Böses Blau

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Kaltes Licht und trockne Wut
blick‘ rauf, rauf
Fahrleitungen singen.
Kalter Stein, zitternde Hand
den Jackenaufschlag im Nacken
blinzelt Steingestalt.
Das Laub raschelt böse.
Im Vorbeigehen: Augen, die glitzern.
Blick‘ rauf, rauf
erwarte, dass Schnee in die Pupille greift.
Der Fuss im Takt, er wippt auf Stein
so kauert dieser Säulenstein
und blickt rauf.
Böser Stein und böses Blau.
„Blau,“ murmelt der Verkehr
„Blau,“ singen die Fahrleitungen.
Er weiss es nicht,
doch ehe die Nacht durch ist,
wird er tot sein.

Gesicht wie Backpapier, dünn die Schichten
eine Papierhülle, ein Tosen von Blau.
Er weiss es nicht,
denkt nicht,
sieht nicht,
aber schmeckt:
Das Licht, die Wut, den Stein
schmeckt mit Augen
und antwortet sich selbst, mit „blau“.

Erkaltet und zermalt
die Augen blaue Kristalle
Noch vor dem Morgen kommt ein Tod
er kommt als Besuch
ein böses Blau.
Die Fahrleitungen singen
zwei trockne Lippen summen mit
ein Reklameschild scheppert leise
das Neonlicht hüllt ein
ein böses Blau.
Hände starr, erstarrt
der Blick: Er starrt auf seine Finger
die wie Zapfen farblos hängen
nur ein Schimmer, gläsern,
ein böses Blau.

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2 Antworten to “Böses Blau”

  1. Gerry Huster Says:

    Das Blau als symboll für böse und traurig ist mir bekannt. chön umgesetzt die Sprache und das Bild

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