Archiv für die Kategorie ‘Gedichte’

Herr Kühne

Oktober 28, 2009

er fegte die letzten

hausgeister und wetterhexen

mit einem alten besen

von der steinernen türschwelle

und murmelte dabei etwas von

„scheissplage“

und setzte sich danach

teewasser auf.

 

er nahm den

mokkabraunen citroen ami 8

mit viel krach aus der garage

und stotterte im nebeldunst

des flötendünnen auspuffs

lotternd blau davon.

 

er kämmte

das schütter gefärbte strähnenhaar

nach hinten

und den walrossschnurrbart

zum rahmen um den mund

verpackte den eiermannbauch

im beigen pullunder

und schüttelte im garten

irgendwelche bäume.

 

er schonte seine hüften

pantoffel schlurfend im pinguingang

und blitzte mit der hornbrille in die sonne

das letzte mal, das ich herr kühne sah

krächzte er mit einer fehlzündung knatternd

etwas von

„scheissplage“

und schloss dann die knarrende tür

zu seiner garage.

meine hände

August 5, 2009

meine hände streicheln den seiten (mehr…)

Aufbäumen

Juni 2, 2009

Lust, was einzuschlagen.

Der Verstand bäumt auf -

der Sack.

Jeder Gedanke wie ein Messerstich.

Jedes Wort: Ein Abbröckeln von Seele.

Therapie wäre: Den Steinbruch zu schliessen und den Zwangsarbeiter nach Hause zu schicken.

Eine Explosion wie nur aus Feuer, verbrennend und bloss Gerippe hinterlassend. Die Augenhöhlen sind eingebrannt und leer – der Blick ist leer, der Verstand ist leer.

Atmen, bis der Arzt kommt.

Der Regen verdampft, aber der Zorn erlöscht nicht.

Das ist ein Hitze ausschleuderndes Ding, das sich Körper nennt. Das sich wälzt durch die Strassen, auf der Suche nach Kühlung.

Erhitzt findet Rauch einen Ausgang. Die Linderung ist gering, Zigaretten machen Zittern.

Das schwurbelt sich empor – mühsam – eine Krönung von „Wahnsinn“.

Dem Gelächter ist entgegen zu stellen: Grimm.

Den Atem niedrig halten. Lunge anhalten. Den Zorn ersticken. Danach den Atem ziehen lassen.

Der Kopf wird schwer.

Alles Aufbäumen bleibt wirr und ohne Ziel.

schnellzug

Mai 21, 2009

der schnellzug fährt an den kleinen einsamen bahnhöfen vorbei (mehr…)

die alten sachen

Mai 19, 2009

immer wieder mal werf ich die alten sachen fort

reinige das zimmer
entferne die stummen bilder

die tauben vor dem fenster schlagen mit ihren flügeln

manchmal vertreiben sie die melancholie

hobo

April 25, 2009

meine augen sind blau meine nase gekrümmt (mehr…)

Entschuldigungslimmerick

Dezember 14, 2008

Meine lieben Konverterleute,
ich muss mich entschuldigen – nicht nur für heute.
Theater und Umzug forderten ihre Zeit
deshalb war ich am Donnerstag Abend für ein Treffen nicht bereit.
Doch bald komm ich wieder; Gebt mir eine Chance, ‘ne erneute.

Ihr seid aber auch wie die Nomaden,
wechselt jede Woche den Café-Laden.
Spectacollo, Café für Dich, Cabaret Voltaire,
da fällt das Hinkommen auch schwer.
Da kriegt man noch einen Schaden.

Liebe Grüsse vom Bahnhof Wiedikon – und auf bald.
Robert

Limerick back

Dezember 12, 2008

Gregors Worte sind von Germanisten
methodisch ausgelest aus Listen
doch eins: ein Limerick
ist keiner ohne Zwick
im Limerick muss das Stolpern nisten.

Dissimerick

Dezember 10, 2008

Der alberne Albi schreibt wohl
Zusammen nen ziemlichen Kohl.
Es hat’s voll verbockt,
Sein Limerick stockt
Und meiner ist längst nicht so hohl.

Limerick 1

Dezember 9, 2008

Der Comiczeichner Gregor aus Luzern

der hatte Bilder von Blut und Fleisch sehr gern.

Er zeichnet auch nackte Frau’n

(aber den’ will er nicht trau’n)

drum quillt seinen Pin-up Frauen das Gedärm.