Archiv für Oktober 2008

1952 im Garten

Oktober 15, 2008

Ginster

Oktober 7, 2008

das kratzen
von ginster
gegen die regenhose
erinnerte mich daran:

hatte einen dreckigen blues geschrieben
slide gitarre gespielt mit einem messer
im youthhostel in CONNEMARA
nach dem essen
HAD A NICE PAIR OF SHOES…
BUT I LOST ONE!!!

lachten herzhaft in den hügeln
in mitten von sumpflöchern,
ginster, nassem gras
ginster, ginster…
streifte wusch meine regenhosen
als ich die lyrics
mit filzstift
auf meinen arm schrieb

um sie nicht zu vergessen
tranken und rauchten zu viel… damals
zierten diese linien
während diesen tagen
in den hügeln von CONNEMARA
meine haut
WHEN THREE SEXY NINJAS
CAME INTO MY ROOM

irgendwann verblassten die zeilen
und trotzdem verweilten sie
begleiteten sie mich
weiterhin
AND SAID: HEY, LISTEN, SON!!!!!!!!

simone, weisst du noch?
der abend,
das gummiboot?
denke oft
noch daran
der nasse ginster,
die pechschwarzen torfziegel
WE WANNA DO
SOME DIRTY, DIRTY THINGS TO YOU!!!!!

Eierwerfen

Oktober 7, 2008

Vor mir liegt
Ein Samstagmorgen
Mit nasser Strasse
Wo aus verfallener
Kirchenfassade
Sträucher wachsen,
wo Plastiktüten im
Stacheldraht zappeln.

Vor mir liegt
Ein Stadtviertel
in dessen Gassen
die Zeit nur
langsam vergeht
während Arbeitslose
und alte Männer
ihre Runden drehen
über die alten
abgetretenen Kohleluken
gehend.

wo Sprüche prangern
an Scheiben
von längst
geschlossnen Geschäften

Wo sich Kinder die Zeit
vertreiben
mit Eierwerfen
auf Passanten
während Männer
das Viertel vermessen
für eine neue Stadt
und deren Spekulanten.

Vor mir liegt
ein Samstagmorgen
und eine Backsteinmauer
an der jetzt ein Ei zerschellt.
Und vor mir
blitz dann plötzlich
eine Glasfassade
der einstige Hafen
und nun
eine funkelnde neue Welt.

wo Fotografieren
nicht erlaubt ist
und auch kein Eierwerfen.

Baumvolk

Oktober 7, 2008

wir waren
baumvolk
stiegen
auf bäume
lebten in
zwischenräumen
von ästen.
lebten und
träumten
ein
„dichterparadies“
waren richter
über ein
dasein, das wir
von tag-zu-tag
zug-um-zug
genossen
alleine den moment
auskostend.

wir waren
idealisten
jongleure
fühlten uns
wie geschwister
glaubten jene
dompteure zu sein
welche die zeit schon
bändigen würden.
glaubten
und vergassen dabei…
der zeit redet man nicht rein.

diese zog somit
an uns vorbei
tempus fugit
während wir
auf unserem baum sassen
das leben rundherum vergassen
und sogar vergassen
dass es
noch viel mehr
gab
wofür es selbst
da oben
hätte platz gehabt.

aber
wir waren
baumvolk
stiegen auf unseren baum
lebten in
einem zwischenraum
vom leben
hatten uns
losgelöst für einen moment
hatten uns
diesem voll hingegeben.

wir waren
baumvolk
aus verschiedenen
counties und kontinenten
und am ende
war alles
zu schnell
vorbei gewesen
denn
am ende
wartete wieder
das leben.

Für einen Internationalismus in der Kunst

Oktober 5, 2008

Vorweg: Dies soll ein Stein sein, der eine Diskussion ins Rollen bringt und nicht einer, an dem man sich stosst. Das was hier als „Internationalismus“ bezeichnet wird mag in einem Gegensatz zu einem „Regionalismus“ stehen. Ich befürworte ersteres, aber ich sehe durchaus die Vorteile ein, welche zweiteres in sich trägt. Ich habe mich persönlich für einen internationalistischen Ansatz entschieden und will diesen hier verteidigen.
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