Exkurs in die Verwesung

by

Schon als Jugendlicher bekam er seine Pickel aus dem Gesicht geboxt. Zwischen Eiter, Blut und Tränen, blieb nie viel Zeit übrig, um ein Selbstvertrauen aufzubauen. Sein Kopf glich einer Abrissbirne, seine Emotionen liefen im Takt der Pendelbewegungen des Lebens, und er rannte in regelmässigen Abständen gegen die Wand. Doch nur sein Charakter zerbrach. Er war Staub, aber redet sich ständig ein, er sei Wind. Er verharrte vor den Skulpturen seiner Ängste, fühlte sich wie eine frische Sommerbrise, doch der Gestank der Putrefaktion drang aus all seinen Poren. Es gab gar nicht spezielles an ihm. Den Leuten, denen Konventionell auf der Stirn geschrieben steht, sind meistens die, die behaupten anders zu sein. Er war so einer, er fühlte sich so eigenartig, dass er zu jedem Thema etwas sagen musste und die Kunst des Zuhörens ganz verlernte. Ein Gespräch war für ihn nur ein Kampf gegen sich selbst. Das Gegenüber wurde ausgeblendet ,denn für ihn zählte nur eins: in entschlossenem Ton irgendetwas sagen, ansonsten könnte er als Verlierer, Versager, Nichtsnutz oder Volltrottel dastehen. Und das war er ja nicht, nein er war speziell. Als Gefangener seiner Komplexe, bemerkte er nicht wie leer seine Worte, wie pathetisch seine Mimik und wie langweilig seine Ideen waren. Falls du ihn siehst, bitte verschone ihn nicht vor der Wahrheit.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: