Archiv für die Kategorie ‘Uncategorized’

Sprach also Zarathustra? Teil 2

September 11, 2009

Zersetzt, zerfetzt, für sich gelassen. Dunkelheit beisst in ihn von hinten rein.

Der Narr lacht darüber. „Keine Sorge, keine Sorge, Kinder. Diese Worte werden niemanden verletzen. Es schaden euch, diese Worte: Nicht. – Hört, hört zu, eurer Verwirrung werde ich mächtig und werde sie zu Brei verwandeln.“

Er spuckte aus und seine Spucke war grüner Eiter.

Allem was da kriecht erklingt nur eines: Mit den kriechenden Gliedern können die oben nicht zittern. Die wunden Kniescheiben reiben sich ab, doch die Macht wird grösser wo sie gross ist.

Allem was da rennt erklingt nur eines: Das Rennen ist sinnlos.

Tief verhangen ist der Nebel. Er frisst uns auf. Im Dunst. Unser eigener Atem atmet. Wir atmen uns aus. Wir atmen Seele, der Nebel holt sie heraus. Wir atmen den letzten Funken aus.

Es überstehen: Sich selbst verleugnen. Aber nicht glücklich dabei. Am Ende sein. Am Ende: Am Ende sein.

Gleichgültigkeit gilt nicht mehr, dann rettet auch Gemütlichkeit nicht mehr.

In der grünen Spucke nur eines: Eure Gefühle sind nicht mehr wichtig, denn ihr fühlt noch nach dem alten Muster. Retortenentstammte Liebe, eure Leidenschaft in Konserven.

Jung sein, und ein bisschen aufrecht sein. (Sprach also Zarathustra?)

August 26, 2009

Die Ungeduld, die da drinnen steckt: Jung zu sein. Doch, bei näherem Besehen: Der Drang zur Freiheit tränkt die Verzweiflung gegenüber der Welt. Es ist nicht Egoismus, der da sagt: „Ich will!“ – sondern die nachvollziehbare Verweigerung des noch jungen, angesichts des Alten, des Errichteten, des Monumentalen, das sich erdreist, sich über alles zu erheben mit seinem Anspruch, es ist der Widerspruch, der Anspruch auf ein eigenes, selbst bestimmtes Leben, das schreit: „Ich will nicht – so – ich will: Anderes!“

Wer will das verurteilen? Mir waren die Jungen immer schon ein Graus, die behaupten, das sich Biegen nicht zum Brechen führt, dass das Alte wohl Ehrfurcht verdiene, da es ja schliesslich auch alt geworden ist. Mir war seit je her Jugend suspekt, welche die Schwelle zum Leben kriechend überschreitet. Ich weiss, das Altern wird uns alle biegen und bücken machen, doch dafür muss man einst stolz, uneinsichtig, ja sagen wir: radikal wie es nur Jugend sein kann, gewesen sein. Was schon in der Blüte seines Lebens kriecht, kennt den Boden bereits zu gut. Hütet euch vor den altgeborenen Jungen, die staatsmännische Vernunft mit sich tragen und jeder Leidenschaft mit Einsicht und Argumenten den gefühlten Nährgrund austrocknen.

Es schreit eine Stimme in der Nacht, sie klingt jung: Es ist alles zum Kotzen. Ihr könnt mich mal.

Es flüstert in einem Hauseingang: Darf ich noch reinkommen, ich will auch nicht stören. Und du hörst kein Türe zuschlagen und keine Worte von wegen dass morgen frühaufstehen angesagt ist.

Es weint auf einem Balkon, verhalten und spröde und niemand sagt: Morgen hat sich das wieder gelegt.

Stell dir die Stadt vor, wo alle morgens die Luft einsaugen, als wäre es der letzte Atemzug.

Neuigkeiten

Juli 18, 2009

Hallo zusammen,

nach mehrmaligem Ortswechsel sind wir nun im Restaurant Tant-Pis angekommen. Wir treffen uns neu JEDEN MITTWOCH um 20.00 Uhr.

Nachdem wir aus dem Volkhaus vertrieben wurden (und ein guter Treffort durch Yuppies und studentischer Jeunesse Dorée vernichtet wurde) und wir uns im Bahnhofscafé Spettacolo in Wiedikon oder Café Monti am Triemli zu installieren versuchten und scheiterten, worauf wir auf der Suche nach den Wurzeln engagierter, mutiger Literatur in Zürich es mit dem Cabaret Voltaire ausprobierten (und auch da wieder Yuppies, diesmal aber gut krawattierte…) und öftersmal vor einem Schild „Geschlossene Gesellschaft“ standen – nun, nach dieser ganzen Odysse hoffen wir, endlich mal einen Ort gefunden zu haben, an dem wir uns nicht ausgesperrt fühlen.

Dies das Wort zum Sonntag nach bald eineinhalb Jahren Konverter.

Für Interessierte: Wir planen zur Zeit eine Lesung in Basel in der Villa Rosenau. Wer mitlesen will soll sich bei uns melden, unter gruppekonverter(affenschwanz)gmx.ch

Raus aus der Schublade, rein in die Kantinen!

Schönes Wochenende euch allen.