„Die Revolte der Pinguine 2“ – Thementag

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Diskussion, Messe, Vortrag und der Filmfilm des Abends!

O-Ton: „Nur Bonzen und Faschisten verleugnen die Klasse!“

Im Konvent der Pingus brodelt es: Die Mutter Oberin will bloss Profit und Gehorsam. Die Prolls organisieren sich, mit billigem Schnaps, wilder Leidenschaft und vulgärem Marxismus. Gründe gibt es, aber keine Organisation. Die Wutbürger fürchten um ihre Gartenzwerge und Renten. Schulden und Faschismus sind im Trend, Schwachsinn wird gefeiert – was heisst das für die Revolte? Können die Prolls das Ruder umschwenken, werden die Kirchen des Kapitals brennen – oder bleibt die Scheisse, die wir Alltag nennen, wie sie immer war: braun und klebrig?

15 Uhr: Diskussionszyklus „Kunst/Revolution“, Thema: Kulturindustrie
18 Uhr: Messe mit Father Ted: „Lettuce pray!“
19 Uhr: Vortrag zu détournment – Kunstkacke oder revolutionäre Aneignung?
20 Uhr: Film: „Die Revolte der Pinguine 2“, mit anschliessender Diskussion.

Wie immer: Bei uns in der Garage.

Die Revolte der Pinguine 2 – Zum Film:

Seiju Gakuen (School of the Holy Beast, oder auch Convent of the Sacred Beast) ist ein japanischer Film von 1974 von Norifumi Suzuki. Der Film zählt zum Nunsploitation-Genre und gehört zu den Pink-Filmen. Unter diesen versteht man eine spezifische Ausprägung des japanischen Nachkriegskinos und die ihre Blüte von den 60ern bis in die 80er hatten. Es handelt sich um Filme, die Nacktheit beinhalten. Im Gegensatz zu westlicher Soft-Erotik jener Zeit ist häufig ein erhöhter, künstlerischer Anspruch in solchen Filme zu entdecken. Bis Ende der 60er waren Pink-Filme grösstenteils Produktionen von low-Budget Studios. Anfang der 70er trat das Toei-Studio in den Markt ein und produzierte verschiedene Filmserien, in denen die Protagonistinnen häufig starke Frauenfiguren sind, die sich für frühere Ungerechtigkeiten mit Gewalt rächen.

Wir haben Seiju Gakuen als Vorlage genommen, unverändert im japanischen Originalton und ungeschnitten – und den Film mit Untertiteln versehen, die mit der eigentlichen Handlung und den Dialogen nichts zu tun haben. Nunmehr verhandeln die Nonnen ihre Arbeitssituation, die direkte und indirekte Ausbeutung, die sie erfahren, diskutieren die Notwendigkeit, sich zu organisieren und streiten darüber, welches die richtige Organisationsform ist. Gleichzeitig drängen die Aufseherinnen des Klosters darauf, die Kontrolle zu behalten und versuchen mittels ideologischer Tricks, Zwist zwischen den Arbeitenden herzustellen; Konsumterror und die üblichen Heilsversprechen des Kapitalismus werden ausgebreitet – als auch diese nicht mehr viel helfen, kommt die faschistische Fraktion im Kloster an die Macht (mit Segen des Kapitals).

Wir orientierten uns bei „Die Revolte der Pinguine 2“ an dem situationistischen Verfahren des détournement, so wie es die Situationisten mittels Comics und Filmen praktizierten. Vor allem Rene Vienets „Can Dialectics Break Bricks?“ diente als Inspiration. Aber auch die damals im Spontimilieu verbreitete Anwendung dieses Verfahrens (z.B. „Asterix und das Atomkraftwerk“) diente als Quelle.

Wir werden uns am Samstag, 4. Juni einen ganzen Tag lang mit diesem Thema beschäftigen.

Kulturindustrie, 15 Uhr:

Wir beginnen um 15 Uhr mit einem Text aus unserem Diskussionszyklus „Kunst/Revolution“. Wir diskutieren den Text von Horkheimer und Adorno zur Kulturindustrie aus „Dialektik der Aufklärung“. Der Text sowie der gesamte Reader finden sich hier auf dem blog. Wir wissen, dass der Text gross und manchmal kompliziert wirkt, aber wir bieten Hilfestellung an für All Jene, die Mühe haben, den Text zu verstehen. Wir wollen den Text nicht akademisch auseinander nehmen, sondern nach unseren eigenen Interessen diskutieren. Auch wer neu zum Zyklus dazu stossen möchte, ist herzlich eingeladen. Man muss die vorherigen Texte nicht gelesen haben.

Father Ted Messe, 18 Uhr:

Als kleines Intermezzo findet um 18 Uhr eine „Father Ted“-Messe statt. Nicht ganz ernst gemeint, aber durchaus passend, da wir später am Abend schliesslich einen Film schauen, der im Nonnenmilieu angesiedelt ist. Wir haben das Format der „Father Ted“-Messe schon mehrmals während unserer Irischen Ostern durchgeführt und jene, die es kennen, sind bekennende Gläubige (oder waren es „Gläubiger“? Wir wissen es nicht…) und kommen immer wieder gerne für die heilige Kommunion („drink, arse, feck!“) – May the holy Father Ted be with you all.

Vortrag „détournement“, 19 Uhr; im Anschluss Film

Um 19 Uhr führen wir einen spontanen Vortrag durch zum Thema „détournement“. Einerseits werden wir vertieft nochmals auf das Verfahren eingehen, wie es bei den Situationisten verstanden und eingesetzt wurde. Darüber hinaus wollen wir das Verfahren im Zusammenhang mit der historischen Avantgarde analysieren, sowie unter Verweisen auf gegenwärtige Formen der digitalen Netzkultur (Memes) kritisch hinterfragen. Handelt es sich bei dem Verfahren wirklich um ein revolutionäres oder ist es nicht viel mehr einfach nur – Kunstkacke?

Den Film „Die Revolte der Pinguine 2“ zeigen wir dann ab 20 Uhr.
Im Anschluss an den Film möchten wir gerne mit euch diskutieren, sei es über die Inhalte des Films, das Verfahren des détournement oder über die Rolle der Kulturindustrie in der gegenwärtigen Ideologieproduktion.

 

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4 Antworten to “„Die Revolte der Pinguine 2“ – Thementag”

  1. Die Revolte der Pinguine 2: Weltpremiere | kulturmutant Says:

    […] Die Revolte der Pinguine 2: Weltpremiere! Wann? Am 14. Juni Um welche Zeit? Programm ab 15 Uhr, Filmpremiere um 20 Uhr Wo? Konverter-Garage, Zürich Hier gibt’s Infos und das Programm im Detail […]

  2. Pinguine im Kasama | Gruppe Konverter Says:

    […] ab 19:30 Uhr Film «Die Revolte der Pinguine» ab 20:00 […]

  3. Pinguine im Kasama | kulturmutant Says:

    […] ab 19:30 Uhr Film «Die Revolte der Pinguine» ab 20:00 […]

  4. [Film] Revolte der Pinguine 2 in Basel | Gruppe Konverter Says:

    […] zeigen wir unseren Film-Film, „Die Revolte der Pinguine 2“. Am Dienstag, 8.11. in der Off-Bar in Basel. Adresse: Offenburgstrasse 59. Für Alle aus Zürich, […]

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