf und die ostentative Darstellung des Geschichtlichen ist aber nicht bloss billige Kaufmasche. Sie ist auch Symptom einer Zeit, die sich nicht mehr im Einklang mit der eigenen Gegenwart befindet.
In dem Sinne ist sie das Warenäquivalent falscher Nostalgie, die Rückkehr in eine „gute, alte Zeit“, wo Männer noch Männer waren, Schwarze eine sprachlose Unterrasse und Frauen fickbare Waschmaschinen. Ah, wie einfach doch die Vergangenheit damals war …
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[Montagsgedanken] Hohl die Erde, flach der Mensch

8. Juli 2019

Man kann sich nicht aussuchen, auf welcher Seite der Erde man steht, ausser man behauptet sie als Scheibe. Wie jenes wohl aussähe, was befände sich auf der anderen Seite – solche Fragen sollte man den Flacherdlern bevorzugt nicht stellen. Es gibt ein Oben und ein Unten, und bezeichnend für den Sprecher ist, dass er sich immer für den oben und nie für den unten hält (das ist weniger dem Narziss geschuldet als hundsfotziger Mittelschichtsideologie). Für den Alltag ist die Frage nach der Form der Welt freilich unwichtig. Einigen läuft es halt rund, die Anderen haben es glatt.
„Which side are you on?“, fragte Pete Seeger – und das frage man auch hier.

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[Montagsgedanken] Schweine, Würstchen: Männlichkeit

24. Juni 2019

Schwein, Würstchen oder doch vegan? Konsumierbare Männlichkeit

Der 14. Juni und der Frauenstreik haben vor kurzem stattgefunden. Allein in Zürich sind bis zu 140’000 auf den Strassen gewesen. Es gab und gibt viele Möglichkeiten, sich als Mann dabei einzubringen. Direkte Solidarität, organisatorische Mithilfe, Zurückstehen in den bedeutenden Momenten. Aber Männer müssen auch mal dringend die eigenen Zerrbilder von Männlichkeit hinterfragen.

Das soll hier mal versucht werden, ein bisschen glossenhaft, ohne Anspruch auf Tiefgründigkeit.

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[Montagsgedanken] Digitales, Reales und Repräsentation

27. Mai 2019

Alles zieht ins Internet – wer zieht mit?

Virtualität und Digitalität sind unsere permanenten Begleiter. Mit dem smartphone in der Hand ist es uns möglich, überall und jederzeit darauf zu zugreifen. Was in den Kanälen, Plattformen und Chatgruppen geschrieben wird, bestimmt darüber, wie wir uns fühlen, manchmal stärker als unser reales Gegenüber. Die Realität des Virtuellen, hat sie die tatsächliche Realität in ihrer Bedeutung für uns überflügelt?

Bei diesem Text handelt es sich um eine – längst überfällige – Antwort auf diesen Text von Pepe. Darin beschäftigt er sich zwar stärker mit den politischen Aktionsformen und den spektakularistischen Zurschaudarstellungen eigenen Revoluzzertums – nichtsdestotrotz möchte ich jenem Text noch einige eigene Gedanken hinzufügen.

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Friedell: Über den Dilettanten

7. Mai 2019

„Nur der Dilettant, der mit Recht auch Liebhaber, Amateur genannt wird, hat eine wirklich menschliche Beziehung zu seinen Gegenständen, nur beim Dilettanten decken sich Mensch und Beruf; und darum strömt bei ihm der ganze Mensch in seine Tätigkeit und sättigt sie mit seinem ganzen Wesen, während umgekehrt allen Dingen, die berufsmäßig betrieben werden, etwas im üblen Sinne Dilettantisches anhaftet: irgendeine Einseitigkeit, Beschränktheit, Subjektivität, ein zu enger Gesichtswinkel.“